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Donnerstag 26.4.2018 – 20 Uhr
Josef und Marlene
THE DEVIL IS A WOMAN
(DER TEUFEL IST EINE FRAU)
USA 1935 – OF – 80 Min. – s/w – 35mm
Regie Josef von Sternberg
Buch John Dos Passos – Literaturvorlage Pierre Louÿs
Kamera Josef von Sternberg, Lucien Ballard – Musik John Leipold, Heinz Roemheld
Mit Marlene Dietrich, Lionel Atwill, Edward Everett Horton, Alison Skipworth

»Die Wirkung von Schönheit gehört nicht als Qualität zum Objekt, sie ist verwurzelt in den Sinnen des Zuschauers.«
(Josef von Sternberg)

Wenn man bei Sternbergs Filmen versucht, nach niveauvollen Inhalten oder gar Prämissen zu suchen, zerfällt einem alles in Kolportage, in Erotik und Dekor, in Lichteffekte und Symbolik. Sinn stiften sie, wenn man sich auf die eigene, gewundene Organisation der üblichen Elemente einlässt. Sternberg versucht sich in einem neuen Blick auf die Wirklichkeit, der nur über das Kino zu haben ist. In seinen Zuspitzungen wird deutlich, dass das Leben an sich eine Neigung zur Künstlichkeit hat. Das Leben tritt hier neben sich, um sich im Spiegel zu betrachten und zu feiern.

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Freitag 27.4.2018 – 20 Uhr
Dirty Pictures präsentiert… die gnadenlose Welt des Italowestern – Genreklassiker
AN SEINEN STIEFELN KLEBTE BLUT
(NAVAJO JOE)
ITA/ESP 1966 – DF – 91 Min. –  35mm
Regie Sergio Corbucci
Buch Fernando Di Leo, Piero Regnoli
Kamera Silvano Ippoliti – Musik Ennio Morricone
Mit Burt Reynolds, Aldo Sambrell, Nicoletta Machiavelli, Fernando Rey

Skalp-Jäger Duncan und seine Schergen metzeln reihenweise Indianerdörfer nieder, um die Kopfprämien zu kassieren. Der Indianer Navajo Joe (Burt Reynolds) nimmt den Kampf mit Ihnen auf …

Der spätere Hollywoodstar Burt Reynolds ist hier in seiner ersten Hauptrolle zu sehen. DJANGO-Erfinder Sergio Corbucci führte Regie, und die dramatische Musik steuerte niemand anders als Ennio Morricone bei. Im Resultat: ein zeitloser Westernklassiker.

DER TOD RITT DIENSTAGS
(I GIORNI DELL‘IRA)
ITA/BRD 1967 – DF – 114 Min. – 35mm
Regie Tonino Valerii
Buch Ernesto Gastaldi, Tonino Valerii, Renzo Genta – Literaturvorlage Rolf Becker
Kamera Enzo Serafin – Musik Riz Ortolani
Mit Lee Van Cleef, Giuliano Gemma, Christa Linder, Lukas Ammann

Der junge Waise Scott (Giuliano Gemma) wird von den Stadtbewohnern gemieden und verachtet. Dies ändert sich, als er von einem mysteriösen Fremden namens Talby (Lee Van Cleef) unter die Fittiche genommen wird. Zuerst genießt Scott die Anerkennung, die er sich immer gewünscht hat …

Der zweite Italowestern des früheren Sergio Leone-Assistenten Tonino Valerii, der später mit MEIN NAME IST NOBODY einen der letzten Genreklassiker drehte. DER TOD RITT DIENSTAGS zählt unter Fans und Kritikern zur Speerspitze des Genres.

Sonderveranstaltung 8,13 €, 7,13 €, 6,13 €

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Samstag 28.4.2018 – 20 Uhr
Sternzeit C64 – Expansion
OUTLAND – PLANET DER VERDAMMTEN
(OUTLAND)
GBR 1981 – DF – 109 Min. – 35mm
Buch & Regie Peter Hyams
Kamera Stephen Goldblatt – Musik Jerry Goldsmith
Mit Sean Connery, Peter Boyle, Frances Sternhagen, James Sikking

Auf den Jupitermond Io fördert ein mächtiger Konzern Rohstoffe. Dabei werden die Minenarbeiter mit illegalen Aufputschmitteln zu Höchstleistungen angetrieben. Einige Kumpels arbeiten sich so buchstäblich zu Tode …

Nicht nur die Spezialeffekte sehen aufgrund des großzügigen Budgets absolut überzeugend aus. Auch die Geschichte ist realistisch. Die dreckige Zukunft, die OUTLAND zeigt, ist uns trotz der zeitlichen und räumlichen Entfernung sehr nah.

»In dieser kalten, einzig auf Profit ausgerichteten Welt ist Sean Connery als Marshall die letzte moralische wie unbestechliche Instanz. Als er beginnt, seinen großen, skrupellosen Bossen die Stirn zu bieten, greifen die Rädchen der modernen Arbeitswelt auf äußerst drastische Weise ineinander.«
(filmtipps.at)

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Sonntag 29.4.2018 – 19:15 Uhr
Lotte Eisner-Preis 2017 für den Filmclub 813
DIE DREIGROSCHENOPER
D 1931 – 110 Min. – s/w – 35mm
Regie Georg Wilhelm Pabst
Buch Béla Balázs, Léo Lania, Ladislaus Vajda – Literaturvorlage Bertolt Brecht
Kamera Fritz Arno Wagner – Musik Kurt Weill
Mit Rudolf Forster, Carola Neher, Reinhold Schünzel, Fritz Rasp, Lotte Lenya, Valeska Gert

»Das glückliche Gelingen eines Films wie DREIGROSCHENOPER ist nicht wegzuleugnen. […] In seiner filmischen Adaption des Brecht-Stücks hat Pabst die Erzählung verwässert. Pabst sucht das Pittoreske der Stimmung, des Halbdunkels, verlässt sich auf die filmischen Qualitäten. […] Trotz der Proteste Brechts gegen diesen Film – aus heutiger Sicht, wo wir nicht mehr unter dem Eindruck der bewundernswerten Bühneninszenierung stehen, hat der Film gewonnen durch seine plastische Herausarbeitung der Dialoge, die dynamische Kompaktheit der Inszenierung, da Pabst die entscheidenden Faktoren der Bühnenversion – Besetzung und Musik – in den Film integriert.«
(Lotte Eisner, in: Die Dämonische Leinwand) 

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Wir sind stolz, bekanntgeben zu können, dass der Filmclub 813 den diesjährigen Lotte-Eisner-Preis des Kinematheksverbundes gewonnen hat.

Die Jury-Begründung:
»Der Filmclub 813 e.V. erhält den Lotte-Eisner-Preis für sein ausgezeichnetes, erfrischend kreatives Programm, das Alt mit Neu, Stumm mit Ton, Kunst mit Pop und Konsenskanon mit Trash verbindet. Der Filmclub 813 liebt, sieht, kuratiert, empfiehlt und zeigt außergewöhnliche Filme (…) in der vorwiegend analogen Vorführpraxis. Sie haben in ihrem Jubiläums-Kinojahr 2016 das erste 813-Non-Stop-Kino-Wochenende mit einem wagemutigen Programm installiert, das sich nicht scheut „L’Etoile de Mer“ (1928) von Man Ray als Vorfilm zu einer 35mm-Kopie von „Der SpongeBob Schwammkopf Film“ aus dem Jahr 2014 zu zeigen. (…) Die Kurator*innen lassen sich von ihrer kritischen (Schau-)Lust und ihrem Kinowissen treiben, abseits eines vermeintlichen Kanons, und bereichern damit das Kinogeschehen. Die „Eisnerin“ wäre angetan von der vorbildhaft cine-enthusiastischen Programmarbeit und differenzierten Auseinandersetzung mit den Medien, Formaten und Inhalten von Film.«
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bei berechtigten Ansprüchen beim Filmclub 813 zu melden.

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