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Samstag 1.10.2016 – 20 Uhr
Zum 75. Geburtstag von Marquard Bohm (* 27.6.1941)
TERROR DESIRE
BRD 1971 – 44 Min. – s/w – 35mm
Buch & Regie Marquard Bohm
Kamera Bernd Fiedler
Mit Marquard Bohm, Rolf Zacher, Klaus Lemke, Peter Berling

»Marquard Bohm war in den 1960er und 1970er Jahren als ›deutscher Belmondo‹ (Eike Gallwitz) einer der interessantesten Darsteller des Jungen Deutschen Films. […] 1966/67 inszeniert er, unterstützt von Helmut Herbst, mit sich selbst in der Hauptrolle den experimentellen Kurzspielfilm NA UND …! über den Tagesablauf eines jungen Arbeitslosen. 1967 absolviert er eine Regie-Assistenz bei Volker Schlöndorff. Nach Rollen in Filmen von Rudolf Thome – DETEKTIVE, ROTE SONNE, SUPERGIRL – […] inszeniert er 1970/71 die krude Erpressergeschichte TERROR DESIRE mit Versatzstücken aus Gangsterfilmen und Road Movies, Nouvelle Vague und Pop Art.«
(filmportal.de)

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DETEKTIVE
BRD 1969 – 91 Min. – s/w – 35mm
Regie Rudolf Thome
Buch Max Zihlmann
Kamera Hubs Hagen, Niklaus Schilling – Musik Kristian Schultze
Mit Marquard Bohm, Ulli Lommel, Iris Berben, Uschi Obermaier

Um an schnelles Geld zu kommen, eröffnen Andy und Sebastian ein Detektivbüro. Sie zeigen keine Skrupel bei ihren Ermittlungen, ohne allerdings besonders viel Ahnung von ihrem Metier zu haben, und geraten so schon bald zwischen gefährliche Fronten.

»Die Handlung von DETEKTIVE ist, dafür dass sie Nebensache ist, ganz schön kompliziert. […] Das Eigentliche aber sind natürlich Gewehr und Revolver, die künstlich einfachen Dialoge, das Rumstehen, Rumsitzen und Rumliegen in stilisierten Räumen, die Cinemascope-Bilder, Uschi Obermaier und Iris Berben im Bikini, die Autofahrten und zuallererst einfach die Existenz all dieser cool cats in München, das hier nicht leuchtet, aber so entspannt jazzt und swingt, dass man nur staunen kann.«
(Ekkehard Knörer, taz.de)

»Für uns Zuschauer ist DETEKTIVE ein Angebot. Okay, wir können es ablehnen. Es zwingt uns ja niemand dazu, ins Kino zu gehen. Wenn wir das Angebot aber annehmen, ist die Wirkung nur vergleichbar mit der Wirkung einer erregenden Körpererfahrung, von der man hofft, dass sie nie endet. Ein Film, der nichts vorsagt, der sich nicht vorlaut einmischt: Ein Film, der ein Gefühl gibt – fürs Leben, ein Gefühl, das stark macht. In DETEKTIVE geht es ums Kino, also ums Leben.« (Norbert Grob)

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Sonntag 2.10.2016 – 15:15 Uhr
70 Jahre DEFA – Kinderfilme der 1980er
DAS EISMEER RUFT
DDR 1984 – 81 Min. – 35mm – FSK 6
Regie Jörg Foth
Buch Jörg Foth, Petra Lataster-Czisch (nach dem gleichnamigen Roman von Alex Wedding)
Kamera
Wolfgang Braumann – Musik Uwe Hilprecht
Mit Oliver Karsitz, Alexander Rohde, Vivian Schmidt, Thomas Gutzeit, Oliver Peuser, Ute Lubosch

»Im Frühjahr 1934 geht eine Katastrophenmeldung durch die Welt. Das sowjetische Forschungsschiff ›Tscheljuskin‹ ist im Eismeer verunglückt. Erste Versuche, die Schiffbrüchigen von ihrer Eisscholle zu retten, waren vergeblich. Auf einem Prager Hinterhof entschließen sich fünf Kinder, den Verunglückten zu Hilfe zu kommen. Auf der Karte legen sie ihre Reiseroute fest und machen sich auf den Weg. Zuerst per Zug, aus dem sie aber bald hinausgeworfen werden, dann zu Fuß. Die Strapazen sind groß, die Probleme häufen sich. Als einer von ihnen erkrankt, machen sie bei Verwandten Rast. Inzwischen ist ihnen die Polizei auf den Fersen, doch sie ziehen weiter…«
(Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946-1992)

»Eine Hymne auf Toleranz und Träume.«
(Cinema)

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Sonntag 2.10.2016 – 19:15 Uhr
Außenseiter des deutschen Kinos: Rudolf Thome
RUDOLF THOME – ÜBERALL BLUMEN
D 2016 – 84 Min. – digital
Kamera & Regie Serpil Turhan
Buch Serpil Turhan, Eva Hartmann
Mit Rudolf Thome, Joya Thome, Nicolai Thome

»Bereits 28 Langfilme hat Thome gedreht, jetzt will er sein aktuelles Drehbuch mit dem Titel ÜBERALL BLUMEN verfilmen, aber das Geld dafür fehlt. Was tun? Geld via Crowdfunding sammeln, die Hauptrolle einfach selber spielen? Gemeinsam wird überlegt; über ältere Filme von Thome gesprochen, Ausschnitte werden nochmals zusammen geguckt; dazwischen die Arbeit im Garten und ein Vogel, der sich im Bauernhaus eingenistet hat. Serpil Turhan ist ein liebevolles und ungewöhnliches Porträt eines eigensinnigen Regisseurs gelungen.«
(Verleihinfo)

»Serpil Turhan porträtiert den Filmemacher Rudolf Thome fernab einer in Ehrfurcht erstarrten Hommage sowie ohne nostalgische Rückblicke. Stattdessen zeigt sie den charmanten Protagonisten in ganz alltäglichen Situationen und lässt dabei immer wieder die Grenze zwischen Thomes von Leichtigkeit geprägten Fiktionen und ihrer eigenen Dokumentation verschwimmen.«
(Carsten Moll, www.spielfilm.de)

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Montag 3.10.2016 – 15:15 Uhr
70 Jahre DEFA – Eine Reise durch die Jahrzehnte
ABENTEUER MIT BLASIUS
DDR/ČSSR 1975 – 79 Min. – 35mm – FSK 0
Regie Egon Schlegel
Buch Milan Pavlík, Fred Rodrian, Gerhard Holtz-Baumert (nach dem gleichnamigen Roman von Werner Bender)
Kamera Günter Jaeuthe, Jirí Simunek – Musik Günter Hauk
Mit Leoš Suchařípa, Wolfgang Greese, Norbert Christian, Mario Wojtyczka, Petr Stary

Zwei Ingenieure wollen den täuschend menschenähnlichen Roboter Blasius stolz auf der Leipziger Messe präsentieren. Doch kurz bevor sie dort ankommen, macht sich ihre Erfindung selbstständig und entführt zwei Kinder. Diese kommen schnell hinter Blasius‘ Geheimnis und versuchen, ihn umzuprogrammieren.

»Die sinnvoll verwendeten künstlerischen Mittel aus der Groteske, aus Musical […] Märchen und Abenteuer, und vor allem die rhythmisch und akzentuiert Pausen setzende Regie von Egon Schlegel machen diesen Streifen zu einem amüsanten Kino-Erlebnis für Kinder und auch für Erwachsene, die sich ein wenig Phantasie und Freude am Spielerischen bewahrt haben.«
(Ehrentraud Novotny, Berliner Zeitung)

im Vorprogramm:
DER ROBOTER
DDR 1970 – 15 Min. – 35mm
Regie & Buch Klaus Georgi
Kamera Hans Schöne – Musik Günter Hörig

Der Zeichentrickfilm zeigt zwei Jungen, die einen mathematisch begabten Roboter stibitzen, damit dieser ihre Schulaufgaben macht.

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Montag 3.10.2016 – 19:15 Uhr
70 Jahre DEFA – Eine Reise durch die Jahrzehnte
STRASSENBEKANNTSCHAFT
D 1948 – 104 Min. – s/w – 35mm
Regie Peter Pewas
Buch Arthur Pohl
Kamera Georg Bruckbauer – Musik Michael Jary
Mit Gisela Trowe, Alice Treff, Ursula Voss, Siegmar Schneider, Harry Hindemith

»Dem entbehrungsreichen Dasein der Nachkriegszeit möchten viele entfliehen, auch die zwanzigjährige Erika. Sie lernt den Zeitungsreporter Walter kennen, der sich in sie verliebt. Ein angenehmes Leben kann er ihr aber auch nicht bieten, dennoch zieht sie zu ihm. Abends geht sie ohne ihn aus, macht zahlreiche Männerbekanntschaften, die ihr ein wenig ›Luxus‹ einbringen: Seidenstrümpfe, Konfekt und ähnliches. Allerdings auch eine Geschlechtskrankheit, wie sich bei einer Gesundheits-Razzia herausstellt. […]

Die Zentralverwaltung für Gesundheitswesen erteilte den Auftrag für diesen Film. Der begabte Regisseur Peter Pewas und sein Kameramann Georg Bruckbauer machten aus dieser Auftragsarbeit ein stilistisch dichtes, filmkünstlerisch ungewöhnliches Werk […].«
(Renate Biehl/F. B. Habel, Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme)

»Pewas führte die Ängste, Irrwege und Abgründe einer um ihre Jugend betrogenen Generation, ihren Vertrauens- und Moralverlust nicht in glatten naturalistischen Bildern vor. Vielmehr experimentierte er mit Hell-Dunkel-Kontrasten, Raumtiefe und optischen Metaphern. Zu sehen sind finstere, scheinbar endlose Straßen, S-Bahn-Gleise, Brücken. Dazu erklingt, faszinierend und bedrohlich zugleich, eine Musik, die anfangs auf einem Leierkasten gespielt wird und den Film bis zum Finale begleitet.«
(Ralf Schenk, Film-Dienst 9/2004)

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Dienstag 4.10.2016 – 20 Uhr
70 Jahre DEFA – Eine Reise durch die Jahrzehnte
VERWIRRUNG DER LIEBE
DDR 1959 – 107 Min. – 35mm
Buch & Regie Slatan Dudow
Kamera Helmut Bergmann – Musik Wolfgang Hohensee
Mit Annekathrin Bürger, Angelica Domröse, Willi Schrade, Stefan Lisewski

Die Kunststudentin Sonja ist mit dem Medizinstudenten Dieter zusammen, die Angestellte Siegi mit dem Maurer Edy. So weit, so klar, scheint es – doch ein Faschingsball bringt die Paarkonstellationen in unerwartete Unordnung.

»Der letzte vollendete Film von Slatan Dudow […] löste polemische Diskussionen in der Öffentlichkeit aus, weil propagandistische Klassenkampf-Thesen ausgespart blieben und er stattdessen lange Kuss- oder gar Nacktbadeszenen zeigte. Gerade dadurch aber traf er das Lebensgefühl vieler junger Leute.«
(F. B. Habel, Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme)

»VERWIRRUNG DER LIEBE ist eine leichte und fantasievolle romantische Komödie mit einfallsreichen Kulissen, sinnlichen Intermezzi und lebhafter Musik.«
(Joshua Feinstein, The Triumph of the Ordinary)

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Mittwoch 5.10.2016 – 20 Uhr
70 Jahre DEFA – Eine Reise durch die Jahrzehnte
REISE INS EHEBETT
DDR 1968 – 89 Min. – 35mm
Regie Joachim Hasler
Buch Maurycy Janowski, Joachim Hasler, Claus Hammel
Kamera Joachim Hasler, Hans-Jürgen Reinecke – Musik Gerd Natschinski
Mit Anna Prucnal, Claus Jurichs, Eva-Maria Hagen, Günther Simon, Werner Lierck, Frank Schöbel

Damit sein Bootsmann nicht bei jedem Landgang verhängnisvolle Frauengeschichten anfängt, heuert der Kapitän eines Marinefrachters die Journalistin Eva dazu an, ihm bei einer Handelsreise derart den Kopf zu verdrehen, dass er den Hafen der Ehe ansteuert. Den Plan zu vereiteln droht die blinde Passagierin Marylou, die sich ebenfalls den Bootsmann angeln möchte.

»[…] ich spiel eine Barsängerin in mitternachtsblauem Samt, sozialistisch angehauchte Sexbombe, aus auf Männerfang… […] Titel des Films: REISE INS EHEBETT – ein DDR-Musical. Wo dies Genre jetzt weltweit Konjunktur hat, wollen wir vom Schaum auf der Welle mitnaschen.«
(Eva-Maria Hagen, Brief an Wolf Biermann)

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Im Vorprogramm:
BARFUSS UND OHNE HUT
DDR 1965 – 27 Min. – s/w – 35mm
Regie Jürgen Böttcher
Kamera Christian Lehmann – Musik Gerhard Rosenfeld

»Prerow an der Ostsee, Sommer 1964. Jugendliche, im Urlaub, im Wasser und am Strand herumtollend, redend, sich abends um den Gitarristen und Sänger scharend, sich gegenseitig bewundernd, miteinander gehend, sich liebend – da sind Momente reinen Glücks, fast paradiesisch, versammelt. […] Nach dem Urlaub wartet allerdings wieder ein anderer Alltag, der von Beruf und Ausbildung, auf die Jugendlichen (über den sie auch Auskunft geben).«
(Johannes Beringer, newfilmkritik.de)

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Donnerstag 6.10.2016 – 20 Uhr
70 Jahre DEFA – Eine Reise durch die Jahrzehnte
AUTOMÄRCHEN
DDR 1983 – 98 Min. – 35mm
Buch & Regie Erwin Stranka
Literaturvorlage Jiří Marek
Kamera Helmut Bergmann – Musik Karl-Ernst Sasse
Mit Kurt Böwe, Roman Kaminski, Ramona Hennecke, Marylu Poolman

Drei übernatürliche Geschichten rund ums Auto: Ein Trabifahrer wird von einer Fee zur Raserei verführt, ein Angestellter verkauft einer schwarzen Katze seine Seele für einen extravaganten Wagen, und ein Autoschlosser begegnet einem Geist, der Verkehrsunfälle voraussagen kann.

»Man könnte diesen Film als ›RUMPELSTILZCHEN trifft MAD MAX‹ oder ›J. G. Ballard trifft die Brüder Grimm‹ beschreiben. […] Er ist gleichzeitig bizarr und kommunistisch und wird die Behörden sicherlich irritiert haben. […] Schlimme Dinge passieren, doch sie werden so humorvoll dargeboten, dass man sie kaum registriert: Menschen sterben in Autounfällen, eine Frau explodiert, und ein Mann wird bei lebendigem Leibe verspeist. Wechselweise düster, clever, didaktisch und albern, bietet AUTOMÄRCHEN genug Überraschungen, um jeden Fan sonderbaren Kinos bei Laune zu halten.«
(Jim Morton, eastgermancinema.com)

Im Vorprogramm:
AUTOTRAUM
DDR 1983 – 5 Min. – 35mm
Buch & Regie Thomas Stephan
Kamera Frank Mücke – Musik Addy Kurth

Ein Puppentrickfilm über einen Mann, dessen selbstgebautes Auto ihm nicht gehorchen möchte.

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Freitag 7.10.2016 – 20 Uhr
70 Jahre DEFA – Eine Reise durch die Jahrzehnte
MIRACULI
D 1992 – 105 Min. – 35mm
Buch & Regie Ulrich Weiß
Kamera Eberhard Geick, Johann Feindt – Musik Peter Rabenalt
Mit Volker Ranisch, Katrin Vogt, Martin Umbach, Hans-Peter Minetti, Ulrike Krumbiegel

»Den roten Faden bildet die tragikomische Geschichte eines jungen Mannes, der es nach einem Bagatelldelikt als moralische Buße auf sich nimmt, als ehrenamtlicher Kontrolleur bei der Straßenbahn zu arbeiten. In einer Art betäubendem Traum mit seinen seltsamen, bedrohlichen Verzerrungen der Realität erleben wir Bilder einer universellen Ungewissheit.«
(arsenal-berlin.de)

»Gerade [die] Mehrdeutigkeit der Bilder macht MIRACULI mit seinen grandiosen szenischen Tableaus zu einem bleibenden, wenn auch nicht leicht entschlüsselbaren Kunstwerk.«
(Ralf Schenk, Film-Dienst 22/2009)

»MIRACULI ist einer der interessantesten und vielschichtigsten Filme der Wendezeit, der ihr leider auch zum Opfer fiel und so keinen großen Bekanntheitsgrad erreichen konnte.«
(Barbara Eichinger, Film im Sozialismus – Die DEFA)

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Sonntag 9.10.2016 – 15:15 Uhr
70 Jahre DEFA – Kinderfilme der 1980er
GRITTA VON RATTENZUHAUSBEIUNS
DDR 1985 – 83 Min. – 35mm – FSK 6
Buch & Regie Jürgen Brauer
Literaturvorlage Bettina und Gisela von Arnim
Kamera Jürgen Brauer – Musik Stefan Carow
Mit Nadja Klier, Hermann Beyer, Suheer Saleh, Fred Delmare

In einem alten Schloss lebt die 13-jährige Hochgräfin Gritta zusammen mit ihrem Vater, einem verarmten Erfinder, der all seine Energie auf den Bau einer Thronrettungsmaschine verwendet. Grittas unbeschwertes Dasein gerät in Gefahr, als sie eine neue Stiefmutter bekommt, die sie ins Kloster stecken möchte…

»Dass aus diesem mehr als 100jährigen Märchen von Mutter Bettina und Tochter Gisela von Arnim ein ganz und gar heutiges, herrlich witziges und zudem altersklassenloses Kino-Kunststückchen wurde, ist der heiteren Poetin Christa Kozik und dem stilsicheren Kamera-Regisseur Jürgen Brauer zu danken. Den beiden stand allerdings erstklassiges Personal zur Verfügung.«
(Renate Holland-Moritz, Eulenspiegel 15/1985)

»Das witzige Drehbuch voller skurriler Einfälle und Schabernack sprüht förmlich vor Freiheit und Anarchie. […] Der Film ist ein nostalgisches Kleinod ohne abgedroschene Moral oder propagandistische Zwischenzeilen, ein Stück Kindheit und Jugend aus einer Zeit, in der Kostümbildner noch Gewandmeister hießen.«
(traumfalter-filmwerkstatt.de)

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Dienstag 11.10.2016 – 19:30 Uhr
Grünes Kino – Zum Welttag der seelischen Gesundheit
NICHT ALLES SCHLUCKEN
D 2015 – 87 Min. – digital
Regie Sebastian Winkels, Piet Stolz, Jana Kalms
Buch Piet Stolz, Jana Kalms
Kamera Sebastian Winkels, Harald Mellwig

Jeder Mensch kann in seelische Krisen geraten. Gleichwohl werden psychische Erkrankungen als Makel und Schande erlebt, geheim gehalten und schamvoll versteckt. NICHT ALLES SCHLUCKEN bricht mit diesem Tabu. Psychoseerfahrene Menschen, Angehörige sowie Ärzte und Pfleger erzählen vor der Kamera von ihren Erfahrungen mit Psychopharmaka.

»Eigentlich dürfte es nicht überraschen, dass ein Dokumentarfilm, der von seelischen Krisen und ihrer Behandlung mit Psychopharmaka handelt, Emotionen auslöst. Und doch ist man als Zuschauer von Nicht alles schlucken am Ende nicht nur berührt im herkömmlichen Sinn, man ist schier überwältigt von den Gefühlen, die hier hör- und sichtbar wurden.«
(Barbara Schweizerhof, epd-film)

Anschließend Filmgespräch mit Arndt Klocke und Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen

In Zusammenarbeit mit Grünes Kino mit Arndt Klocke

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Mittwoch 12.10.2016 – 20 Uhr
BLAIR WITCH PROJECT
(THE BLAIR WITCH PROJECT)
USA 1999 – DF – 80 Min. – 35mm
Buch & Regie Daniel Myrick, Eduardo Sánchez
Kamera Neal Fredericks – Musik Antonio Cora
Mit Heather Donahue, Joshua Leonard, Michael C. Williams

Im Jahr 1994 machen sich drei junge Studenten auf in die Wälder von Burkittsville, um eine Dokumentation über die Legende der Hexe von Blair zu drehen. Alle drei verschwinden spurlos, doch ein Jahr später findet man ihr Filmmaterial…

»Die höchste Inten­sität erreicht BLAIR WITCH PROJECT in den Szenen, in denen nichts zu sehen ist. Die voll­kom­mene Dunkel­heit ist im Kino kaum auszu­halten. Das Grauen ereignet sich regel­mäßig auf der Tonspur. Der Film verläßt das visuelle Zeitalter und erwischt den Zuschauer da, wo er sich nicht mehr wehren kann, wo er schutzlos ausge­lie­fert ist. Er kann sich die Ohren zuhalten, aber die Schreie der gequälten Kinder wird er noch immer hören.«
(Andre Grzeszyk, artechock.de)

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Donnerstag 13.10.2016 – 20 Uhr
Kölner Erstaufführung
WEISSE RITTER
D 2015 – 81 Min. – s/w – digital
Buch & Regie Markus Mischkowski, Kai Maria Steinkühler
Kamera KaPe Schmidt – Musik Robert Nacken, Georg Reddig, Haifaboys
Mit Markus Mischkowski, Kai Maria Steinkühler, Steffi Gosejohann, Jens Claßen, Claudia Basrawi

Episode 8 des Kölner Westend-Zyklus:
Die beiden langzeitarbeitslosen Freunde Mike (Markus Mischkowski) und Alfred (Kai Maria Steinkühler) werden von ihrem alten Kumpel Rasto (Jens Claßen) als Mitarbeiter seines neuen Kurierdienstes rekrutiert und sollen wichtige Unterlagen „diskret“ nach Luxemburg bringen. Als Rasto jedoch, gecoacht von einer charmanten Consulterin (Claudia Basrawi), neue Methoden der Personalführung und Mitarbeitermotivation einführt und Alfred sich in die eigenwillige Tramperin Anja (Steffi Gosejohann) verliebt, gerät das Pilotprojekt schnell zu einem unwägbaren Unterfangen.

Eine Roadmovie-Komödie mit postmodernen Prekariern in frühmittelalterlichen Beschäftigungsverhältnissen.

In Anwesenheit von Regisseuren und Team

Weitere Termine
Sonntag 16.10.2016 – 17:15 Uhr
Montag 17.10.2016 – 20 Uhr
Dienstag 18.10.2016 – 20 Uhr
Mittwoch 19.10.2016 – 22 Uhr
Sonntag 23.10.2016 – 17:15 Uhr
Montag 24.10.2016 – 20 Uhr
Dienstag 25.10.2016 – 20 Uhr
Mittwoch 26.10.2016 – 22:15 Uhr
Sonntag 30.10.2016 – 22 Uhr

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Zu Gast im Filmclub 813: The Philip K. Dick European Science Fiction Film Festival

In seiner dritten European-Edition ist das PHILIP K. DICK FILMFESTIVAL dieses Jahr
– neben Rotterdam und Lille – erstmalig in Köln zu Gast und zeigt an zwei Tagen eine Auswahl an ganz besonderen SF-Kurz-Filmen.

Gegründet wurde das Festival 2012 in den USA von Filmemacher Dan Albella und ist dem gedanklichen Erbe von Kultautor Philip K. Dick gewidmet. Dick, vor allem für seine Vorlage zu BLADE RUNNER bekannt, schrieb Science Fiction, die das Genre transzendiert hat und beschäftigte sich mit philosophischen Themen wie der Frage nach Realität oder der Definition des Mensch-Seins.

Mit seinem Festival stellt Albella eine Auswahl von SF-Filmen vor, die im Geiste verwandt sind mit Philip K. Dick. Neben Begegnungen mit Zachary Quinto und Edward James Olmos gibt es auch ein Wiedersehen mit Rutger Hauer.

Alle Filme werden in der Originalfassung und digital gezeigt.

Dan Albella wird persönlich anwesend sein und wir hoffen, dass wir auch einige der Filmemacher begrüßen können.

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Freitag 14.10.2016 – 19:15 Uhr
Block 1: Enter the Zone
Geschichten über Herausforderung, Kampf, Gefahren und Möglichkeiten.
SUBMERGED – GB 2014, 15 Min., Regie Darren Mapletoft
Auf einem U-Boot schlägt ein Teleportations-Experiment fehl und Bourne stellt fest, dass seine Kameraden verschwunden sind.
TALE OF A TINKERER – GB 2016, 12 Min., Regie Ben Hutchinson
Alan bastelt, um die Welt zu verändern. Wird er bekommen, was er erhofft?
ALLIANCE – USA 2016, 14 Min., Regie Kenneth Mader
Ein Team von Spezialagenten, ein Netz von Verschwörungen, UFOs und Aliens…
PHOENIX – D 2014, 13 Min., Regie Florian Frerichs
Ein junger Mann kommt zur Besinnung, als eine junge Frau ihm die wahre Natur der Welt zeigt.
THE PLAGUE DOCTOR – USA / I 2014, 4 Min., Regie Emanuele Mengotti
Als er zu einem alternden Schriftsteller gerufen wird, findet sich ein junger Arzt in einem seltsamen Netz aus Realität, Legende und einer zeitlosen Liebe gefangen.
SHELL – D 2016, 4 Min., Regie Daniel Ahrens
Zwei Jahre lang litt der Vater des Filmemachers an einer seltenen Art Blutkrebs. SHELL ist die filmische Aufarbeitung des Erlebten.
MIKELIS – D 2016, 12 Min., Regie Marc Bethke
Mathematiker Mikelis sitzt in einem Hotelzimmer und wartet auf seinen wahrscheinlich  letzten Besucher.
ADEN – USA 2016, 11 Min., Regie Gary Lee
Ein Mann versucht jenes Kind zu finden, das den Schlüssel zur Zukunft der Menschheit besitzt.

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Freitag 14.10.2016 – 21:15 Uhr
Block 2: The Eschaton, Infinity and Beyond
Surreale, experimentelle und »Out-of-the-Box« Science Fiction.
HYPNOS – FIN 2016, 12 Min., Regie Juho Aittanen
Eine Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen und einem Planeten mit Bewusstsein. Nach einer Geschichte von H.P. Lovecraft.
ART FOR DATA CENTER WORKERS – NL 2016, 12 Min., Regie Eva Pel
Ein kurzer Experimentalfilm über eine imaginäre Kunstausstellung für einen Arbeiter eines Hochsicherheits-Daten-Zentrums in Amsterdam.
T H E A L E P H – A 2016, 9 Min., Regie Cenk Guzelis
Aleph ist ein Punkt im Raum, von wo aus das gesamte Universum verzerrungsfrei beobachtet werden kann. Nach einer Kurzgeschichte von Jorge Luis Borges.
THE SLOW AND THE EVERLASTING – D 2016, 15 Min., Regie Lukas Väth
Nach einem Motorradunfall erlebt Franz eine surreale Reise durch seine Innenwelt.
QUICKENERS – D 2016, 35 Min., Regie Jeremy Shaw
In der fernen Zukunft bewirkt das „Human-Atavismus-Syndrom“ einen Rückfall in das Handeln und Fühlen unserer Ur-Ahnen.
PIPER IN THE WOODS – USA 2016, 7 Min., Regie Matthew Ramirez
Ein Psychologe soll eigenartige Dinge aufklären, die auf einer abgelegenen Forschungsstation geschehen. Nach einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick.

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Samstag 15.10.2016 – 19:15 Uhr
Block 3: Our Posthuman Future
Über die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine…und ihre Konsequenzen.
CLONES – CH 2015, 14 Min., Regie Rafael Bolliger (mit Rutger Hauer)
Irgendwo im Orbit, irgendwann in der Zukunft: Ein Quantenphysiker unterzieht sich einer Tumor-Operation. Wird er nach dem Safety-Backup seines Geistes noch er selbst sein?
FUTURE PERFECT – USA 2014, 11 Min., Regie Nick Citton (mit Zachary Quinto, Robert Baker)
Irgendwo zwischen Jetzt und Dann verweigert ein Zeitreisender seine Befehle und gefährdet damit die Zukunft.
LAIKA STARDUST – I 2016, 15 Min., Regie Antonin Bobò
Ein experimenteller Film über die Technik-Obsessionen einer italienischen Upper-Class-Familie der nahen Zukunft.
IM PERFEKT Ungarn 2016, 12 Min., Regie Zsuzsanna Koszti
Das Jahr 2046. Was wäre, wenn jemand anderes unsere Sinne kontrollierte?
ARENE – DK 2016, 4 Min., Regie Henrik Bjerregaard Clausen
Eine junge Frau findet sich als Gefangene an Bord eines Militärflugzeuges wieder. Als der Kommandeur den Soldaten ihre Identität preisgibt, bricht die Hölle los.
TRUE COPY – RUS 2016, 11 Min., Regie Olga Belova
Igors unkontrolliertes Transformieren in andere Personen zwingt ihn, sich in die einzige Person zu verwandeln, die dies beenden kann.
REALITY+ – F 2014, 22 Min., Regie Coralie Fargeat
Der Chip „Reality+“ verändert deine Sinneswahrnehmungen und ermöglicht es dir, dich in deinem Traumkörper zu sehen und zu fühlen.

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Samstag 15.10.2016 – 21:15 Uhr
Block 4: Humanity Prevails
Über das Bestehen des menschlichen Geistes im Angesicht von Not und Transformation.
LITTLE HERO – D 2016, 15 Min., Regie Andreas Volmari
In Angst vor dem Ungewissen liegt ein Junge mit Krebs im Endstadium im Krankenhaus. Ein alter Freund lehrt ihn, den Tod nicht zu fürchten.
THE ART OF HUMAN SALVAGE – USA 2014, 9 Min., Regie Dempsey Tillman (mit Edward James Olmos)
Um jeden Preis muss ein Junge vor seiner Hinrichtung bewahrt werden.
SEEDS – GB 2016, 12 Min., Regie Guillaume Fradin
Eine junge Astronautin trainiert für die erste Expedition zum Mars.
LONELINESS – MEX 2016, 6 Min., Regie Faustino Alanis
Die Einsamkeit sinniert über ihre Mission auf Erden und über ihre Beziehung zu den Menschen.
NIRVANA BLOSSOM – D 2016, 36 Min., Regie Mario Schuster
Bender lebt in unendlicher Langeweile. Als ein seltsames Päckchen auftaucht, wird alles anders…
GHENGHIS KHAN CONQUERS THE MOON – USA 2015, 17 Min., Regie Kerry Yang
Nach einer Begegnung mit einem Magier findet sich Dschingis Khan auf dem Mond wieder und erkennt hier die absurde Kluft zwischen seinen Wünschen und der Stille des Universums.

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Zusatzprogramm: Virtual Reality »Immersive Experience«
DEAD HEAD – USA 2016, 3 Min., Regie Ben Leonberg
I, PHILIP – F 2015, 14 Min., Regie Pierre Zandrowicz
SONAR – D 2014, 6 Min., Regie Philipp Maas und Dominik Stockhausen
I’LL MAKE YOU BLEED – USA 2016, 3 Min., Regie Ryan Hartsell

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Sonntag 16.10.2016 – 15:15 Uhr
70 Jahre DEFA – Kinderfilme der 1980er
FELIX UND DER WOLF
DDR 1987 – 72 Min. – 35mm – FSK 0
Regie Evelyn Schmidt
Buch Sylvia Kabus
Kamera
Claus Neumann – Musik Reinhard Lakomy
Mit Hermann Beyer, Nico Wohllebe, Ulrike Krumbiegel, Joachim Lätsch, Nico Thorenz

»Ein altes Mietshaus wird rekonstruiert, mit viel Aufregung und Arbeit für die Bewohner. Die alte Frau Goldberg möchte das nicht auf sich nehmen und zieht um. Der siebenjährige Felix hilft ihr beim Räumen und bekommt eine Kiste mit altem und wertvollem Spielzeug geschenkt, die auf dem Boden steht. Er und seine Freunde hüten sie wie einen Schatz. Seine Eltern sind gestresst, er will sie nicht bitten, die Kiste herunterzuholen. Nur ein Zauberpferdchen nimmt er mit in die Wohnung. Herr Wolf, der Klempner, interessiert sich ebenfalls für das Spielzeug. Er bietet Felix zwanzig Mark dafür an, doch der Junge lehnt ab. Herr Wolf will das Spielzeug an sich bringen, um es im Antiquitätengeschäft zu verkaufen, Felix aber ist schneller…«
(Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946-1992)

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Spätestens nachdem 1988 der letzte Opel Manta das Fließband verließ, wurde das hauptsächlich im proletarischen Milieu verortete Auto zum fahrenden Klischee, und eine Zeit lang waren Manta-Witze in aller Munde. Kurz bevor deren Zenit schon wieder überschritten war, wusste auch die deutsche Filmindustrie noch ihr Kapital daraus zu schlagen und brachte im Abstand von nur zwei Wochen gleich zwei konkurrierende Filme zum Thema heraus: Am 19.09.1991 startete die Hanno-Huth-Produktion MANTA – DER FILM, am 03.10.1991 folgte Bernd Eichinger mit MANTA MANTA. 25 Jahre später wagen wir eine Rückschau auf dieses tiefergelegte Kapitel deutscher Filmgeschichte.

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Sonntag 16.10.2016 – 19:15 Uhr
Manta vs. Manta
MANTA – DER FILM
D 1991 – 92 Min. – 35mm
Regie Peter Timm
Buch Michael Arnal, Xaõ Seffcheque
Kamera Otto Kirchhoff – Musik Andreas Dorau
Mit Sebastian Rudolph, Nadeshda Brennicke, Jophi Ries, Christoph Zapatka, Dieter Pfaff, Ralf Richter

Fahranfänger Fred wünscht sich sehnlichst einen Golf GTI. Doch ausgerechnet ein Manta ist es, den er bei einer Tombola gewinnt und der ihn sein Ansehen und sogar seine Freundin Tina kostet. Nun ist es die Aufgabe des örtlichen Manta-Clubs, Freds Selbstbewusstsein wieder aufzubauen.

»[…] keine Frage […], dass Peter Timm, der schon mit seinem Film GO TRABI GO ein vorwiegend jugendliches Publikum begeistern konnte, auch mit seinem zweiten Auto-Film eine sympathische, passagenweise witzige, dabei milieugetreue Arbeit realisiert hat. Vor allem, er ist der naheliegenden Gefahr entraten, Manta-Witz an Manta-Witz zu reihen […].«
(Filmdienst)

Gastauftritte haben unter anderem Dieter Thomas Heck, der hier den von ihm gelernten Beruf des Autohändlers ausüben darf, und Helge Schneider, der seinen Supersong ›Ladiladiho‹ zum Besten gibt.

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Mittwoch 19.10.2016 – 20 Uhr
Ciné-Club: Henri Verneuil
VOR SALONLÖWEN WIRD GEWART
(LES LIONS SONT LÂCHÉS)
F/I 1961 – DF – 98 Min. – s/w – 35mm
Regie Henri Verneuil
Buch France Roche, Michel Audiard – Literaturvorlage Nicole
Kamera Christian Matras – Musik Georges Garvarentz
Mit Jean-Claude Brialy, Claudia Cardinale, Danielle Darrieux, Michèle Morgan, Lino Ventura

Enttäuscht von ihrer Ehe und gelangweilt vom Leben in der französischen Provinz reist Albertine (Claudia Cardinale) nach Paris und wird dort von ihrer Freundin Cécile (Michèle Morgan) in das frivole Leben der besseren Gesellschaft eingeführt.

Die Protagonistinnen von Verneuils eleganter Gesellschaftskomödie wollen Mal sehen, ob die Männer noch Löwen sind  – so auch der deutsche Titel der Romanvorlage. Stargespickt ist die Verfilmung nicht nur in den Hauptrollen: Selbst Charles Aznavour absolviert einen kleinen Gastauftritt.

»Die kluge Adaption eines von Françoise Parturier und Josette Raoul-Duval unter dem Pseudonym Nicole verfassten erotischen Buches, ist eine leichte, fröhliche, turbulente und doch dramatische Satire auf die Pariser High Society.«
(lefilmguide.com)

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Donnerstag 20.10.2016 – 20 Uhr
Zum 90. Geburtstag von Klaus Kinski (* 18.10.1926)
MEIN LIEBSTER FEIND
D/GB/USA 1999 – 99 Min. – 35mm
Buch & Regie Werner Herzog
Kamera Peter Zeitlinger – Musik Popol Vuh

Werner Herzog dokumentiert seine Hassliebe zu Klaus Kinski.

»Schicksalhaft – mit weniger würde sich Werner Herzog wohl kaum zufrieden geben, wenn es darum ginge, seine Beziehung zu Klaus Kinski mit einem Wort zu kennzeichnen.
[…] So beginnt Herzogs Dokumentarfilm über seinen Schicksalspartner Kinski in eben jener Wohnung, deren neue Mieter, ein gutbürgerliches Ehepaar, allerdings ziemlich sprachlos auf Herzogs Erzählungen reagieren. Herzog kümmert das wenig, er genießt, hier wie über die ganze Länge des Films, das Schwelgen in Geschichten über den grotesken und einmaligen Menschen Kinski. Schließlich erzählen all diese Geschichten auch etwas über ihn, Herzog, selbst: Auch dieser, das soll der Film durchaus implizieren, balancierte stets, auf seine Weise, zwischen Genie und Wahnsinn und ist insofern der exaltierten Kultfigur Kinski mindestens ebenbürtig.«
(Oliver Rahayel, Filmdienst)

*****

Samstag 22.10.2016 – 19:30 Uhr
Zu Gast im Filmclub 813: New Generations – Independent Indian Film Night
BROWN ANGELS
D/IND 2016 – 41 Min. – digital
Regie Shiny Jacob Benjamin
Buch Paul Zacharia – Kamera Shivakumar L S – Musik Chandran V

Der Dokumentarfilm (ein Re-Edit von TRANSLATED LIVES) erzählt die Geschichte der Einwanderung indischer Krankenpflegekräfte nach Deutschland. Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre kamen etwa 5.000 junge indische Frauen nach Deutschland. Sie mussten sich mit neuen Lebensumständen in einer völlig fremden Kultur auseinandersetzen. Dieser Integrationsprozess wird aus indischer und deutscher Perspektive dargestellt und analysiert. Es entsteht eine Situationsbeschreibung der indischen Krankenschwestern der ersten Generation heute.

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20:30 Uhr
MASAAN
F/IND 2015 – 103 Min. – OmeU – digital
Regie Neeraj Ghaywan
Buch Varun Grover
Kamera
Avinash Arun – Musik Bruno Coulais, Indian Ocean
Mit Richa Chadha, Sanjay Mishra, Vicky Kaushal, Pankaj Tripathy

Benares, die heilige Stadt an den Ufern des Ganges, bestraft jene gnadenlos, die sich nicht um ihre Traditionen und Gebräuche scheren. Da ist Deepak, der unglücklich in ein Mädchen aus einer höheren Kaste verliebt ist, Devi, deren Liebhaber nach einem Rendezvous spurlos verschwand, ihr Vater Pathak, ein Opfer der Korruption und schließlich noch Jhonta, der seine Familie sucht. Alle vier hoffen auf eine bessere Zukunft und ahnen nicht, wie eng ihre Schicksale miteinander verknüpft sind.

*****

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Sonntag 23.10.2016 – 15:15 Uhr
70 Jahre DEFA – Kinderfilme der 1980er
DER DRACHE DANIEL
DDR 1989 – 79 Min. – 35mm – FSK 0
Regie Hans Kratzert
Buch Katrin Lange, Hans Kratzert
Kamera
Eberhard Borkmann – Musik Reinhard Lakomy
Mit Jens Sander, Gunnar Helm, Kathrin Waligura, Jörg Schüttauf, Gert-Hartmut Schreier

»Der achtjährige Daniel lebt allein mit seinem Vater. Sie verstehen sich gut, doch Daniel vermißt die Mutter und sieht in der Lehrerin Sommerfeld einen Ersatz. Nach einem Schulausflug zur Drachenhöhle erfährt er, dass die Lehrerin heiraten und den Ort verlassen will. In der Werkstatt des alten Meisters Mandelkow stiehlt er eine Zauberpfeife, die Wünsche erfüllt. Daniel verwandelt sich in einen Drachen und entführt Fräulein Sommerfeld in die Höhle…«
(Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946-1992)

»Humorvoll erzählter Kinderfilm mit hübschen Tricks, der neben seiner fantastischen Ebene auch die Alltagswelt der Kinder einbezieht.«
(Lexikon des Internationalen Films)

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Sonntag 23.10.2016 – 19:15 Uhr
Manta vs. Manta
MANTA MANTA
D 1991 – 91 Min. – 35mm
Regie Wolfgang Büld
Buch Stefan Cantz
Kamera Roland Willaert – Musik Stefan Will
Mit Til Schweiger, Tina Ruland, Stefan Gebelhoff, Sabine Berg, Michael Kessler

Bertie, glücklicher Besitzer eines getunten Mantas, willigt in einem Anflug von Übermut in ein Rennen mit Mercedes-Yuppie Axel ein. Siegessicher wettet er dabei um das Geld, das eigentlich für eine gemeinsame Wohnung mit seiner Freundin Uschi gedacht war.

Regisseur Wolfgang Büld begann seine Karriere mit Punk-Filmen und ist auch heute wieder im Underground-Sektor unterwegs, bewies jedoch schon 1983 als Regisseur des rauschhaften Teenie-Musicals GIB GAS, ICH WILL SPASS, dass er auch ein Händchen für zeitgeistorientiertes Kommerzkino hat. Mit MANTA MANTA startete er die Kinokarriere des zuvor nur aus der LINDENSTRASSE bekannten Til Schweiger.

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Mittwoch 26.10.2016 – 20 Uhr
Boulevard der Erinnerung: Arthur Hiller († 17.8.2016) und Gene Wilder († 29.8.2016)
TRANS-AMERIKA-EXPRESS
(SILVER STREAK)
USA 1976 – DF – 114 Min. – 35mm
Regie Arthur Hiller
Buch Colin Higgins
Kamera
David M. Walsh – Musik Henry Mancini
Mit Gene Wilder, Jill Clayburgh, Richard Pryor, Patrick McGoohan, Richard Kiel

Der schüchterne und tollpatschige Gartenbuchverleger George Caldwell (Gene Wilder) stolpert bei einer Eisenbahnfahrt von Los Angeles nach Chicago in das Abenteuer seines Lebens: Erst erlebt er den siebten Himmel mit einer Zufallsbekanntschaft, dann wird er Zeuge eines Mordes. Nur glaubt ihm das niemand, denn eine Leiche gibt es nicht…

Gene Wilder wird im weiteren Verlauf gleich mehrfach aus dem fahrenden Zug geschmissen. Je öfter er versucht, den Zug danach wieder einzuholen, desto rasanter, aber auch absurder wird die Hetzjagd. Und wenn er dann zum ersten Mal in seiner Laufbahn auf seinen kongenialen Partner Richard Pryor trifft, gibt es kein Halten mehr. Arthur Hiller inszeniert das ausgesprochen charmant, bewegt sich leichtfüßig zwischen mehreren Genres und bedient sich beim damals angesagten Katastrophenfilm ebenso wie beim unübersehbaren Vorbild Alfred Hitchcock.

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Freitag 28.10.2016 – 20 Uhr
Dirty Pictures präsentiert…
Die gnadenlose Welt des Italowestern – Raritäten aus dem Cinerama Verleih

Der Cinerama Verleih schlitterte bereits im Jahr 1977 in die Pleite, 35mm-Kopien aus dem Archiv sind daher bis heute unter Sammlern sehr begehrt. Wir zeigen zwei lange verschollen geglaubte Italowestern, deren Farben leider gealtert sind.

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SEIN STECKBRIEF IST KEIN HEILIGENBILD
(EL HOMBRE QUE MATÓ A BILLY EL NINO)
I/E 1967 – DF – 85 Min. – 35mm
Regie Julio Buchs
Buch Julio Buchs, Federico de Urrutia, Carlo Veo
Kamera Miguel F. Mila – Musik Gianni Ferrio
Mit Peter Lee Lawrence, Fausto Tozzi, Dyanik Zurakowska, Gloria Milland

Der junge Billy (Peter Lee Lawrence) gerät auf die schiefe Bahn, nachdem er seine Mutter vor einer drohenden Vergewaltigung rettet und den Peiniger dabei von hinten ersticht. Nach seiner Flucht wird er zum Pferdedieb, zum Revolverhelden, zum Desperado. Das Schicksal nimmt seinen Lauf …

Hinter dem reißerischen deutschen Titel verbirgt sich die spanisch-italienische Variante der berühmten Billy the Kid-Legende. Inszeniert wurde dieses Westerndrama durch den Genrespezialisten Julio Buchs (UM SIE WAR DER HAUCH DES TODES), im deutschen veredelt durch eine »spezielle« Synchronisation aus dem Hause Karlheinz Brunnemann.

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RANCHEROS
(LA DILIGENCIA DE LOS CONDENADOS)
I/E 1970 – DF – 90 Min. – 35mm
Regie Juan Bosch
Buch Luciano Martino, Ignacio F. Iquino, Juliana San José de la Fuente
Kamera Luciano Trasatti – Musik Enrique Escobar
Mit Richard Harrison, Fernando Sancho, Erika Blanc, Bruno Corazzari

Der Spanier Juan Bosch (EXORCISMO, DIE HEISSE NACHT DER KILLER) setzte seinen ersten Italowestern wie ein Kammerspiel in Szene. Der überwiegende Teil der Handlung spielt in der beklemmenden Atmosphäre einer Poststation. Dort terrorisieren Banditen die Passagiere einer Postkutsche, weil sie unter ihnen den einzigen Augenzeugen eines Mordes vermuten. Eine ungewöhnliche Variante des Western, welche in ähnlicher Form erst kürzlich von Quentin Tarantino wieder aufgegriffen wurde.

Erst kürzlich ist die vermutlich einzige erhaltene deutsche 35mm-Kopie aufgetaucht, die wir nun erstmals zeigen.

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Sonntag 30.10.2016 – 19:15 Uhr
HÄSCHEN IN DER GRUBE
BRD 1969 – 94 Min. – 35mm
Buch & Regie Roger Fritz
Kamera Rüdiger Meichsner – Musik Uli Röver
Mit Helga Anders, Anthony Steel, Françoise Prévost, Ray Lovelock

»Francoise Prevost spielt die traurigschön-kaputte, elegante Gattin eines angespannten Jet Set Dirigenten, die schockstarr die sich entwickelnde, inzestuöse Beziehung ihres Mannes zur gemeinsamen Tochter wahrnimmt. Das eigentlich Unerträgliche und Absurde wird zur Regel und zum Alltag, den man sich trotzdem schön/anspruchsvoll-unterhaltsam zu machen versucht: ein Erfolgsgeheimnis bürgerlichen Lebens. Sie sind in Umbrien, während eines Musikfestivals, und das Mädchen (Helga Anders) wird von ihnen künstlich wie ein Kind gehalten, damit der Inzest als rein väterliche Zärtlichkeit durch- und weitergehen kann. Der Film erzählt das wie eine leichtfüßige, einspinnende, vieldeutige Geschichte. Rätselhaft, und nicht beschönigend; auch Märchen und Mythen sind ja voller grausam triebhafter, egomanischer, verblendeter Könige.«
(Silvia Szymanski, Hard Sensations)

Im Vorprogramm:
VERSTUMMTE STIMMEN
BRD 1962 – 13 Min. – s/w – 35mm
Regie Roger Fritz
Buch Karlheinz Knuth – Kamera Herbert Rimbach

»Maueransichten unterlegt mit Stimmen – Szenen von Leben, die es so an diesem Ort nicht mehr geben wird. Fast verträumt wirkt das manchmal, gar nicht wütend, eher gefasst, geduldig. Andere Zeiten könnten kommen…«
(Festival del film Locarno)

In Anwesenheit von Roger Fritz

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Montag 31.10.2016 – 20 Uhr
Filmmuseum Düsseldorf präsentiert…
AMERICAN PSYCHO
USA/CDN 2000 – OF – 98 Min. – 35mm
Regie Mary Harron
Buch Mary Harron, Guinevere Turner (nach dem Roman von Bret Easton Ellis)
Kamera Andrzej Sekuła – Musik John Cale
Mit Christian Bale, Willem Dafoe, Jared Leto, Reese Witherspoon, Chloë Sevigny

»AMERICAN PSYCHO ist ein Film über einen Seri­en­killer, aber kein Seri­en­killer-Film geworden. Auf Suspense setzt Harron nicht, vielmehr wird damit gespielt, daß man das Buch kennt, daß man weiß, daß Bateman ein Killer ist, und daß er nicht erwischt werden wird, schließ­lich daß man die 80er Jahre kennt. Keine Main­stream-Konzes­sionen.
In klini­scher Kälte zeigt der Film mora­li­sche Korrup­tion, Gier, Kons­um­fe­ti­schismus. Statt eines Thrillers oder einer Psychostudie entstand so eine düstere Komödie, die es vermeidet, allzuviel Gewalt zu zeigen. Gele­gent­lich fühlt man sich an Kubricks Clockwork Orange erinnert, doch der Ton bleibt ein ganz eigener.«
(Rüdiger Suchsland, artechock.de)

Im Vorprogramm
DER LUSTMÖRDER
BRD 1968 – 10 Min. – 35mm
Buch & Regie Bernd Upnmoor
Kamera Sigrun Koeppe – Musik Gerhard Trede
Mit Horst Goetzmann, Jutta Schlichting, Peter Maar, Heinz Lützow

Einführung: Thomas Ochs, Filmmuseum Düsseldorf

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