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Donnerstag 23.3.2017 – 20 Uhr
Peeping De Palma
SISTERS
(DIE SCHWESTERN DES BÖSEN)
USA 1973 – OF – 92 Min. – 35mm
Buch & Regie Brain De Palma
Kamera Gregory Sandor – Musik Bernard Herrman
Mit Margot Kidder, Jennifer Salt, Charles Durning, William Finley

Die Journalistin Grace beobachtet einen Mord in der Nachbarwohnung. Da die Polizei jedoch keine Spuren entdeckt, stellt sie selbst Nachforschungen an und entdeckt, dass die Mieterin Danielle einst unter dramatischen Umständen von ihrer siamesischen Zwillingsschwester Dominique getrennt wurde.

»SISTERS ist ein wildes Kind der 70er, das bereits vieles im Keim enthält, was De Palma später berühmt machen und das er bis zum heutigen Tage immer weiterentwickeln sollte. Ein echter Rohdiamant eben.«
(Gregor Torinus, FILMTIPPS.at)

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Samstag 25.3.2017 – 20 Uhr
Peeping De Palma
CARRIE
(CARRIE – DES SATANS JÜNGSTE TOCHTER)
USA 1976 – OF – 98 Min. – 35mm
Regie Brian De Palma
Buch Lawrence D. Cohen – Literaturvorlage Stephen King
Kamera Mario Tosi – Musik Pino Donaggio
Mit Sissy Spacek, Piper Laurie, Amy Irving, Nancy Allan, John Travolta

Als die schüchterne Carrie ihre erste Menstruation hat, gerät sie in Panik. Ihre Mutter hält das Blut in ihrem religiösen Wahn für Teufelswerk, und ihre Mitschüler hänseln sie. Doch je mehr sie in die Ecke gedrängt wird, desto stärker wird eine Kraft in Carrie …

»Hier fährt De Palma alles auf: Schier endlose Kamerafahrten, durch die man unentrinnbar immer tiefer in das Geschehen auf der Leinwand hinein gesogen wird. De Palmas einzigartiges Spiel mit der Wahrnehmung: Die verhängnisvolle Fehlinterpretation einer Beobachtung durch einen weiteren Beobachter. Der Beobachter und damit der Zuschauer wird in CARRIE selbst zum Täter. Dann die beängstigende Ruhe vor dem Sturm, das Anhalten des Atems, unerträgliche Spannung in Slow-Motion. Schließlich die Katastrophe, der große Knall, das Chaos, das sich in einem gewaltigen Split-Screen-Gewitter entlädt.«
(Gregor Torinus, FILMTIPPS.at)

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Sonntag 26.3.2017 – 19:15 Uhr
Boulevard der Erinnerung: Werner Nekes († 22.1.2017)
ULIISSES
BRD 1982 – 94 Min. – 35mm
Buch & Regie Werner Nekes
Literaturvorlage Homer, James Joyce, Neil Oram
Kamera Bernd Upnmoor – Musik Anthony Moore, Helge Schneider
Mit Armin Wölfi, Tabea Blumenschein, Russel Derson, Shezad Addams

»Ein Tag im Leben eines Fotografen im Ruhrgebiet; ein Fotomodell träumt von einer Karriere als Film-Star; ein junger Engländer ist unterwegs, um unsere Welt kennenzulernen.«
(Filmdienst)

»Wir begegnen Groucho Marx und Helmut Schmidt, wir treffen das versprengte Personal aus der ›Odyssee‹ des Homer, aus dem ›Ulysses‹ von James Joyce und aus Neil Orams experimentellem Theaterstück ›The Warp‹. […] Aber ULIISSES […] erweist sich auch als Schelmenstück, als erotisches Abenteuer. […] Werner Nekes, ein großer Zauberer und Erfinder, der in seiner Werkstatt in Mülheim an der Ruhr immer neue Maschinen und optische Tricks ersinnt, arbeitet mit Phosphor-Staub, Laser-Strahl und computergesteuerten Bildschaltungen: ›die Welt als kinematographisches Vexierbild‹ (Nekes). Es gibt keine einzige filmische Technik, die in diesem Film nicht vorkäme.«
(Hans-Christoph Blumenberg, Die Zeit)

Vorfilm:
JÜM-JÜM
BRD 1967 – 9 Min. – 16mm
Regie: Werner Nekes, Dore O.

Mit einer Einführung von Daniel Kothenschulte

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Montag 27.3.2017 – 20 Uhr
VER/ORTUNG/EN: Sehnsuchtsort – Anhaltender Übergang
LES SAUTEURS – THOSE WHO JUMP
Regie Moritz Siebert, Estephan Wagner, Abou Bakar Sidibé, 2016, 79 Min.

‚Die, die Springen‘ leben auf dem Berg Gurugu an der marokkanischen Grenze und beobachten von dort die spanische Enklave Melilla. Ihr Ziel ist es, über den Hochsicherheitszaun zu klettern, der sie von ihrem Sehnsuchtsort Europa trennt. Immer wieder sprechen sie in dem regelmäßig von der Polizei zerstörten Camp über ihre Träume, Ängste und Zukunft. Abou Bakar Sidibé, der seit 14 Monaten in dem Lager lebt, hat die Kamera von den beiden Filmemachern Moritz Siebert und Estephan Wagner erhalten. Durch seine Augen erleben wir eine hierarchische Gemeinschaft. Nach und nach findet er Gefallen daran, Bilder zu erzeugen und sich mit der Kamera auszudrücken. Er spürt, dass er existiert, weil er filmt. Und er lässt uns zu Augenzeugen des Lebens auf dem Berg werden – kurz vor dem Sprung.

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Mittwoch 29.3.2017 – 20 Uhr
Alternative Fakten“
AUFSTAND DER TIERE
(ANIMAL FARM)
GBR 1954 – DF – 71 Min. – 35mm
Regie Joy Batchelor, John Halas
Buch Joy Batchelor, John Halas, Borden Mace, Philip Stapp, Lothar Wolff
Literaturvorlage George Orwell
Kamera Sid Griffiths, John Gurr, William Traylor, Roy Turk
Musik Matyas Seiber

Nachdem sie sich von ihrem tyrannischen Bauern befreit haben, leben die Tiere friedlich zusammen und der Hof blüht auf. Doch schon bald errichten die Schweine eine neue Schreckensherrschaft. Denn auch wenn alle Tiere gleich sind, sind einige gleicher…

Der tatsächlich von der CIA mitfinanzierte ANIMAL FARM ist nicht nur als Film erstaunlich zeitlos geblieben. Auch seine im Gewand des vermeintlich niedlichen Animationsfilms vermittelte Botschaft ist aktueller denn je. Wie könnte man auch einen Diktator treffender zeichnen denn als verfressenes Schwein.

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Donnerstag 30.3.2017 – 20 Uhr
Boulevard der Erinnerung: David Hamilton († 25.11.2016)
DIE GESCHICHTE DER LAURA M.
(LAURA, LES OMBRES DE L’ÉTÉ)
FRA 1979 – DF – 90 Min – 35mm
Regie David Hamilton
Buch Joe Morhaim, André Szots
Kamera Bernard Daillencourt – Musik Patrick Juvet
Mit Maud Adams, Dawn Dunlap, James Mitchell, Pierre Londiche, Anja Schütte

Die junge Laura verliebt sich in den deutlich älteren Bildhauer Paul Thomas. Sie weiß nicht, dass er der ehemalige Liebhaber ihrer Mutter ist und sie ihm früher Modell gestanden hat. Eine unausgesprochene Konkurrenzsituation entsteht, als er eine Skulptur von ihr anfertigt…

»David Hamilton liefert mit LAURA, LES OMBRES DE L’ÉTÉ nach BILITIS sein zweites Werk ab und weiß durchaus mit seinen ästhetischen Eindrücken zu überzeugen, die mehr wie eine Aneinanderreihung von bewegten Bildern wirken, denn wie ein flüssig vorangetriebener Plot. Das mag neben seiner sehr verklärt wirkenden Bildästhetik vielleicht auch gerade das Reizvolle an seinen Filmen sein, denn letztendlich ist Hamilton vielmehr Fotograf als Regisseur. […] Seine Filme wirken, als ob sie mit einem feinen Aquarell-Pinselstrich aufgetragen worden wären.«
(morbid@ngel, ofdb.de)

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Freitag 31.3.2017 – 20 Uhr
Dirty Pictures präsentiert…die gnadenlose Welt des Italowestern – Django-Retrospektive (Teil 1)

Inspiriert durch den großen Erfolg von Sergio Corbuccis wegweisendem Klassiker DJANGO werden bis heute vornehmlich Italowestern – aber auch andere Filme mit dem Ur-Django Franco Nero – unter diesem Etikett vermarktet. Die Kreativität deutscher Filmverleihe kannte kein Limit, wenn es darum ging den Namen Django irgendwie unterzubringen. Wir zollen diesem Kult mit einer kleinen Filmreihe Tribut und starten mit zwei raren und schön erhaltenen Filmkopien in feinstem Technicolor und breitem Techniscope.

DJANGO SPRICHT DAS NACHTGEBET
(IL SUE NOME GRIDAVA VENDETTA)
ITA 1968 – DF – 94 Min. – 35mm
Regie Mario Caiano
Buch  Mario Caiano, Tito Capri
Kamera Enzo Barboni – Musik Robby Poitevin
Mit Anthony Steffen, William Berger, Ida Galli, Claudio Undari

Davy Flanagan (Anthony Steffen) kämpft gegen einen im Bürgerkrieg erlittenen Gedächtnisverlust. Nur langsam kehren seine Erinnerungen zurück. Auf der Suche trifft er u.a. auf den zwielichtigen Sam Kellogg. Dieser düstere und brutale Italowestern von Mario Caiano (EINE BAHRE FÜR DEN SHERIFF) wurde seit der Kinoauswertung nicht mehr im originalen Bildformat aufgeführt.

DJANGO – NUR DER COLT WAR SEIN FREUND
(DJANGO SPARA PER PRIMO)
ITA 1966 – DF – 87 Min. – 35mm
Regie Alberto de Martino
Buch Massimo Capriccioli, Tito Carpi, Sandro Continenza, Alberto De Martino, Vincenzo Flamini, Giovanni Simonelli Kamera Riccardo Pallotini
Musik Bruno Nicolai
Mit Glenn Saxon, Fernando Sancho, Ida Galli, Erica Blank

Im zweiten Film des Abends sehen wir den Holländer Glenn Saxon in der Rolle des Django. Entgegen des anders verlautenden Filmtitels hat der Sympathikus viele Freunde. Und zusammen mit Kumpel Fernando Sancho darf er im Städtchen Silver Creek kräftig aufräumen, nachdem er eigentlich ›nur‹ das Kopfgeld für seinen Vater kassieren wollte…

Alberto de Martinos wohl bester Beitrag zum Genre. Der teils schon im Original vorhandene schwarze Humor und Zynismus wurde durch die deutsche Synchronisation aus dem Hause Karlheinz Brunnemann noch einmal verfeinert.

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Sonntag 2.4.2017 – 19:15 Uhr
Filmmuseum Düsseldorf präsentiert…
THELMA & LOUISE
USA 1991 – DF – 129 Min. – 35 mm
Regie Ridley Scott
Buch Callie Khouri
Kamera Adrian Biddle – Musik Hans Zimmer
Mit Susan Sarandon, Geena Davis, Harvey Keitel, Michael Madsen, Stephen Tobolowsky, Brad Pitt

Susan Sarandon als Louise und Geena Davis als Thelma sind auf der Flucht durch den Westen der USA. Harvey Keitel gibt den Detective Hal Slocumb – einfühlsam und zum Reagieren verdammt. Er ermittelt und muss zusehen, wie das Frauenpaar sich in den Abgrund stürzt. Ohne die Möglichkeit etwas daran zu verhindern, ist er gleichzeitig der Einzige in einer verrohten Männerwelt – die in Scotts Film vielschichtig aufgefächert wird -, der zu verstehen scheint, was die Frauen auf ihrem Trip und in ihrem Leben durchgemacht haben.

Hier deutet sich an, wodurch Keitel in den folgenden Jahren seinen internationalen Durchbruch schaffte – ein doppelgesichtiger Mann, der scheinbar abgehärtete Typus mit Hang zur Sensibilität. Ein Appetizer zur Filmreihe Harvey Keitel, der Schmerzensmann (6.5. bis 26.5.2017) in der Black Box des Düsseldorfer Filmmuseums.

Im Vorprogramm
ROTKÄPPCHEN. EIN MODERNES MÄRCHEN
BRD 1957 – 10 Min. – s/w – 35mm
Regie Charles Wilp

Rotkäppchen einmal anders. Der Wolf ist hier ein Rolls Royce. In den Straßen des swinging London kann viel passieren, selbst die Großmutter kann überfahren werden.

Wie kaum ein Zweiter beeinflusste Charles Wilp die Kunst- und Werbeszene Düsseldorfs. Bekannt wurde der 2005 verstorbene Künstler vor allem durch seine Werbeclips für Afri-Cola und VW.

Einführung: Thomas Ochs, Filmmuseum Düsseldorf

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Dienstag 4.4.2017 – 20 Uhr
Boulevard der Erinnerung: John Hurt († 27.1.2016)
1984
(NINETEEN EIGHTY-FOUR)
GB 1984 – DF – 106 Min. – 35mm
Buch & Regie Michael Radford
Literaturvorlage George Orwell
Kamera Roger Deakins – Musik Eurythmics, Dominic Muldowney
Mit John Hurt, Richard Burton, Suzanna Hamilton

Im Jahre 1984 arbeitet Winston Smith (John Hurt) für das Ministerium für Wahrheit von Ozeanien, und verändert historische Fakten nach den Vorgaben des Big Brother. Unter ständiger Überwachung durch die Gedankenpolizei beginnt Smith am System zu zweifeln und beginnt eine Liaison mit Parteigenossin Julia, womit er ein doppeltes ›Gedankenverbrechen‹ begeht. Der Spion O’Brien (Richard Burton in seiner letzten Rolle) verrät ihn und bringt ihn mittels Folter zur Systemkonformität zurück.

Die orwellsche Vision eines totalitären Überwachungsstaates, in dem ein Regime propagiert, dass Freiheit Sklaverei und Unwissenheit Stärke sei, hat nicht zuletzt durch die aktuellen Entwicklungen in den USA eine neue, beklemmende Bedeutung erlangt. Radfords Verfilmung hält sich eng an die orwellsche Romanvorlage und inszeniert sie als düsteres Kammerspiel. Visuell nimmt er Bezug auf die Zeit der Entstehung des Buches – 1948.

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BESONDERS WERTLOS
19. FESTIVAL DES DEUTSCHEN PSYCHOTRONISCHEN FILMS

Ob auf der Berlinale oder dem Filmfestival in Locarno, ob auf der Leinwand oder im TV: Die Aufarbeitung der geheimen Geschichte des deutschen Films ist allgegenwärtig. Zu den Pionieren dieser kulturellen Archäologie gehört das BESONDERS WERTLOS- Festival des deutschen psychotronischen Films. Abseitiges und Vergessenes, Unterschlagenes und Verdrängtes – seit beinahe zwei Jahrzehnten gehört BESONDERS WERTLOS zu den festen Institutionen cineastischer Forschungsarbeit und zeigt auch 2017 wieder ein breites Panorama psychotronischen Filmschaffens.

Zu den Höhepunkten gehört die Weltpremiere von Oliver Schwehms Dokumentation HALLO… HIER SPRICHT PETER THOMAS, die sich dem bekanntesten Filmkomponisten Deutschlands widmet, der mit seinen Soundtracks die klangliche Untermalung von Filmen nachhaltig verändert hat. Regisseur Schwehm und die Legende Peter Thomas selbst sind bei uns zu Gast, bevor wir mit DER ZINKER eine der legendären Edgar Wallace-Verfilmungen mit Thomas-Soundtrack endlich wieder im Kino zugänglich machen.

Am Donnerstag präsentieren Regisseur Felix Gerbrod und Hauptdarsteller Jens Grabarske ihren FILMRISS!, eine satirische Abrechnung mit der zeitgenössischen Punkszene. Am Freitag stellt Uwe Frießner seinen Milieu-Krimi BABY vor. Ein weiterer Höhepunkt sind zweifellos DIE FANTASTISCHEN WELTEN DES BRUNO SUKROW, welche am Samstag von seinem Sohn Robert vorgestellt werden. Sukrow begann im Alter von 85 Jahren als Autodidakt mit der Produktion von computeranimierten No Budget-Filmen, die seitdem den filmischen Underground weltweit zu begeisterten Lobeshymnen hinreißen.

In der Subgeschichte des deutschen Kinos sind zahllose Schätze verborgen. 18 von diesen werden wir beim 19. BESONDERS WERTLOS-Festival bergen, und sie dort zeigen, wo sie hingehören, und wo sie mitunter seit Jahrzehnten nicht mehr zu sehen waren: auf der großen Leinwand. Fünf Tage wilde Welten auf Zelluloid!

Für weitere Informationen einfach den Filmtitel anklicken…

Mittwoch 5.4.2017
20:00 Uhr  MAGDALENA – VOM TEUFEL BESESSEN
22:00 Uhr  VULKAN DER HÖLLISCHEN TRIEBE

Donnerstag 6.4.2017
18:00 Uhr  AM TAG ALS DER REGEN KAM
20:00 Uhr  FILMRISS!
22:30 Uhr  NACHT DER WÖLFE
00:00 Uhr  DAS GELBE HAUS AM PINNASBERG

Freitag 7.4.2017
18:00 Uhr  KLASSEN FEIND
20:15 Uhr  BABY
22:30 Uhr  MELODY IN LOVE
00:00 Uhr  TRÄNEN TROCKNET DER WIND

Samstag 8.4.2017
14:00 Uhr  MONDO OLSEN
16:00 Uhr  KÄPTN RAUHBEIN AUS ST. PAULI
18:00 Uhr  Die fantastischen Welten des Bruno Sukrow
20:30 Uhr  HALLO… HIER SPRICHT PETER THOMAS!
22:30 Uhr  DER ZINKER

Sonntag 9.4.2017
15:00 Uhr  VERSUCHUNG IM SOMMERWIND
17:00 Uhr  EHEINSTITUT AURORA
19:00 Uhr  MÜLLERS BÜRO
21:00 Uhr  ALPHA CITY

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Mittwoch 12.4.2017 – 20 Uhr
something weird cinema
JAGD AUF LINKE BRÜDER
(GORDON’S WAR)
USA 1973 – DF – 35mm – 90 Min.
Regie Ossie Davis
Buch Howard Friedlander, Ed Spielman
Kamera
Victor J. Kemper – Musik Andy Bodale
Mit Paul Winfield, Carl Lee, David Downing, Grace Jones

Der schwarze Elitesoldat Gordon Hudson (Paul Winfield) kehrt aus Vietnam zurück und findet seine Nachbarschaft in den Händen von Drogenbanden. Hilflos muss er mit ansehen, wie seine Frau an den Folgen ihrer Drogensucht stirbt. Er schwört Rache und bittet drei ehemalige Kameraden um Hilfe. Mit ihnen startet er einen Guerillakrieg gegen die Rauschgifthändler in Harlem. Gordon’s War ist eher ein Action-Exploiter als ein typischer Blaxploitation-Flick. Ossie Davis zeigt das Straßenleben in Harlem mit einem erbarmungslosen, schmutzigen Realismus.

»Good action.«
(Leonard Maltin)

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Donnerstag 13.4.2017 – 20 Uhr
Peeping De Palma
DRESSED TO KILL
USA 1980 – OF – 105 Min. – 35mm
Buch & Regie Brian De Palma
Kamera Ralf D. Bode – Musik Pino Donaggio
Mit Michael Caine, Angie Dickinson, Nancy Allen, Keith Gordon

Kate ist eine sexuell frustrierte Ehefrau, die sich auf ein Abenteuer mit einem Fremden einlässt – und das mit dem Tod bezahlt. Zufällig wird die Prostituierte Liz Zeugin des Mordes. Zusammen mit Kates Sohn will sie den Todesengel überführen, ist aber schon längst selbst im Visier der blonden Mörderin …

Brian De Palma beginnt seine Hommage an den italienischen Giallo nicht nur mit einem Traum, die weichgezeichnete, traumartige Atmosphäre bleibt über den ganzen Film erhalten. Da verzeiht man gern, dass De Palma eigentlich drei eigenständige Geschichten erzählt, die eher lose miteinander verbunden sind. Seine durchschlagende Wirkung erzielt der Film auch ganz woanders. Nämlich in den bis ins Detail geplanten und kunstvoll umgesetzten Spannungssequenzen, bei denen die Breitwand bis zum Exzess auskostet wird.

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Samstag 15.4.2017 – 21:31 Uhr
Paul Verhoeven
SHOWGIRLS
USA 1995 – OF – 131 Min. – 35mm
Regie Paul Verhoeven
Buch Joe Eszterhas
Kamera Jost Vacano – Musik David A. Stewart
Mit Elizabeth Berkley, Kyle MacLachlan, Gina Gershon, Glenn Plummer

Nomi Malone (Elizabeth Berkley) möchte als Tänzerin in Las Vegas groß rauskommen, landet zunächst jedoch bloß in einem Strip-Schuppen. Durch die Bekanntschaft mit Cristal Connors (Gina Gershon), dem erfolgreichen Showgirl einer großen Revue, nähert sie sich dem erhofften Durchbruch, aber auch den Abgründen des Geschäfts.

»SHOWGIRLS ist Verhoevens bester amerikanischer Film und sein persönlichster. […] Er ist von großer Aufrichtigkeit, und das Drehbuch ist sehr ehrlich und ohne Argwohn. […] Und die Hauptdarstellerin ist fantastisch! […] Es geht um das Überleben in einer Welt, die von Arschlöchern bevölkert ist, und das ist Verhoevens Philosophie.«
(Jacques Rivette, sensesofcinema.com)

»Neben der in seiner inneren Widersprüchlichkeit begründeten Komplexität und der ebenso ungewöhnlichen wie reizvollen Kombination von bedürfnisbefriedigender Trivialität, frontaler Provokation, großbudgetiertem Hochglanzkino und krassem Trash, ist SHOWGIRLS auch visuell nichts anderes als ein Fest, Jost Vacano sei Dank. […] Mehr als SHOWGIRLS geht nicht.«
(Oliver Nöding, Remember it for later)

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Mittwoch 19.4.2017 – 20 Uhr
Boulevard der Erinnerung: Seijun Suzuki († 13.2.2017)
TŌKYŌ NAGAREMONO
(TOKYO DRIFTER)
Japan 1966 – OmU – 83 Min. – 35mm
Regie Seijun Suzuki
Buch Kōhan Kawauchi
Kamera Shigeyoshi Mine – Musik Hajime Kaburagi
Mit Tetsuya Watari, Chieko Matsubara, Hideaki Nitani, Eiji Go

Ein Yakuza-Killer zieht sich aus dem Geschäft der Gewalt zurück, doch aus Loyalität zu seinem ehemaligen Boss gerät er alsbald wieder in den Kampf mit einem generischen Clan.

»TOKYO DRIFTER ist der vielleicht berühmteste und sicherlich bunteste Film des extravaganten Genre-Stilisten Suzuki, der bald darauf von seinem Studio gefeuert wurde, weil er sich weigerte, die ihm zugeteilten ›Routinearbeiten‹ anders zu inszenieren denn als idiosynkratisches, subversives, surreales Ballett. Die Gangster-Geschichte […] dient als Vorlage für ein kubistisches Kino, das ständig in delirierende Details (glühende Farbflecken, brutale Perspektiven, jazzige Synkopen) zu zerfallen droht, um sich dann auf verblüffende Weise vor den Augen der Zuseher neu zusammenzusetzen. Ein ikonisches Werk der Sechzigerjahre.«
(Christoph Huber, filmmuseum.at)

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Eiffelturm, Champs-Élysées, Mouliin Rouge, Montmartre, die Seine. Paris, die Stadt der Liebe und des Lasters, des Jazz und des Chansons, der Künstler und der Überlebenskünstler. Der Filmclub 813 unternimmt in den nächsten Monaten eine Reise in die französische Hauptstadt und zeigt sie mit all ihren Facetten. Paris mon amour.

Donnerstag 20.4.2017 – 20 Uhr
Paris mon amour
DIVA
Frankreich 1981 – OmU – 117 Min. – 35 mm
Regie Jean-Jacques Beineix
Buch Jean-Jacques Beineix, Jan van Hamme
Literaturvorlage Daniel Odier (Delacorta)
Kamera Philippe Rousselot
Mit Wilhelmenia Fernandez, Frédéric Andréí, Richard Bohringer, Jacques Fabbri

Zwei Audiokassetten, zwei Pariser Mafia-Killer, ein korrupter Polizist, ein Opernfan, ein junger Tagedieb und der lässigste Philosoph der Filmgeschichte: ihre Wege kreuzen sich in einem stilisierten und verwickelten Thriller.

Beineix interessiert sich wenig für Dramaturgie oder Erzählkonventionen, er denkt nicht in realen Kontinuitäten. Er liebt vielmehr das Ereignis für sich: den Augenblick einer Tat oder einer Haltung, den er oft verlängert und in schmückende Farben taucht. Ungewohnte Kamerapositionen und verwirrende Wechsel in Distanz und Richtung sind seine Kennzeichen. Hier dominiert der Schnörkel, der schöne Stil siegt über die finsteren Gestalten des Genrefilms.

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Freitag 21.4.2017 – 20 Uhr
Dirty Pictures präsentiert … die gnadenlose Welt des Italowestern – »die Brutalen«
ICH BIN EIN ENTFLOHENER KETTENSTRÄFLING
(VIVO PER LA TUA MORTE)
Italien 1968 – DF – 88 Min. – 35 mm
Regie Camillo Bazzoni
Buch Steve Reeves, Roberto Natale
Kamera Enzo Barboni – Musik Carlo Savina
Mit Steve Reeves, Wayde Preston, Mimmo Palmara, Rosalba Neri

Bei der Verfolgung von Viehdieben werden der Züchter Mike Sturges (Steve Reeves) und sein Bruder Roy unfreiwillig in einen Zugüberfall verwickelt und zur Zwangsarbeit in einem Lager verurteilt. Dort herrscht der sadistische Aufseher Bill Savage. Nur der Gedanke an Rache lässt Mike überleben …

Einziger Italowestern mit Herkules Steve Reeves, der auch am Drehbuch beteiligt war. Der stellenweise brutale Genreklassiker wurde hervorragend vom späteren Bud Spencer/Terence Hill-Regisseur Enzo Barboni fotografiert und ist bis in die kleinsten Nebenrollen hervorragend besetzt.

YANKEE
Italien/Spanien 1966 – DF – 95 Min. – 35 mm
Regie Tinto Brass
Buch Tinto Brass, Alberto Silvestri, Giancarlo Fusco, Alfonso Balcázar
Kamera Alfio Contini – Musik Nini Rosso
Mit Philippe Leroy, Adolfo Celli, Mirella Martin, Jacques Herlin

Der Kopfgeldjäger Yankee (Philippe Leroy) infiltriert die Bande des großen Concho (James-Bond-Bösewicht Adolfo Celi).

Der fast schon surreale und mit comichaften Charakteren gespickte, einzige Italowestern Tinto Brass‘, der später durch seine Erotikfilme berühmt wurde. Er besticht durch eine äußerst kreative Kameraarbeit und ist sicherlich einer der wenigen Filme, die den Spagat zwischen Italowestern und Arthouse Kino schaffen. Ein kleines, sehr visuelles und gewalttätiges Meisterwerk.

Sonderveranstaltung 8,13 €, 7,13 €, 6,13 €

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Samstag 22.4.2017 – 20 Uhr
Peeping De Palma
BLOW OUT
(BLOW OUT – DER TOD LÖSCHT ALLE SPUREN)
USA 1981 – OF – 107 Min. – 35mm
Buch & Regie Brian De Palma
Kamera Vilmos Zsigmond – Musik Pino Donaggio
Mit John Travolta, Nancy Allen, John Lithgow, Dennis Franz

Beim Aufzeichnen nächtlicher Naturgeräusche wird Tontechniker Jack Terry (John Travolta) Zeuge eines Autounfalls, bei dem ein Mann stirbt. Jack schafft es jedoch, seine Begleiterin zu retten. Damit fangen die Komplikationen jedoch erst an, denn durch die Tonaufnahmen wird klar, dass der »Unfall« in Wirklichkeit ein Mordanschlag war.

BLOW OUT, das klingt irgendwie nach BLOW-UP, Michelangelo Antonionis Film von 1966 über einen Fotografen, der obsessiv seine eigenen Bilder auf der Suche nach Indizien für einen tatsächlichen oder eingebildeten Mord analysiert. Die Handlungsparallelen sind denn auch offensichtlich, aber in BLOW OUT steckt noch viel mehr: Hitchcocks PSYCHO, Coppolas CONVERSATION, ein Essay über das Filmemachen, aber auch der Tod des ehemaligen Vizepräsidenten Nelson Rockefeller, Ted Kennedys Unfall in Chappaquiddick und Richard Nixons »dirty tricks«.

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Sonntag 23.4.2017 – 19:15 Uhr
Boulevard der Erinnerung: Michael Glawogger († 23.4.2014)
CONTACT HIGH
Deutschland/Österreich/Polen/Luxemburg 2009 – 98 Min. – 35mm
Regie Michael Glawogger
Buch Michael Glawogger, Michael Ostrowski
Kamera Attila Boa, Wolfgang Thaler
Mit Michael Ostrowski, Raimund Wallisch, Georg Friedrich, Detlev Buck

Contact High ist ein utopischer Begriff aus der hohen Hippiezeit, der davon spricht, dass man ohne Drogen ›high‹ werden kann, wenn man jemandem begegnet, der seinerseits psychedelische Drogen genommen hat.

Die beiden Imbissbuden-Besitzer Hans Wurst und Max Durst bekommen von ihrer Chefin Mao den Auftrag, eine mysteriöse Tasche aus Polen zu holen. Die beiden kriegen nicht allzu viel auf die Reihe. Es folgt vielmehr eine atemlose Reihe von Begegnungen der dritten Art: Anthropomorphe Hunde tanzen in der Disco, auf Hendlfarmen kommt es zu psychotischen Massakern, Albinos lächeln auf polnischen Traktoren in sich hinein, mit Trash handelnde Pakistanis werden zu Reisegefährten oder Geiseln, in die man sich vielleicht auch verliebt, Ledertaschen voller Wurst gesellen sich hinzu, polnischen Polizisten wachsen Schweinerüssel, bis man mit Fug und Recht von Polizisten als Pigs sprechen darf, melodramatische Liebesgeschichten werden vom Zaun gebrochen, Züge scheinen rückwärts zu fahren, aber schließlich kann man sich ja auch umsetzen.

Die Darsteller agieren so verstrahlt und aufgekratzt, wie es sich in einem Film gehört, der vom Contact High nicht nur fabuliert, sondern diesen gewissermaßen in den Kinosaal transportieren will.

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Freitag 28.4.2017 – 20 Uhr
Buchvorstellung mit Filmen
ÄSTHETIK DES VIRTUELLENZUR GEDANKENPHOTOGRAPHIE VON TED SERIOS
Vortrag von Romeo Grünfelder, Hamburg

Aus Anlass des 10. Todesjahres von Ted Serios präsentiert der Filmemacher Romeo Grünfelder den im Textem Verlag neu erschienenen Fotoband »Ted Serios. Serien« und erinnert so an das »vielleicht bestdokumentierte Medium der Parapsychologie überhaupt.« (Steven Braude).

Ted Serios behauptete in den 1960er Jahren, Gedanken allein mittels psychischer Energie auf Sofortbild bannen zu können. In umfangreichen Experimenten, die unter strengen Laborbedingungen durchgeführt wurden, entstanden über 400 paranormale Polaroids mit diffusen Alltagsmotiven, wie sie überraschender nicht sein konnten. Der Fotoband umfasst bislang unveröffentlichte Serien, die eine beispiellose und bis heute anhaltende Kontroverse zwischen Parapsychologen, Bühnenzauberern, Naturwissenschaftlern und Photographen provozierten.

Einige Séancen mit Ted Serios wurden zu wissenschaftlichen Zwecken auf 16mm Film und Video dokumentiert. Diese zeigt unter anderem

DETOUR DE FORCE
Österreich/USA 2014 – OF – 30 Min. – digital
Regie Rebecca Baron

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Samstag 29.4.2017 – 20 Uhr
Peeping De Palma
DER TOD KOMMMT ZWEIMAL
(BODY DOUBLE)
USA 1984 – DF – 114 Min. – 35mm
Regie Brian De Palma
Buch Robert J. Avrech, Brian De Palma
Kamera Stephen H. Burum – Musik Pino Donaggio
Mit Craig Wasson, Melanie Griffith, Gregg Henry, Deborah Shelton

Der vom Pech verfolgte Schauspieler Jake erhält plötzlich ein unwiderstehliches Angebot: Er darf umsonst in einem Luxusappartement wohnen, das nicht nur eine tolle Aussicht auf Los Angeles bietet –  sondern auch auf die hübsche Nachbarin gegenüber, die ihm prompt einen Gratisstriptease liefert. Doch schon am nächsten Abend muss er hilflos mitansehen, wie sie brutal ermordet wird …

»Von den […] Opening Credits bis zum Abspann vor dem Hintergrund blutbesudelter Brüste ist dieser Film eine einzige Feier des schlechten Geschmacks. Doch jede Einstellung und jeder Schnitt sitzen perfekt und zahlreiche ausgeklügelte Kamerafahrten beweisen De Palmas inszenatorische Meisterschaft.«
(Gregor Torinus, filmstarts.de)

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Sonntag 30.4.2017 – 19:15 Uhr
Paris mon amour
DIE LIEBENDEN VON PONT-NEUF
(LES AMANTS DU PONT-NEUF)
Frankreich 1991 – DF – 126 Min. – 35 mm
Buch & Regie Leos Carax
Kamera Jean-Yves Escoffier
Mit Denis Lavant, Juliette Binoche, Klaus-Michael Grüber

Was Carax hier erzählt, ist im Kern eine simple Liebesgeschichte, die von Alex und Michèle, zwei gebrochenen Outlaws aus dem Unterbauch der Gesellschaft. Doch die Geschichte und die Art und Weise, wie er sie erzählt, sind nicht voneinander zu trennen. So heftig und eruptiv, so extrem und radikal, und dann wieder so zerbrechlich und vorsichtig, wie sich die Begegnung von Alex und Michèle gestaltet, so ist auch der Film in seiner Erzählweise: einerseits eine filmische Bühne der ausufernden Bildeinfälle und großen Emotionen, dabei gleichzeitig eine existentielle Innenschau, bei der Carax an die Grenzen geht – dorthin wo, physischer Schmerz und Liebe untrennbar miteinander verwoben sind.

Der Pont-Neuf, die älteste Brücke von Paris, ist die Bühne des Films, ein Refugium für diejenigen, die vom gesellschaftlichen Treiben der Stadt ausgeschlossen sind oder sich selbst ausschließen.

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Der Filmclub 813 gewinnt den Kinopreis des Kinematheksverbundes 2016 in der Kategorie I Kino, das zurückblickt.

Die Jury-Begründung:
»Der erste Preis der Kategorie I geht an das Kino 813 in der BRÜCKE (Köln) für ein herausragendes Programm, welches trotz geringer Förderung und allein durch ehrenamtliches Engagement ermöglicht wird und sich reflektiert und ideenreich mit unterschiedlichen Aspekten der internationalen Filmgeschichte auseinandersetzt, sowie für seinen Einsatz um die analoge Aufführungspraxis des Mediums vor Ort.«

Die zweiten Preise gingen an das Zeughauskino (Berlin), das Filmmuseum Potsdam, Black Box – Kino im Filmmuseum Düsseldorf, und Caligari Filmbühne (Wiesbaden). Verliehen wurde der Preis am 24.9.2016 im Filmmuseum Berlin.
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Hinweis: Die Rechte des verwendeten Bildmaterials auf dieser Website liegen bei den Rechteinhabern bzw. sind in seiner Verwendung genehmigt. Sollte es Fälle geben, bei denen ein Rechteinhaber nicht ausfindig gemacht werden konnte, so bitten wir diesen, sich
bei berechtigten Ansprüchen beim Filmclub 813 zu melden.

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