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Mittwoch 25.5.2016 – 20 Uhr
King of the B-Movie: Zum 90. Geburtstag von Roger Corman (* 5.4.1926)
DAS PENDEL DES TODES
(THE PIT AND THE PENDULUM)
USA 1961 – DF – 80 Min. – 35mm
Regie Roger Corman
Buch Richard Matheson – Literaturvorlage Edgar Allan Poe
Kamera Floyd Crosby – Musik Les Baxter
Mit Vincent Price, John Kerr, Barbara Steele, Luana Anders

Francis Bernard erfährt überraschend vom Tod seiner Schwester Elisabeth. Auf dem Schloss seines Schwagers Don Nicholas Medina beginnt Bernard, Nachforschungen über die mysteriösen Umstände ihres Dahinscheidens anzustellen. Dabei ereignen sich nach und nach merkwürdige Vorfälle, die offenbar mit der Folterkammer im Keller des Anwesens in Verbindung stehen.

»Das poesche Folterszenario wurde der Vorlage entsprechend, mit viel Liebe zum Detail, perfekt nachgebaut und das schwingende, infernalisch quietschende Pendel, dessen Wirkung sich vor allem auf der Kinoleinwand und im Cinemascopeformat voll entfaltet, bietet auch unter heutigen Gesichtspunkten noch einen äußerst beeindruckenden Anblick. […] THE PIT AND THE PENDULUM wirkt (nicht zuletzt aufgrund Prices exaltierter Darstellung) weniger düster als sein Vorgänger und erscheint stellenweise fast wie eine Mixtur aus Grand-Guignol-Theater und surrealem Comicstrip, was der Qualität und vor allem dem Unterhaltungswert des Films jedoch keinesfalls abträglich ist.«
(Thomas Wagner – Tales of Terror & Technicolor: Roger Cormans Poe-Verfilmungen, angwa.de)

*****

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Donnerstag  26.5.2016 – 20 Uhr
Ans Licht geholt
DISCO-FIEBER
BRD 1979 – 84 Min. – 35mm
Regie Hubert Frank, Klaus Überall
Buch Hubert Frank
Kamera Norbert Stern – Musik Frank Farian
Mit Hanna Sebek, Tony Schneider, Barbara May, Gisela Hahn

Hubert Frank (VANESSA) erzählt die Geschichten einiger liebesgeplagter Jugendlicher zwischen Schule, Elternhaus, und natürlich der Disco, in welcher unter anderem Boney M und Eruption in von Klaus Überall inszenierten Sequenzen aktuelle Hits zum Besten geben.

»Schlaghosen tragende Teenager mit Minipli zum Höhepunkt ihrer Brunft duellieren sich zu schweißtreibenden Rhythmen auf der Tanzfläche – und diese kommen doch glatt aus dem legendären Hause Frank Farian. […] DISCO FIEBER ist ein mehr als bizarres deutsches Kleinod und zugleich Zeitblase einer vergangenen Ära.«
(Filmmuseum Düsseldorf)

»Während des dramatischen Endes […] hebt BIENENSTICH UND DISCO-FIEBER buchstäblich vollends ab, wirft auch noch den letzten Rest von Realitätsbezug und Kohärenz von sich und empfängt den Wahnsinn mit offenen Armen.«
(Oliver Nöding, Remember it for later)

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L'empire des sens

Freitag 27.5.2016 – 20 Uhr
Filmmuseum Düsseldorf präsentiert …
AI NO KORIDA
(IM REICH DER SINNE)
J/F 1975 – OmU – 105 Min. – 35mm
Buch & Regie Nagisa Ôshima
Kamera Hideo Itô – Musik Minoru Miki
Mit Tatsuya Fuji, Eiko Matsuda

Oshimas Skandalfilm über die gegenseitige Besessenheit zweier Menschen reduziert menschliche Sexualität in sinnlichen Bildern frei von Psychologisierung auf eine nicht kontrollierbare Kraft. Oshima inszenierte nach einer wahren Begebenheit; der Film wurde bei der Berlinale 1976 als »harte Pornografie« beschlagnahmt.

»Nagisa Oshimas Film IM REICH DER SINNE ist ein unübertroffener, tabubrechender Klassiker. Formal streng und radikal wie in kaum einem anderen Werk der Filmgeschichte wird der Zusammenhang zwischen Liebe, Lust, Schmerz und Tod ausgelotet.«
(Harald Ladstätter, filmtipps.at)

Mit einer Einführung von Florian Deterding, Filmmuseum Düsseldorf

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I_Tre_Volti_(1965)

Samstag 28.5.2016 – 20 Uhr
Michelangelo Antonioni – Beruf: Künstler
DREI GESICHTER EINER FRAU
(I TRE VOLTI)
I 1965 – DF – 124 Min. – 35mm
Regie Michelangelo Antonioni, Mauro Bolognini, Franco Indovina
Buch Michelangelo Antonioni, Tullio Pinelli, Clive Exton, Alberto Sordi, Franco Indovina, Rodolfo Sonego
Kamera Carlo Di Palma, Otello Martelli – Musik Piero Piccioni
Mit Soraya, Ivano Davoli, Richard Harris, Alberto Sordi

Produzent Dino De Laurentiis verhalf mit diesem Episodenfilm der ehemaligen persischen Kaiserin Soraya zur Erfüllung ihres langgehegten Jugendtraumes, der Schauspielerei. In allen drei Geschichten spielt sie die Hauptrolle: Mauro Bolognini besetzt sie im Segment DAS ENDE EINES GROSSEN LIEBE als unglückliche Geliebte eines neurotischen Schriftstellers (Richard Harris), in DER ›PERFEKTE‹ LIEBHABER von Franco Indovina (den sie nach den Dreharbeiten heiratete) wird sie als erfolgreiche Geschäftsfrau von einem latin lover (Alberto Sordi) umgarnt.

Bei Antonioni, der mit der halbdokumentarischen Episode DIE PROBEAUFNAHME den Film eröffnet, schlüpft Soraya in keine fremde Haut, sondern stellt sich selbst als angehende Filmdiva dar, die ins Studio von De Laurentiis geladen wird, um ihre Kameratauglichkeit unter Beweis zu stellen. Nach DIE ROTE WÜSTE ist dies Antonionis zweiter Ausflug in den Farbfilm, ebenfalls von Carlo Di Palma in Technicolor fotografiert, und bereits vor BLOW UP eine erste Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Kunst und Realität.

Das Negativ des Films wurde vernichtet, und ein Gerücht besagt, dass die persische Regierung, die Sorayas Filmtätigkeit als unwürdig empfand, alle auffindbaren Kopien des Films zerstören ließ. Es existieren allerdings noch mindestens zwei Stück: Eine überlebte in Sorayas Privatbesitz und befindet sich nun in einem italienischen Filmarchiv, und eine läuft heute Abend hier bei uns.

im Vorprogramm:

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TENTATO SUICIDIO
(SELBSTMORDVERSUCHE)
I 1953 – OmU – s/w – 20 Min. – 35mm
Regie Michelangelo Antonioni
Buch Michelangelo Antonioni, Cesare Zavattini, Tullio Pinelli, Aldo Buzzi, Luigi Chiarini, Luigi Malerba, Vittorio Veltroni
Kamera Gianni Di Venanzo

Als Freundschaftsdienst drehte Antonioni dieses dokumentarische Segment für L’AMORE IN CITTÀ, einen als erste Ausgabe eines ›filmischen Magazins‹ geplanten Episodenfilm, den der neorealistische Drehbuchautor und Theoretiker Cesare Zavattini initiierte. Antonioni bekam den Auftrag, das Thema ›Suizid‹ zu untersuchen, und interviewte hierfür mehrere gescheiterte Selbstmörderinnen.

»Kaum hatte ich den verworrenen Exhibitionismus dieser Selbstmördertypen erkannt, rührten sie mich nicht mehr, abgesehen von vielleicht zweien. Die meisten waren glücklich, dass sie versucht hatten, sich zu töten, und nun hier vor einer Kamera davon sprechen konnten. […] Sie sagten, dass sie es sofort wieder tun würden, wenn sie sich morgen in der gleichen Situation befänden. Ich bin überzeugt, dass sie nicht die Wahrheit sagten, dass sie irgendwie aus Eitelkeit und Masochismus übertrieben. Dies sind keine moralischen, sondern psychologische Fälle.«
(Michelangelo Antonioni – L’avventurosa storia del cinema italiano, 1935-59)

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Weißer Terror

Sonntag 29.5.2016 – 20 Uhr
King of the B-Movie: Zum 90. Geburtstag von Roger Corman (* 5.4.1926)
WEISSER TERROR
(THE INTRUDER)
USA 1962 – DF – s/w – 84 Min. – 35mm
Regie Roger Corman
Buch Charles Beaumont (nach seinem gleichnamigen Roman)
Kamera Taylor Byars – Musik Herman Stein
Mit William Shatner, Frank Maxwell, Beverly Lunsford, Robert Emhardt, Leo Gordon

In einer Kleinstadt in den Südstaaten taucht ein Fremder auf und hetzt die Einheimischen in einer aufrührerischen Rede gegen die bevorstehende Aufhebung der Rassentrennung auf.

»Wie alle wirklich faszinierenden und herausfordernden Filme lässt uns auch THE INTRUDER mit einigen unserer Fragen allein. Wer dieser Adam Cramer ist, woher er kommt und was genau sein Plan ist, wird niemals geklärt. Er selbst beruft sich mehrfach auf eine politische Organisation, in deren Diensten er handle, doch nie liefert Corman einen Beleg dafür, dass Cramer tatsächlich von dieser Organisation beauftragt wurde oder sie überhaupt existiert. Aus dem Nichts taucht er mit dem Bus in der Stadt auf, in einem weißen Anzug gekleidet, und beginnt wie ein Mephistopheles im Vertreterkostüm seine Intrigen zu spinnen. Das freundliche Lächeln verlässt dabei niemals sein Gesicht. Der Film trägt den Charakter einer Parabel: Als sei dieser Cramer kein Mensch, der auf eigene Rechnung handelt, sondern eine Aufgabe, die der Stadt von einer quasigöttlichen Entität gestellt wird und die sie zu bewältigen hat. […] Am Ende wird Cramer vertrieben, er hat versagt, seine Intrigen sind fehlgeschlagen. Aber nichts hindert ihn daran, es an einem anderen Ort noch einmal zu suchen [sic!]. Oder dass ein anderer es an seiner Stelle in Caxton versucht. Die Freiheit muss immer aufs Neue verteidigt werden.«
(Oliver Nöding, Remember it for later)

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Mittwoch 1.6.2016 – 20 Uhr
Filmmuseum Düsseldorf präsentiert …
Kurzfilmprogramm

VERA IST 19
BRD 1975 – 12 Min. – 35mm
Regie, Buch & Kamera Egon Haase

REGEN
(REGEN)
NL 1929 – 12 Min. – 16mm
Regie & Buch Mannus Franken, Joris Ivens
Kamera Joris Ivens – Musik Lou Lichtveld

LE GROS ET LE MAIGRE
(DER DICKE UND DER DÜNNE)
F 1961 – 15 Min. – 16mm
Regie & Buch Roman Polanski
Kamera Jean-Michel Boussaguet – Musik Krzysztof Komeda
Mit
André Katelbach, Roman Polanski

ELEGIJA
Jugoslawien 1965 – 4 Min. – 16mm
Regie & Buch Nedeljko Dragic

GROSSMARKTHALLE
BRD 1958 – 19 Min. – 35mm
Regie Ferdinand Khittl
Buch Fritz Andelfinger – Kamera Heinz Sasse

Unser Alltag spielt sich in privaten, öffentlichen und virtuellen Räumen ab. Dabei bestimmen Architektur und Inneneinrichtungen nicht nur unsere Wege, sondern beeinflussen auch unser Gemüt. In Joris Ivens‘ REGEN prasselt der Regen auf die städtischen Ordnungen von Amsterdam. Der Alltag in der Stadt tänzelt in der Nässe weiter. Polanskis LE GROS ET LE MAIGRE spielt am Rande von Paris, ein altes Haus, eine Wiese. Der Dünne hat ein pausenloses Arbeitsprogramm, seinem Meister zu dienen – schuften, schaffen, schikanieren. Die choreographischen Ordnungen des Alltags thematisieren 5 Kurzfilme aus dem Projekt choreographic captures in künstlerischer Art und Weise – kombiniert mit Scopitones, Werbeclips und Trailern.

Mit einer Einführung von Thomas Ochs, Filmmuseum Düsseldorf

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Donnerstag 2.6.2016 – 20 Uhr
Grüße aus dem Ferienlager
BLACKY – ABENTEUER EINES AUSREISSERS
(LE PETIT BOUGNAT)
F/I 1970 – DF – 78 Min. – 35mm
Regie Bernard Toublanc-Michel
Buch François Boyer
Kamera Pierre Levent, Marcel Gilot – Musik Pierre Vassiliu
Mit Claude Amazan, Isabelle Adjani, Vincenzo Sartini, Guy Allombert

Der kleine schwarze Junge Blacky (Claude Amazan) reist heimlich in ein Ferienlager, in dem er gar nicht angemeldet ist. Es gelingt ihm immer wieder, den sich ihm schon bald an die Fersen heftenden Behörden zu entwischen, da er im Lager schnell hilfsbereite Freunde findet. Darunter befindet sich auch Rose (gespielt von der damals 14-jährigen Isabelle Adjani in ihrem ersten Filmauftritt), die unbedingt Reißaus nehmen möchte.

»BLACKY – ABENTEUER EINES AUSREISSERS ist ein Kinderfilm, über den man sich ärgern kann wegen seines fahrlässigen Umgangs mit eigentlich ernsten Themen sowie wegen seiner Stereotypisierungen, oder aber, den man einfach genießen kann, weil er so witzig und unterhaltend ist und die volle Sympathie des Zuschauers bei dem kleinen Jungen liegt. […] [Man kann sich] der Fröhlichkeit, der Lust, die dieser Film verbreitet, kaum entziehen.«
(Film-Dienst)

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Samstag 4.6.2016 – 20 Uhr
Anime-Meisterwerke
GHOST IN THE SHELL
(KOKAKU KIDOTAI)
J 1995 – englische Fassung mit dt. UT – 83 Min. – 35mm
Regie Mamoru Oshii
Buch Kazunori Ito Literaturvorlage Masamune Shirow
Kamera Hisao Shirai – Musik Kenji Kawai
Sprecher Atsuko Tanaka, Akio Otsuka, Koichi Yamadera

Im Jahre 2029 kann nahezu jeder Teil des menschlichen Körpers künstlich ersetzt werden. Selbst Teile des Gehirns können in ein so genanntes Cyberbrain umgewandelt werden. Für eine akute Bedrohung sorgt das Auftauchen des Hackers Puppet Master, der sich Zugang zu den Cyberbrains verschafft und deren Träger wie Puppen manipuliert. Motoko Kusanagi und ihr Team der Spezialeinheit Sektion 9 werden mit dem Fall beauftragt und bereits nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass der Puppet Master seinerseits auf der Suche nach Kusanagi ist.

Mamuro Oshii verfilmte den Manga von Masamune Shirow als spekulative Geschichte über die Grenzen menschlicher Existenz. Bis zur letzten Minute unterläuft GHOST IN THE SHELL konventionelle Erzählstrukturen, kreiert hypnotische Bilder und lässt den Zuschauer in Kenji Kawais einzigartigen Klangwelten versinken.

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Larifari

Sonntag 5.6.2016 – 20 Uhr
Deutsche Lustspiele 1930 – 1932
DAS KABINETT DES DR. LARIFARI
D 1930 – 73 Min. – 35mm
Regie Robert Wohlmuth
Buch Max Hansen, Paul Morgan, Carl Jöken
Kamera Eduard Hoesch, Otto Heller – Musik Robert Stolz, Franz Wachsmann, Max Hansen
Mit Max Hansen, Paul Morgan, Carl Jöken, Marianne Stanior

im Vorprogramm:
KABARETT-PROGRAMM NR. 1
D 1931 – 25 Min. – 35mm
Regie Kurt Gerron
Mit Willy Schaeffers, Otto Wallburg, Siegfried Arno, Trude Berliner

»Die drei Freunde Max Hansen, Paul Morgan und Carl Jöken sind pleite und gründen deshalb eine Produktionsgesellschaft. Sie beginnen auch gleich mit der Arbeit am ersten Film, obwohl ein brauchbares Drehbuch nicht existiert. Man spielt Ideen durch, verwirft sie, fängt neu an, bis alles im Chaos versinkt.

DAS KABINETT DES DR. LARIFARI ist reine Parodie – auf die Moden des Tonfilms (darunter auch die Filme übers Filmemachen), auf unseriöses Geschäftsgebaren und den Medienrummel. Hansen, Morgan und der Sänger Jöken waren zu diesem Zeitpunkt freilich selbst Medienstars und Exponenten der Weimarer Kultur, bekannt durch Bühne und Film, Schallplatten und Radioauftritte.

Dass die schräge, linksliberale und urbane Kabarettkultur in der frühen Tonfilmzeit auch die Aufmerksamkeit eines riesigen Konzerns wie der Ufa erregte, zeigt der Vorfilm KABARETT-PROGRAMM NR. 1.«
(Philipp Stiasny, Zeughauskino)

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LES DIABOLIQUES - French Poster by Raymond Gid 1

Mittwoch 8.6.2016 – 20 Uhr
813-Carte-Blanche: Franck Apfelbaum
DIE TEUFLISCHEN
(LES DIABOLIQUES)
F 1955 – DF – 116 Min – 35mm
Regie Henri-Georges Clouzot
Buch René Masson, Henri-Georges Clouzot, Jérôme Géronimi, Frédéric Grendel
Literaturvorlage Pierre Boileau, Thomas Narcejac
Kamera Armand Thirard – Musik Georges van Parys
Mit Simone Signoret, Véra Clouzot, Paul Meurisse, Charles Vanel

»Die herzkranke Ehefrau und die Geliebte eines sadistischen Schuldirektors tun sich zusammen, um den tyrannischen Kerl ein für alle Mal loszuwerden. Des Drecksacks Whisky großzügig mit Schlafmittel gestreckt und ihm noch ein finales Bad eingelassen und der perfekte Mord scheint begangen zu sein. Doch dann verschwindet die Leiche und für die beiden Frauen beginnt ein Alptraum …
[…] Unbarmherzig gehen DIE TEUFLISCHEN ihren Weg bis zum bitterbösen Schlusstwist und zwischendurch gibt es einige voll ins Schwarze treffende Suspensemomente, die deutlich machen, warum Hitchcock etwas nervös wurde; angesichts dieses Franzosen, der sich doch tatsächlich anschickte, am Thriller-Thron zu rütteln.«
(Christian Ade, filmtipps.at)

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Perfect Blue

Donnerstag 9.6.2016 – 20 Uhr
Anime-Meisterwerke
PERFECT BLUE
(PAFEKUTO BURU)
J 1997 – DF – 81 Min. – 35mm
Regie Satoshi Kon
Buch Sadayuki Murai Literaturvorlage Yoshikazu Takeuchi
Kamera Hisao Shirai – Musik Masahiro Ikumi
Sprecher Junko Iwao, Rica Matsumoto, Shinpachi Tsuji

Als Sängerin der Popgruppe Cham stellt sich für Mima nicht der erhoffte Erfolg ein. Sie beschließt daher, in die Schauspielerei zu wechseln und schafft es, eine Nebenrolle in der Krimiserie „Double Bind“ zu ergattern. Doch nicht alle Fans von Cham verzeihen Mima ihren Ausstieg aus der Gruppe. Nach anfänglichen Drohbriefen entdeckt sie im Internet eine Seite, auf der ihre intimsten Gedanken von einem Fremden veröffentlicht werden.

Mit seiner ersten Regiearbeit widmete sich Satoshi Kon einem selbst im Animebereich selten bedienten Sujet: dem Psychothriller. Als lose Vorlage diente der gleichnamige Roman von Yoshikazu Takeuchi. Ein ungewöhnlicher, vielschichtiger und vor allem absolut erwachsener Zeichentrickfilm.

»Mimas Imagewechsel vom süßen Popsternchen zum schlüpfrigen Filmluder wird von psychischen Aussetzern und blutigen Morden begleitet – PERFECT BLUE ist die virtuose Verquickung traditioneller japanischer Anime mit dem von Hitchcock und De Palma inspirierten Thriller.«
(Christian Ade, filmtipps.at)

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Samstag 11.6.2016 – 19:30 Uhr (!)
Köln-Premiere
VATERLANDSCHAFTEN
D 2016 – 86 Min. – digital
Ein Dokumentarfilm von Peter Kees

Ein Mann und eine Frau verlieben sich, zeugen ein Kind. Wenige Monate vor der Geburt verlässt die Schwangere ihren Partner, bricht den Kontakt ab: Das ist die Geschichte, die der Künstler Peter Kees im Film erzählt. Seine Geschichte. Er ist Regisseur, Kameramann und Erzähler in Personalunion.

Um sich um seine Tochter kümmern zu können, zieht er von Berlin nach Bayern in die Nähe des Kindes. Fast machtlos ist er dort den Entscheidungen der Mutter ausgesetzt: das Warten auf die Geburt des eigenen Kindes, nichts erfahren zu können, selbst über die Geburt nicht informiert zu werden. Dann, das Kind nicht sehen dürfen, von der Mutter wegen angeblichen Stalkings angezeigt zu werden, den Kampf um Umgang mit dem eigenen Kind, der schließlich vor Gericht landet und zu Fremdbestimmung durch Jugendamt, Umgangspfleger, Verfahrensbeistand und Gericht führt …

In Anwesenheit des Regisseurs

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Sonntag 12.6.2016 – 20 Uhr
Grüße aus dem Ferienlager
HUNDERT TAGE NACH DER KINDHEIT
(STO DNEJ POSLE DETSTWA)
UdSSR 1975 – DF – 92 Min. – 35mm
Regie Sergej Solowjow
Buch Alexander Alexandrow, Sergej Solowjow
Kamera Leonid Kalaschnikow – Musik Isaak Schwarz
Mit Boris Tokarew, Tatjana Drubitsch, Irina Malyschewa, Juri Agilin

»Mitja, ein 14jähriger, empfindsamer, fantasiebegabter Junge, verbringt seine Ferien in einem Pionierlager. Noch scheu und zaghaft, verliebt er sich zum ersten Mal in seine Mitschülerin Lena. Eine mehrfach preisgekrönte, bezaubernde Liebesgeschichte, die behutsam und feinfühlig das geistige Wachstum von Kindern, ihre Empfindungen und Gefühle verfolgt.«
(Lexikon des Internationalen Films)

»Sergej Solowjev […] avancierte Ende der 80er zu einer Gallionsfigur der russischen Postmoderne und hat wie kaum ein anderer für den frischen Wind im postsowjetischen Kino gesorgt. Dabei ist es ihm auf eine bemerkenswerte Weise gelungen, seinen Ruf, ›der letzte Romantiker des sowjetischen Films‹ zu sein, erfolgreich zu verteidigen.

Haben Sie schon mal den Sommer in einem Pionierlager verbracht? Können Sie sich vorstellen, dass man darüber einen anspruchsvollen Film drehen kann, ohne dabei gegen die Kanons des sowjetischen Kinderfilms zu verstoßen? Und dass das Werk anschließend den silbernen Bären bei der Berlinale gewinnt und von Francis Ford Coppola als einer seiner Lieblingsfilme zitiert wird? Mit HUNDERT TAGE NACH DER KINDHEIT hat Solowjev vermocht, diese Bedingungen zu erfüllen.«
(taz.de)

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San Sebastian

Mittwoch 15.6.2016 – 20 Uhr
Ciné-Club: Henri Verneuil
SAN SEBASTIAN
(LA BATAILLE DE SAN SEBASTIAN)
F/I/MEX 1968 – DF – 115 Min. – 35mm
Regie Henri Verneuil
Buch Serge Gance, Miguel Morayta, Ennio De Concini Literaturvorlage William Barby Faherty
Kamera Armand Thirard – Musik Ennio Morricone
Mit Anthony Quinn, Anjanette Comer, Charles Bronson, Sam Jaffe

Mexiko, 1743: Der Bandit Léon Alastray (Anthony Quinn) gerät auf der Flucht vor der Regierung in das Dörfchen San Sebastian und wird dort fälschlicherweise für einen Priester gehalten. Die Einwohner bitten ihn um Hilfe gegen den Terror der Yaqui-Indianer, und werden schon bald vom falschen Geistlichen zum großen Kampf gerüstet.

»Der Streifen hat die typischen Stärken und Schwächen des Monumentalfilms, schöne Landschaftsaufnahmen der hügeligen Wüste, bewegte Totalen von brillant inszenierten Kämpfen, aber auch übertrieben melodramatisch wirkende Großaufnahmen, ornamentalen Schwulst und kommerzielle Klischees […]. Die Handlung ist ganz auf Anthony Quinn zugeschnitten. Überzeugend und unterhaltsam spielt er den Außenseiter mit der wilden Schale und dem milden Kern, der zur rechten Zeit auch durch passiven Widerstand zu gewinnen weiß.«
(Film-Dienst)

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moritz-macht sein glueck

Donnerstag 16.6.2016 – 20 Uhr
Deutsche Lustspiele 1930 – 1932
MORITZ MACHT SEIN GLÜCK
D 1931 – 85 Min. – 35mm
Regie Jaap Speyer
Buch Roger Ferdinand
Kamera Theodor Sparkuhl – Musik Heinz Lewin, Willy Rosen
Mit Siegfried Arno, Anny Ann, Victor Schwannecke, Willy Prager

»Moritz Meier ist Lehrling in einem Berliner Modegeschäft und rettungslos in das Mannequin Lisa verliebt. Doch die schöne Frau würdigt ihn keines Blicks. Das ändert sich schlagartig, als das Gerücht aufkommt, Moritz sei der Sohn und Alleinerbe eines amerikanischen Millionärs. Was folgt, ist eine entfesselte Verwechslungskomödie mit schrägem jüdischem Humor und flotten Schlagern, ein Paradebeispiel für das vor 1933 enorm populäre Subgenre der Konfektionskomödie, in der Kino und Mode eine wunderbare Verbindung eingehen. […]

Als MORITZ MACHT SEIN GLÜCK im März 1931 im Berliner Primus-Palast läuft, steht das Publikum Schlange und das Kino verbucht Rekordeinnahmen.«
(Philipp Stiasny, Zeughauskino)

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Samstag 18.6.2016 – 20 Uhr
Anime-Meisterwerke
CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND
(SEN TO CHIHIRO NO KAMIKAKUSHI)
J 2001 – OmU – 125 Min. – 35mm
Buch & Regie Hayao Miyazaki
Kamera Atsushi Okui – Musik Joe Hisaishi
Sprecher Rumi Hiiragi, Miyu Irino, Mari Natsuki

Während der Autofahrt zum neuen Eigenheim legen die kleine Chihiro und ihre Eltern einen Zwischenstopp ein und stoßen auf ein scheinbar unbewohntes Dorf. Hungrig von der Reise, stürzen sich die Eltern auf die dort vorgefundenen Speisen und verwandeln sich kurz darauf in Schweine. Damit nicht genug, erscheinen bei Einbruch der Dunkelheit merkwürdige Gestalten, die es zu einem riesigen Gebäude hin zu ziehen scheint. Ebenfalls dort angekommen, erwartet Chihiro das Abenteuer ihres Lebens.

Bereits mit früheren Werken hatte Hayao Myazaki Japans Filmlandschaft nachhaltig verändert, doch erst 2001 erlangte er mit CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND weltweite Anerkennung. Wer in seinem Leben nur einen Anime sehen will, sollte einen Film von Myazaki nehmen. Wer seinen fantasievollsten Beitrag sehen möchte, sollte sich CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND anschauen!

»Nichts weniger als ein Meilenstein ist es geworden; ein herrlicher Film von nicht zu bändigender Kreativität, reinster Schönheit und Liebenswürdigkeit, der im Gewand eines fast völligen Kinderfilms daherkommt, und doch mehr Anspruch und Denkanstöße aufweist, als es so viele für Erwachsene konzipierte Filme je könnten.«
(filmzentrale.com)

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Fanfare-1958

Sonntag 19.6.2016 – 20 Uhr
Zum 100. Geburtstag von Bert Haanstra (* 31.5.1916)
FANFARE aka … UND DIE MUSIK BLÄST DAZU
(FANFARE)
NL 1958 – DF – 86 Min. – 35mm
Regie Bert Haanstra
Buch Jan Blokker, Bert Haanstra
Kamera Eduard van der Enden – Musik Jan Mul
Mit Hans Kaart, Bernard Droog, Ineke Brinkman

»Die Musikkapelle ›Freundschaft und Kunst‹ von Lagerwiede, einem Dorf im Norden der Niederlande, […] probt fleißig für das bevorstehende Musikfest. Görsen, ein Gastwirt, lacht aber immer laut heraus, wenn Kreins, der andere Wirtshausbesitzer, bei einem schwierigen Solo falsch spielt. Das führt jedesmal zu einem Krach, bei dem sich der Musikverein und schließlich das ganze Dorf in zwei Parteien spaltet. Welche Partei erhält recht? […]
Der Film stellt uns Menschen vor, denen wir auch in unseren Dörfern begegnen können. Es sind gut beobachtete und mit viel Verständnis für die menschlichen Schwächen gezeichnete Originale. Die Komik des Films ist kräftig, handfest und voll Bauernschläue. Die Geschichte wird mit dem für Haanstra typischen Bildwitz erzählt, der sich besonders durch Anspielungen (die Enten etwa, die stets im rechten Moment in der entsprechenden Art und Weise gezeigt werden) und eine liebenswürdig-schalkhafte Zeichnung der Menschen […] auszeichnet.«
(Film-Dienst)

Das Spielfilmdebüt des oscarprämierten Dokumentarfilmers Bert Haanstra ist eine Hommage an das Dorfleben und die Blasmusik und mauserte sich schnell zum meistbesuchten holländischen Film aller Zeiten.

im Vorprogramm:

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THE BAND CONCERT
USA 1935 – OF – 9 Min. – 16mm
Regie Wilfred Jackson

In seinem ersten Farbfilmauftritt dirigiert Micky Maus ein Blaskonzert im Freien und wird dabei von unkooperativen Musikern, einem lauten Eisverkäufer und sogar einem ausgewachsenen Tornado gestört.

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ZOO
NL 1962 – 11 Min. – 35mm
Regie Bert Haanstra
Buch Simon Carmiggelt, Bert Haanstra
Kamera Fred Tammes – Musik Pim Jacobs

Mit versteckter Kamera filmt Haanstra Menschen und Tiere im Amsterdamer Artis Zoo. Seine »meisterhaft präzise, wortlose (und ironische) Montage-Kontrapunktik« (Christoph Huber) stellt die Frage, wer hier eigentlich wen beobachtet.

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Wer nimmt die Liebe ernst

Mittwoch 22.6.2016 – 20 Uhr
Deutsche Lustspiele 1930 – 1932
WER NIMMT DIE LIEBE ERNST?
D 1931 – 92 Min. – 35mm
Regie Erich Engel
Buch Hermann Kosterlitz, Curt Alexander
Musik Wilhelm Groß – Kamera Curt Courant
Mit Max Hansen, Jenny Jugo, Willi Schur, Otto Wallburg

»Auf der Flucht vor der Polizei stürzt ein Tagedieb ins Zimmer einer jungen Frau und versteckt sich in deren Bett. Dass im selben Bett bereits diese junge Frau liegt, zieht lauten Protest, dann die Kündigung des Zimmers, einen kurzen Aufenthalt in Moabit und schließlich das verdiente Happy End nach sich. Wie zahlreiche Komödien der frühen dreißiger Jahre spielt auch WER NIMMT DIE LIEBE ERNST? vor dem Hintergrund von Existenzsorgen, Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise. Doch statt dem Publikum politische Anklagen aufzutischen, schlagen die Drehbuchautoren Hermann Kosterlitz und Curt Alexander poetisches, erotisches und komisches Kapital aus den bedrückenden Umständen. […]

Regisseur Erich Engel, ein langjähriger Mitarbeiter von Bert Brecht, erhielt von Eisner für sein Tonfilmdebüt großes Lob, besonders für seinen Einfallsreichtum.«
(Philipp Stiasny, Zeughauskino)

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JinRoh

Donnerstag 23.6.2016 – 20 Uhr
Anime-Meisterwerke
JIN-ROH
(JINRO)
J 1999 – OmU – 102 Min. – 35mm
Regie Hiroyuki Okiura
Buch Mamoru Oshii
Kamera Hisao Shirai – Musik Hajime Mizoguchi, Yoko Kanno
Sprecher Yoshikatsu Fujiiki, Sumi Muto, Hiroyuki Kinosha

In einem alternativen Japan der Fünfziger Jahre ist ein totalitäres Herrschaftsregime an der Macht. Auseinandersetzungen zwischen aufständischen Bevölkerungsgruppen und einer Spezialeinheit der Polizei, den „Kerberos“, sind an der Tagesordnung. Bei einem Einsatz muss der Polizist Fuse mit ansehen, wie sich ein junges Mädchen in die Luft sprengt. Nach diesem Erlebnis kommen ihm zunehmend Zweifel an seinen moralischen Vorstellungen und den herrschenden Strukturen.

Mamoru Oshii vertraute die Verfilmung seines Drehbuchs dem jungen Regisseur Hiroyuki Okiura an. Als Vorlage diente u.a. Oshiis Manga KERBEROS PANZER COP, doch der fertige Film bringt zahlreiche unterschiedliche Genres zusammen. JIN-ROH ist sowohl Politthriller, als auch Liebesgeschichte, Spionagefilm und psychologische Rotkäppchen-Parabel.

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Freitag 24.6.2016 – 20 Uhr
Dirty Pictures präsentiert …
Die gnadenlose Welt des Italowestern – Raritäten aus dem Adria-Archiv

DIE SATANSBRUT DES COLONEL BLAKE
(SETTE WINCHESTER PER UN MASSACRO)
I 1967 – DF – 93 Min. – 35mm
Regie Enzo G. Castellari (als E.G. Rowland)
Buch Enzo G. Castellari, Tito Carpi
Kamera Aldo Pennelli – Musik Francesco De Masi
Mit Edd Byrnes, Guy Madison, Thomas Moore, Louise Barret

Der Adria Verleih ging Ende der 70er Jahre Pleite und alle Kopien des Lagers wurden vernichtet. Zum Glück konnten einige wenige Kopien durch private Sammler gerettet werden. Für die Auswertung im Fernsehen und auf Video wurden die Filme neu synchronisiert und zum Teil auch mit einer anderen Musik unterlegt. Nach 40 Jahren zeigen wir die verloren geglaubten Original-Synchronfassungen.

Texas 1867: Der fanatische Südstaaten-Colonel Thomas Blake geht seinem blutigen Handwerk auch nach dem Ende des Bürgerkriegs unbeirrt nach. Mit seiner Bande brutaler Outlaws überfällt und tötet er jeden, dem er begegnet. Da taucht ein geheimnisvoller Fremder auf, der behauptet, das Versteck der Armeekasse zu kennen. Er und Blake schließen einen Pakt, doch auch seine Männer bestehen auf der Beute …

Die erste offizielle Regiearbeit von Enzo G. Castellari, der dem Italo-Western mit KEOMA ein spätes Denkmal setzte.

»In schöner Landschaft gefilmt, mit klugen Pausen zum Spannungsaufbau versehen gehört der recht gute Film zu den ehrenvollsten Exemplaren seines Genres, die in letzter Zeit gedreht wurden.«
(Il Resto di Carlino, 1968)

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DER MANN, DER KAM, UM ZU TÖTEN
(L’UOMO DALLA PISTOLA D’ORO)
I/E 1966 – DF – 85 Min. – 35mm
Regie Alfonso Balcázar
Buch Alfonso Balcázar, Giovanni Simonelli, José Antonio de la Loma
Kamera Mario Capriotti, Stelvio Massi – Musik Angelo Francesco, Lavagnino
Mit Carl Möhner, Luis Dávila, Fernando Sancho, Gloria Milland

»Für Doc Malvin (Carl Möhner), genannt ›Die magische Hand‹, läuft’s zur Zeit relativ beschissen: Abgestiegen vom bekannten Chirurgen zum saufenden Berufsspieler, legt er in Notwehr einen jungen Heißsporn um, der ihn der Falschspielerei bezichtigt. Prompt werden zehn Riesen Kopfgeld ausgesetzt, die den knallharten Kopfgeldjäger Slade (Luis Dávila) auf den Plan rufen. […]

Alles in allem haben wir es mit einem straff und ohne nennenswerte Durchhänger inszenierten Durchschnittswestern zu tun, der sogar gut unterhält. Unter den Darstellern möchte ich vor allem vor Umberto Raho den Hut ziehen, der für meinen Geschmack allerdings eindeutig zu wenig Screentime bekommt: Auch die Figur des schmierigen Bürgermeisters hätte eine etwas detailliertere Zeichnung verdient. Fernando Sancho bietet eine solide Performance als Sado-Operetten-Mex. Gute Kameraarbeit und Atmo sowie eine recht raue, humorlose Gangart runden die Schose ab.«
(www.film-maniax.de)

Sonderveranstaltung: 8,13 € / 7,13 € / 6,13 €

*****

Zorba

Samstag 25.6.2016 – 20 Uhr
Förderverein Filmkultur Bonn präsentiert …
ALEXIS SORBAS
GR/USA 1964 – DF – 142 Min. – 35mm
Buch & Regie Michael Cacoyannis
Literaturvorlage Nikos Kazantzakis
Kamera Walter Lassally – Musik Mikis Theodorakis
Mit Anthony Quinn, Alan Bates, Irene Papas, Lilja Kedrowa

Für Anthony Quinn war Alexis Sorbas die Rolle seines Lebens: Quinn war Sorbas, und Sorbas war Quinn. In der Geschichte steht das vitale Lebensprinzip des Minenarbeiters und Vaganten Sorbas dem rationalistischen des englischen Schriftstellers und Bergwerkserben Basil (Alan Bates) gegenüber. Sorbas Vitalität zwingt am Ende alle und alles in seinen Bann. Für viele Kinozuschauer verkörpert der amerikanische Schauspieler Anthony Quinn somit auch den griechischen Mann an sich – und der von Quinn für diesen Film kreierte Tanz Sirtaki ist für viele der griechische Volkstanz schlechthin.

»Mit ausgezeichneten Darstellern in kraftvollem Stil inszenierte Verfilmung des Kazantzakis-Romans […]. Auf die Faszination des Hauptdarstellers hin inszeniert, entzieht sich der Film jeder Verbindlichkeit und stellt eine exotisch-fesselnde Welt aus.«
(Lexikon des Internationalen Films)

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ein-toller-einfall-a-crazy-idea-1932

Sonntag 26.6.2016 – 20 Uhr
Deutsche Lustspiele 1930 – 1932
EIN TOLLER EINFALL
D 1932 – 87 Min. – 35mm
Regie Kurt Gerron
Buch Philipp Lothar Mayring, Fritz Zeckendorf
Kamera Werner Bohne, Konstantin Irmen-Tschet – Musik Walter Jurmann, Bronislau Kaper
Mit Willy Fritsch, Max Adalbert, Jakob Tiedtke, Dorothea Wieck, Theo Lingen, Adele Sandrock

»In den frühen 1930er Jahren war Gerron, der höchstes Renommee genoss, beinahe allgegenwärtig auf den Bühnen der Berliner Revuetheater und Kabaretts. […] Wie im Theater führte Gerron auch im Film mehrfach Regie, so in der Ufa-Produktion Ein toller Einfall mit Willy Fritsch als Maler, der das Schloss seiner Onkels zum Hotel umfunktioniert. Dort quartiert sich neben der Tochter eines steinreichen Amerikaners auch eine Revuetruppe ein: Verliebtheiten und Verwechslungen sind vorprogrammiert. Mit von der Partie ist Max Adalbert, ebenfalls ein großer Kabarettist und Komiker, der vor allem in der Rolle des Ekels, des Querulanten und Pantoffelhelden entzückte.«
(Philipp Stiasny, Zeughauskino)

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Mittwoch 29.6.2016 – 20 Uhr
Deutsche Lustspiele 1930 – 1932
EIN STEINREICHER MANN
D 1932 – 80 Min. – 35mm
Regie Stefan Szekely
Buch Eugen Szatmari, Ernst Wolff
Kamera
Reimar Kuntze – Musik Theo Mackeben
Mit Curt Bois, Dolly Haas, Adele Sandrock, Paul Hörbiger, Willi Schur, Margarete Kupfer

im Vorprogramm:
SCHERBEN BRINGEN GLÜCK
D 1932 – 20 Min. – 35mm
Regie Curt Bois
Kamera Hans Karl Gottschalk – Musik Hans J. Salter
Mit Curt Bois, Karin Hardt

»Zwei Filme von und mit Curt Bois, dem Jüngling von schmächtiger Gestalt mit den traurigen dunklen Augen, dem deutschen Bruder von Buster Keaton. In dem Vorfilm des Programms Scherben bringen Glück, der einzigen Regiearbeit von Bois, verheißt bereits der Titel, dass immer erst etwas zu Bruch gehen muss, bevor sich alles zum Guten wendet. Hier ist es eine teure Vase, in der turbulenten und schmissig inszenierten Komödie Ein steinreicher Mann ist es eine Kaffeekanne.

Natürlich sind Herr Curt (Curt Bois), der kleine Angestellte eines Juweliers, und Fräulein Dolly (Dolly Haas), die Tochter seiner bärbeißigen Vermieterin, füreinander bestimmt. Doch bevor beide zueinander kommen, verschluckt Curt versehentlich den wertvollen Diamanten einer griesgrämig grimassierenden Fürstin (Adele Sandrock), wird so zum ›steinreichen Mann‹ und Stadtgespräch, wird von der Fürstin widerwillig gepflegt, von Detektiv Linkerton (Paul Hörbiger) bewacht und von Gangstern belauert. Zwischendurch zeigt Curt Dolly mit großem Stolz sein neues Domizil, die fürstliche Wohnung, und singt und tanzt mit ihr ganz wunderbar zum Schlager Komm’, lass’ uns einen kleinen Rumba tanzen
(Philipp Stiasny, Zeughauskino)

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Donnerstag 30.6.2016 – 20 Uhr
Grüße aus dem Ferienlager
CROPSY
(DIE VERBRENNUNG)
USA 1981 – OF – 90 Min. – 35mm
Regie Tony Maylam
Buch Peter Lawrence, Bob Weinstein
Kamera Harvey Harrison – Musik Rick Wakeman
Mit Brian Matthews, Leah Ayres, Brian Backer, Lou David

Cropsy, der Aufseher des Sommercamps Blackwood, wird bei einem aus den Fugen geratenen Streich völlig entstellt. Jahre später entsteht nicht unweit des Unfallortes ein neues Ferienlager, und auch der just aus dem Krankenhaus entlassene Cropsy schaut wieder vorbei – mit einer Gartenschere im Gepäck …

Der sonnige Slasher vereint etablierte Kräfte wie Make-Up-Meister Tom Savini und Yes-Keyboarder Rick Wakeman mit Newcomern: Das berühmt-berüchtigte Produzentengespann Bob und Harvey Weinstein sowie die spätere Oscargewinnerin Holly Hunter, hier in einer wortlosen Nebenrolle zu sehen, fanden durch CROPSY ihren Einstieg ins Filmgeschäft.

»CROPSY ist ein ungewöhnlich effektiver Horrorfilm in fast jeglicher Hinsicht; ein gefundenes Fressen für alle, die sich wünschen, dass FRIDAY THE 13, PART II ein stärkeres, intelligenteres Skript bekommen hätte. […] Seine größten Stärken sind ein dichtes, schnittiges Drehbuch und die geistesgegenwärtige Versammlung von verlässlichen Talenten sowohl vor als auch hinter der Kamera.«
(Scott Ashlin, 1000misspenthours.com)

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