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Montag 25.9.2017 – 21:15 Uhr (Einlass ab 20:30 Uhr)
Zu Gast im Filmclub 813: 15. Afrika Film Festival Köln
HEADBANG LULLABY
Marokko/Frankreich/Katar/Libanon 2017 – OmeU – 111 Min. – digital
Regie Hicham Lasri

Marokko, 1986. Mit surreal anmutenden Bildern erzählt HEADBANG LULLABY aus dem Leben des Regierungsbeamten Daoud. Dieser wird am Tag nach dem überraschenden Sieg Marokkos über Portugal bei der Fußball-WM auf eine Brücke beordert, die im Umland von Casablanca über eine kaum befahrene Autobahn führt. Denn hier soll möglicherweise Hassan II., der König des Landes, vorbeifahren, dessen Politik in den Jahren zuvor zu wachsender Armut und blutigen „Brot-Unruhen“ geführt hat. Daoud hat auf seinem Wachposten einige verwirrende Begegnungen: mit Regierungsanhängern und Familien politischer Gefangener, einer rätselhaften Fremden, einem Berber und einem fußballbegeisterten Jungen. Wie in seinem Spielfilm STARVE YOUR DOG, den FilmInitiativ bei den Kölner Kino Nächten 2016 präsentierte, blickt Regisseur Hicham Lasri auch in seiner neuen Produktion gesellschaftskritisch auf die Geschichte Marokkos und inszeniert ein bildgewaltiges, psychedelisches Märchen voller absurder Situationen, in denen die unter gnadenloser Repression leidenden Protagonisten und Protagonistinnen über sich hinauswachsen.

Eintritt: 7,00 / 5,00 ermäßigt

Eine Kooperation des Filmclub 813 e. V. mit Filminitiativ e.V.

Informationen zum 15. Afrika Film Festival

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Vom 1.10. bis 5.10.2017 ist das Filmfestival Cologne zu Gast.

Filmreihe: Stealing From The West, je 19:30 Uhr

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Ab dem 6.10.2017 beginnt dann wieder das reguläre Programm des Filmclub 813.

Wir starten mit:

Freitag 6.10.2017 – 20 Uhr
Zu Gast im Filmclub 813: Julia Ostertag
DARK CIRCUS
Deutschland 2016 – teilw. OmU – 89 Min. – digital
Buch & Regie Julia Ostertag
Kamera Bellocq, Colin Elves, Christoph Hüttner, Martin Rath – Musik Vortex
Mit Angela Maria Romacker, Namjira As-Sefid, Annika Strauss, Nikolai Arnold

Johanna langweilt sich inmitten des Berliner Großstadtlebens. Als sie ihren Job in einem Friseursalon verliert, wird sie zunehmend von Tagträumen und Visionen ereilt. Sie folgt dem mysteriösen Ruf in eine Parallelwelt, in der sie in die Zirkel einer Gothic-Fetisch-Clique gerät.

Die Geschichte einer Transformation, eine sinnliche Reise in die Abgründe des Unbewussten. Satanismus, schwarze Magie, S & M und Ritual-Sex bestimmen diese okkulte Welt ohne Tabus, in welcher die Protagonistin eine neue emotionale und sexuelle Heimat sucht.

In Anwesenheit von Julia Ostertag, mit anschließenden Filmgespräch!

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Samstag 7.10.2017 – 20 Uhr
100 Jahre Oktoberrevolution
UNTERWEGS ZU LENIN
UDSSR/DDR 1969 – DF – 106 Min. – s/w – 35mm
Regie Günter Reisch
Buch Günter Reisch, Helmut Baierl, Herbert Fischer, Jewgeni Gabrilowitsch
Literaturvorlage Alfred Kurella, nach Motiven aus seinem Erinnerungsbuch
Kamera Jürgen Brauer, Waleri Wladimirow
Mit Helmut Habel, Lev Kruglyy, Inge Keller

»Wann die geistige Reise Viktor Kleists, Sohn einer bürgerlichen Familie und Kommunist, zu Lenin genau begann, ist nicht datiert. 1919 aber macht er sich persönlich auf den Weg nach Moskau, als Kurier der KPD mit zwei Briefen für Lenin in der Tasche. Es wird eine abenteuerliche Fahrt, und die erste Begegnung mit der Roten Armee erlebt Viktor mit erhobenen Händen. Als seine Identität geklärt ist, hilft man ihm schnell weiter. In Moskau angekommen, sieht Viktor den nüchternen Alltag der Revolution, der aus harter Arbeit besteht. In Lenins Auftrag arbeitet er mit der Revolutionärin Lena an einem Aufruf zur Kommunistischen Jugendinternationale. Dann kommt die erschütternde Nachricht von der Niederschlagung der Bayerischen Räterepublik. Und schließlich die Begegnung mit Lenin selbst, der Viktors revolutionäre Romantik auf den Boden der Tatsachen stellt und ihm ein Programm für den Kampf in Westeuropa mitgibt. Viktor macht sich auf den Weg zurück. Im Zug sitzt er neben einem aus der Gefangenschaft heimkehrenden Soldaten, dessen gerade gewonnene revolutionäre Einsicht unter dem Eindruck des nahenden Deutschlands schwindet – ein Erlebnis, das Viktor die Herausforderung der Zeit verdeutlicht.«
(Arbeitsheft 5 der Deutschen Akademie der Künste, Berlin 1970)

Im Vorprogramm
WARUM SICH DER 60. JAHRESTAG DER OKTOBERREVOLUTION NICHT FÜR DIE WODKAWERBUNG IN DER BRD EIGNET
DDR 1977 – 17 Min. – s/w – 35mm
Regie Hans-Jürgen Hohmann
Buch Hans-Jürgen Hohmann, Heinz Baumert
Musik Floh de Cologne

»Zum 60. Jahrestag der Oktoberrevolution zog ein DEFA-Filmteam durch die Fußgängerzonen der Bundesrepublik und befragte Passanten zu dem historischen Ereignis. Deren Wissen oder Wissenslücken werden mit Ausschnitten aus der westdeutschen Presse und einem Soundtrack der Linksrock-Band Floh de Cologne kommentiert.«
(Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen)

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Sonntag 8.10.2017 – 19:15 Uhr
Paris mon amour
SKANDAL IN PARIS
(LA MÔME PIGALLE)
Frankreich 1955 – DF – 88 Min. – s/w – 35mm
Regie Alfred Rode
Buch Jacques Companéez, Louis Martin
Kamera Marc Fossard – Musik Roger-Roger
Mit Claudine Dupuis, Philippe Nicaud, Dany Carrel, Jean Gaven

Eine frisch aus dem Gefängnis entlassene junge Nachtclubtänzerin muss sich einer Vielzahl falscher Freunde erwehren, die alle nur ihre Nähe suchen, da sie möglicherweise weiß, wo sich die Beute eines ungeklärten Juwelendiebstahls befindet.

Regisseur Alfred Rode war der Ehemann von Hauptdarstellerin Claudine Dupuis, mit der er insgesamt acht Filme drehte. In ihrer fünften Zusammenarbeit porträtiert er lustvoll das verruchte Treiben im berüchtigten Pariser Vergnügungsviertel Pigalle und tritt auch selbst einige Male als Leiter des eigenen Orchesters auf. Das »ordinäre Vergnügen an schmierigen Darbietungen« (Film-Dienst), gepaart mit handfester Kritik am französischen Polizeiapparat, brachte dem Film in seinem Heimatland beinahe ein Verbot ein.

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Mittwoch 11.10.2017 – 20 Uhr
something weird cinema
LASS JUCKEN, KUMPEL
BRD 1972 – 95 Min. – 35mm
Regie Franz Marischka
Buch Franz Marischka, Gunter Otto – Literaturvorlage Hans-Henning Claer
Musik Jochen Baum – Kamera Gunter Otto
Mit Michel Jacot, Rinaldo Talamonti, Anne Graf, Willy Krause, Ruth Eiben

Hinter der Kulisse des grauen Waldes aus Schornsteinen und Fördertürmen blüht für die Kumpel mit ungeahnter Vehemenz eine üppige Blume: der Sex! Der harte Lebensrhythmus ihres grauen Alltags heißt: Arbeit, Bier und Bett. Der an der Kinokasse äußerst erfolgreiche erste Teil der LASS JUCKEN, KUMPEL-Filmreihe kann mit Fug und Recht als ein Klassiker des bundesdeutschen Sexploitationfilms bezeichnet werden. Fünf weitere Teile sollten folgen …

»Die fahrige Art von Marischkas Film, in dem sich die tollen und die blöden Momente abwechseln, ein schlüssiger Gesamtentwurf immer wieder durch möglichst ‚aufregende‘ Sex-Episödchen torpediert wird, spiegelt auch das ziel- und perspektivlose Leben seiner Protagonisten wider, für die die einzigen Lichtblicke in einem ansonsten wenig beglückenden Leben die gelegentlichen Schäferstündchen und das Saufgelage im Kreise der Kollegen sind. Für große Lebensentwürfe ist da längst kein Platz mehr.«
(Oliver Nöding, Remember it for later)

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Donnerstag 12.10.2017 – 20 Uhr
Boulevard der Erinnerung: Roger Moore († 23.5.2017)
ABRECHNUNG IN SAN FRANZISKO
(GLI ESECUTORI)
Italien 1976 – DF – 102 Min. – 35mm
Regie Maurizio Lucidi, Guglielmo Garroni
Buch Ernest Tidyman, Randal Kleiser, Gianfranco Bucceri, Roberto Leoni, Nicola Badalucco, Maurizio Lucidi
Kamera Aiace Parolin – Musik Luis Enriquez Bacalov
Mit Roger Moore, Stacy Keach, Ivo Garrani, Fausto Tozzi, Peter Martell

Im Hafen von San Francisco ist die Kacke am Dampfen. Denn das antike Jesus-Kreuz aus der sizilianischen Heimat ist zwar angekommen, aber sein Inhalt fehlt: Heroin! Die Mafia drückt bei solchen Verlusten gern schon mal beide Augen zu – und zwar die des vermeintlichen Verräters. Der sieht nur einen Ausweg: Sein sizilianisch-amerikanischer Neffe soll den wahren Schuldigen suchen …

Den Neffen spielt Roger Moore mit seiner typisch trockenen, leicht überheblichen Art, die so gar nicht zu seinen Verhörmethoden passen will. Aber nicht nur Moore ist ein Wanderer zwischen den Welten. Gleich sechs amerikanische und italienische Drehbuchautoren wurden verheizt. Die sorgen dafür, dass der Zuschauer mindestens drei Filme gleichzeitig zu sehen glaubt. Einschließlich einer Probefahrt, die das Wort Abwrackprämie endlich mal mit Leben füllt.

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Samstag 14.10.2017 – 20 Uhr
Zum 80. Geburtstag von Dustin Hoffman (* 8.8.1937)
ZWEI NUMMERN ZU GROSS
(UN DOLLARO PER 7 VIGLIACCHI)
Italien/Spanien/USA 1968 – DF – 87 Min. – 35mm
Regie Giorgio Gentili
Buch & Literaturvorlage José Luis Bayonas, Jim Henaghan
Kamera Manuel Rojas – Musik Gregorio García Segura
Mit Dustin Hoffman, Elsa Martinelli, Cesar Romero, Gustavo Rojo

Nach seiner Flucht aus den USA wird Gangsterboss Mike Madigan ermordet aufgefunden. Seine ehemaligen Kollegen, die italienische Polizei und das amerikanische Finanzministerium starten daraufhin eine Jagd nach seiner Hinterlassenschaft in Millionenhöhe. Der junge Steuerfahnder Jerry Fister (Hoffman) wird auf den Fall angesetzt, doch scheint der Fall für ihn mindestens zwei Nummern zu groß zu sein. Kaum in Rom angekommen, tritt er in jedes Fettnäpfchen und gerät zwischen die Fronten der italienischen Polizei und der Mafia.

In diesem Film gab Dustin Hoffman 1966 sein Leinwanddebüt. Da der Film aus verleihtechnischen Gründen erst zwei Jahre später anlaufen konnte, wurde Benjamin Braddock in THE GRADUATE (1967) zu seiner ersten Kinorolle.

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Sonntag 15.10.2017 – 19:15 Uhr
Ziviler Widerstand
ZELLE R 17
(BRUTE FORCE)
USA 1947 – DF – 98 Min. – s/w – 35mm
Regie Jules Dassin
Buch Richard Brooks – Literaturvorlage Robert Patterson
Kamera William H. Daniels – Musik Miklós Rózsa
Mit Burt Lancaster, Hume Cronyn, Charles Bickford, Yvonne De Carlo, Ann Blyth, Ella Raines

Burt Lancaster als Verurteilter in einem höllischen Knast, der von der Hand eines Aufsehers unbarmherzig, aber im süßen Tonfall des Machtrausches geführt wird, versucht mit einer Gruppe den Ausbruch. Die Welt dieses Films ist schwarz wie die Nacht, ein beengtes, verdüstertes Spiegelbild der Staatsmacht, das seine Bürger mit der nackten Gewalt des Originaltitels bei Fuß hält. Außerhalb der Mauern ist es nicht besser.

Dassins klarer Blick auf die Machtverhältnisse – »Kindness is weakness and weakness makes followers, not leaders« – ist trotz der dargestellten Härte und der metaphorischen Inszenierung nur ein unzureichender Hinweis auf den Showdown. Wer schwache Nerven hat, sollte diesen Film auslassen: Einen gnadenloseren Schluss gibt es in der Geschichte der klassischen Hollywood-Ära nicht.

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Mittwoch 18.10.2017 – 19:15 Uhr
7. Filmfest homochrom
APRICOT GROVES
Armenien 2016- OmU – 78 Min. – digital
Regie Pouria Heidary Oureh

Aram kehrt für einen Tag in seine Heimat zurück, um einer armenischen Freundin, die er in den USA kennen gelernt hat, einen Heiratsantrag zu machen. Weil ihr Vater tot ist, wird Aram von seinem Bruder auf das traditionelle Ritual vorbereitet. Doch der Vater seiner Angebeteten bekommt schon beim ersten Handschlag Zweifel.

Der Debütfilm des iranischen Regisseurs wurde auf vielen internationalen Festivals sehr herzlich aufgenommen und erhielt mehrere Preise in Amsterdam, Miami, Spanien sowie Ghana. APRICOT GROVES zeigt nicht nur Transsexualität im Nahen Osten, sondern auch kulturelle Unterschiede und ein bisschen Hoffnung.

Eintritt: 9,00 / 7,00 ermäßigt

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Mittwoch 18.10.2017 – 20:50 Uhr
7. Filmfest homochrom
SMALL PALE BLUE GIRLS
Korea 2016 – OmU – 94 Min. – digital
Regie Diverse

Drei Kurzfilme aus Südkorea: In SUMMER‘S TALE drängt sich eine neue Mitschülerin zwischen zwei beste Freundinnen. In FAMILY PLAN wollen zwei Mädchen Kinder haben, die wie die jeweils andere aussehen; Jahre später steht eine Hochzeit an, bei der ihr Plan beginnen könnte. Und in FIRST LOVE soll eine alte Frau nach 40 Jahren Partnerschaft ihre Wohnung verlassen.

Die Kurzfilme stammen von drei Regisseurinnen und einem Ko-Regisseur und wurden eigentlich unabhängig voneinander produziert. Als Zusammenstellung wecken sie Erinnerungen an die US-Produktion WOMEN LOVE WOMEN.

Eintritt: 9,00 / 7,00 ermäßigt

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Donnerstag 19.10.2017 – 19:15 Uhr
Filmfest homochrom
LAMPENFIEBER (Episode 1-3)
Deutschland 2017 – 25 Min. – digital
Regie Anna F. Kohlschütter
Schöpfer Levin Hübner und Fabian Wallenfels

Philipp ist Hals über Kopf in Ex-Verbotene-Liebe-Star Gunnar verliebt und schmeißt sein Studium. Stattdessen fängt er ein Praktikum an der Kölner Studiobühne an, wo Gunnar für sein Comeback als seriöser Schauspieler probt.

LAMPENFIEBER ist eine neue Webserie aus Köln, ein queere Dramödie über das Erwachsenwerden auf und hinter der Bühne eines Theaters.

Das Filmteam wird zur Weltpremiere anwesend sein.

Eintritt: kostenlos

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Donnerstag 19.10.2017 – 20 Uhr
7. Filmfest homochrom
DAS BEZIEHUNGSKONTO
Deutschland 2017 – 120 Min. – digital
Buch und Regie Roland Schimmel-Pfennig

Ein Florist will einen Musikfilm drehen und zu seinem 50. Geburtstag im Kino zeigen. Die Lieder sind fertig, Freunde und Partner wirken mit, nur ein Kameramann fehlt. Ein gewiefter TV-Produzent macht dem Kölner ein unschlagbares Angebot. Doch dann beginnt ein Beziehungsreigen, der einiges aufs Spiel setzt.

Der selbstproduzierte Low-Budget-Film entwickelt sich zu einem Krimi und punktet mit Selbstironie, abwechslungsreichen Musikclips und wunderbaren Aufnahmen der Domstadt.

Der Regisseur wird mit Filmteam zur Weltpremiere anwesend sein.

Eintritt: 9,00 / 7,00 ermäßigt

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Freitag 20.10.2017 – 20 Uhr
Dirty Pictures präsentiert…die gnadenlose Welt des Italowestern – In memoria Tomás Milián († 22.3 2017)

Der Kubaner Tomás Milián erlangte durch seine charismatischen Darstellungen im Italowestern große Berühmtheit und veredelte durch seine einzigartige Leinwandpräsenz so manchen Genreklassiker. Wir gedenken ihn heute mit zwei Werken, beide in feinstem Technicolor.

VIVA CANGACEIRO
Italien/Spanien 1970 – DF – 104 Min. – 35mm
Regie Giovanni Fago
Buch Bernardino Zapponi, José Luis Jerez Aloza, Rafael Romero Marchent
Kamera Alejandro Ulloa – Musik Riz Ortolani
Mit Tomás Milián, Edoardo Fajardo, Leo Anchóriz, Ugo Pagliai

Nachdem Regierungstruppen sein Dorf niederbrannten und seinen Vater und seine Kuh töteten, mutiert der Bauer Espedito (Tomás Milián) zum Revolutionär. Als selbsternannter Erlöser ist er dem Gouverneur aber schnell ein Dorn im Auge …

Ein Quasi-Revolutionswestern, dessen Handlung in Brasilien zu Beginn des 20. Jahrhunderts angesiedelt ist. Tomás Milián interpretiert den Titelsong.

DJANGO – DIE APOKALYPSE WARTET SCHON
Italien 1975 – DF – 87 Min. – 35mm
Regie Lucio Fulci
Buch  Ennio De Concini
Kamera Sergio Salvati – Musik Bixio-Frizzi-Tempera
Mit Fabio Testi, Lynne Frederick, Tomás Milián, Harry Baird

In der Utah-Gemeinde Salt Flat wütet der Mob. Nur mit Glück überleben die vier apokalyptischen Reiter um den notorischen Falschspieler Stubby Preston (Fabio Testi) das Massaker. Sie fliehen in den Süden, treffen aber auf den nicht gerade zimperlichen Banditen Chaco (Tomás Milián) …

Lucio Fulcis brutaler und melancholischer Spätwestern mit Miliáns letztem und unvergesslich sadistischem Auftritt im Genre.

Sonderveranstaltung: 8,13 / 7,13 / 6,13

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Samstag 21.10.2017 – 20 Uhr
Ziviler Widerstand
ATTENBERG
Griechenland 2010 – OmU – 96 Min. – 35mm
Buch & Regie Athina Rachel Tsangari
Kamera Thimios Bakatakis
Mit Ariane Labed, Evangelia Randou, Vangelis Mourikis, Giorgos Lanthimos

Ein Film, der mit radikalem chic weibliches Begehren modernisiert. Kann man lieben lernen? Kann man Eroberung von Besitz trennen? Nur, wenn man die Verhältnisse zum Tanzen bringt. Hinter dem Titel verbirgt sich eine Hommage auf den Namen von Sir Richard Attenborough, dessen berühmte Tierdokumentationen die junge Marina ebenso faszinieren wie sie sie in ihrer Identitätssuche verwirren: Sie drückt sich aus durch Tier-Imitationen, gern auch in Gesellschaft.

Der Film bewegt sich zwischen Musical, soziologischer Versuchsanordnung und auf der Straße choreografierter Performance-Kunst – dazu passen die ritualisierten Wortgefechte, die sich Marina mit ihrem Vater und ihrer Freundin Bella leistet. Wenn die beiden mit ihren Motorrollern und Dufflecoats durch die Stadt cruisen, wirken sie wie klassische Außenseiter, wie aus der Zeit gefallene Mods, die sich im tristen Griechenland der Gegenwart (neu) erfinden müssen.

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Sonntag 22.10.2017 – 19:15 Uhr
Boulevard der Erinnerung: Jeanne Moreau († 31.7.2017)
STUNDEN VOLLER ZÄRTLICHKEIT / MODERATO CANTABILE
(MODERATO CANTABILE)
Frankreich/Italien 1960 – DF – 94 Min. – s/w – 35mm
Regie Peter Brook
Buch Marguerite Duras, Gérard Jarlot – Literaturvorlage Marguerite Duras
Kamera Armand Thirard – Musik Antonio Diabelli
Mit Jeanne Moreau, Jean-Paul Belmondo, Pascale de Boysson, Jean Deschamps

Die gelangweilte Gattin eines Fabrikanten wird Zeugin eines Mordes an einer jungen Frau. In der Menge der Schaulustigen lernt sie den jungen Fabrikarbeiter Chauvin kennen. Zunächst verbindet sie nur das gemeinsame Interesse an dem Mord. Sie versuchen die Geschichte des Mörders und der Ermordeten zu entschlüsseln, ohne zu merken, dass es auch ihre eigene ist.

Der Film ist eine murder mystery, aber wie Luft, fast ohne äußeres Geschehen, dafür reich an poetischer Bilderfindung, in der für den Nouveau Roman der 1960er Jahre bezeichnenden betörenden Sublimität. Jeanne Moreau wurde für diesen Film 1960 in Cannes als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Im Vorprogramm
MADEMOISELLE MIMI
Frankreich/Italien/BRD 1967 – DF – 18 Min. – 35mm
Regie Philippe de Broca
Buch Daniel Boulanger – Musik Michael Legrand
Mit Jeanne Moreau, Jean-Claude Brialy, Catherine Samie, Jean Richard

Drittes Segment des Omnibusfilms DAS ÄLTESTE GEWERBE DER WELT, einer Sammlung von Geschichten über die Prostitution, quer durch die Geschichte. De Brocas Beitrag spielt im revolutionären Frankreich. Mimi findet heraus, dass ihr Klient, der Neffe des Marquis, mehr an den Hinrichtungen vor ihrem Fenster als an bezahltem Sex interessiert ist.

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Mittwoch 25.10.2017 – 20 Uhr
something weird cinema
DAS BÖSE II
(PHANTASM II)
USA 1988 – DF – 94 Min. – 35mm
Buch & Regie Don Coscarelli
Kamera Daryn Okada – Musik Fred Myrow, Christopher L. Stone
Mit Angus Scrimm, James Le Gros, Reggie Bannister, Paula Irvine

Der zweite Teil der bekannten Horrorfilmreihe um das düstere Treiben des Tall Man. Wir zeigen die ungeschnittene US-Fassung! Neun Jahre ist es her, seit Mike den Tall Man daran hindern konnte, weiter auf dem Morningside Friedhof Leichen auszugraben, um diese zu Zwergsklaven mutieren zu lassen und sie dann in eine andere Dimension zu transportieren. Doch nun kehrt der Tall Man mit dem tödlichen Willen zurück, sein blutiges Werk fortzusetzen. Mike und sein Freund Reggie beschließen, den Tall Man zu verfolgen und zu vernichten. Schnell werden sie fündig, denn der Gesuchte hinterlässt verwüstete Städte mit leeren Friedhöfen.

»Zwischen PHANTASM und seinem Sequel liegen rund neun Jahre – umso erfreulicher, dass die Filme fast wie aus einem Guss wirken. Die Fortsetzung betont eher die Action- statt die Horrorelemente und doch ist Coscarelli hiermit ein Nachfolger gelungen, der erstaunlich gut an den ersten Teil anknüpfen kann. Eine unterhaltsame Melange aus Grusel, Action und Effekten.«
(ofdb.de)

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Donnerstag 26.10.2017 – 20 Uhr
Filmmuseum Düsseldorf präsentiert…
DER OMEGA-MANN
(THE OMEGA MAN)
USA 1971 – DF – 98 Min. – 35mm
Regie Boris Sagal
Buch John W. & Joyce H. Corrington, William P. Blatty – Literaturvorlage Richard Matheson Kamera Russell Metty – Musik Ron Grainer
Mit Charlton Heston, Anthony Zerbe, Rosalind Cash, Paul Koslo

Charlton Heston stellt in dieser Verfilmung des Romans »I Am Legend« einen der letzten Überlebenden der Menschheit dar; in einer postapokalyptischen Welt, die durch einen mit biologischen Waffen geführten Krieg zwischen der UdSSR und China geschaffen wurde, durchstreift er einsam Los Angeles. Nachts greifen ihn lichtempfindliche Mutanten an. Sie nennen sich »Die Familie« und verteufeln alles, was mit Technik zu tun hat. Für sie ist er das Symbol einer untergegangen Zivilisation, die Schuld an ihrem Leben in der Dunkelheit trägt. Doch ihr Feind sucht verzweifelt nach einem Antiserum, das er in seinem Blut vermutet – aufgrund eines Unfalls ist er der einzige Mensch, der sich gegen die Krankheit impfen konnte.

Der Film hat nichts von seiner Aktualität verloren und spiegelt die Angst einer Gesellschaft vor dem Fremden und Anderen wider. Der Roman wurde zuvor mit Vincent Price (1964) und später mit Will Smith (2007) in der Hauptrolle verfilmt.

Einführung: Solange Landau, Filmmuseum Düsseldorf

Im Vorprogramm
VESELYAKAT
Bulgarien 1987 – OF – 10 Min. – 16mm
Regie Anri Koulev – Buch Hristo Ganev

In diesem parabelartigen Animationsfilm begegnet ein unbedarfter, vergnügter Mann mit bunter Flagge einer Horde mürrischer Menschen mit Knüppeln. Er kommt an ihnen vorbei, setzt seinen Weg fort und überwindet diverse Kräfte der Natur, verliert dabei aber den Stoff an seiner Flagge. Schwermütig schließt er sich der Masse an.

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Freitag 27.10.2017 – 19:15 und 21:15 Uhr
Samstag 28.10.2017 – 19:15 und 21:15 Uhr
THE PHILIP K. DICK EUROPEAN SCIENCE FICTION FILM FESTIVAL

Zum zweiten Mal ist das Philip K. Dick Festival im Filmclub 813 zu Gast. Gründer Dan Albella wird an zwei Tagen und in vier Blöcken eine Palette von internationalen Kurzfilmen vorstellen, die das Genre nutzen, um philosophische Gedanken zu formulieren und sich – im Sinne des geistigen Vaters Philip K. Dick – mit der Frage nach dem Wesen der Realität oder der Definition des Mensch-Seins auseinanderzusetzen. In seltsamen Zukunftswelten begegnen wir Androiden, Künstlichen Intelligenzen und virtuellen Paradiesen (so in Philippe McKies BREAKER, Vladimir Todorovs FLUTTER und Stuart Blacks NO GUARANTEE), wohnen barocken intergalaktischen Musicals bei (Stephanie Winters A ROBOT TALE), finden uns in alternativen Geschichtsverläufen wieder (Alfred Thomas Catalfos SPLIT TICKET) oder kommen in Grant Harveys Hommage an BLADE RUNNER, TEARS IN THE RAIN, dem Kernproblem eingepflanzter Erinnerungen noch ein Stück näher.

Das finale Line-Up wird hier in Kürze erscheinen. Dan Albella wird persönlich anwesend sein und wir hoffen, auch dieses Jahr wieder einige der Filmemacher begrüßen zu dürfen.

Alle Filme werden digital und in der Originalfassung ohne Untertitel gezeigt.

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Sonntag 29.10.2017 – 19:15 Uhr
Paris mon amour
ZWEI MANN, EIN SCHWEIN UND DIE NACHT VON PARIS
(LA TRAVERSÉE DE PARIS)
Frankreich/Italien 1956 – DF – 82 Min. – s/w – 35mm
Regie Claude Autant-Lara
Buch Jean Aurenche, Pierre Bost – Literaturvorlage Marcel Aymé
Kamera Jacques Natteau – Musik René Cloërec
Mit Jean Gabin, Bourvil, Louis de Funès, Jeannette Batti

»Eine vergnügte Ballade vom Schwarzen Markt nach einer Vorlage des skurrilen Romanciers Marcel Aymé aus den makabren Jahren der deutschen Besatzung in Paris. […] Jean Gabin und der in Deutschland noch unbekannte Komiker Bourvil, die mit vier Koffern voll schwarzgeschlachtetem Schwein eine tückische Nacht lang Paris zu durchqueren trachten, zeigen erhabene Schauspielerei, für die Bourvil mit dem ›Großen Preis‹ der Biennale von Venedig ausgezeichnet wurde.«
(Der Spiegel)

Im Vorprogramm
DER MANN, DER DEN EIFFELTURM KAUFTE
(L’HOMME QUI VENDIT LA TOUR EIFFEL)
Frankreich 1964 – DF – 19 Min. – s/w – 35mm
Regie Claude Chabrol
Buch Claude Chabrol, Paul Gégauff – Literaturvorlage Marcel Aymé
Kamera Jean Rabier – Musik Pierre Jansen
Mit Jean-Pierre Cassel, Catherine Deneuve, Francis Blanche

In Chabrols Beitrag zum Episodenfilm DIE FRAUEN SIND AN ALLEM SCHULD gelingt es einer Bande gewiefter Schwindler, einem unheilbar frankophilen Deutschen vorzugaukeln, dass der Eiffelturm zum Verkauf stünde.

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Dienstag 31.10.2017 – 20 Uhr
Boulevard der Erinnerung: George A. Romero (16.7.2017)
THE DARK HALF
(STEPHEN KINGS STARK)
USA 1993 – OF – 121 Min. – 35mm
Buch & Regie George A. Romero
Literaturvorlage Stephen King
Kamera Tony Pierce-Roberts – Musik Christopher Young
Mit Timothy Hutton, Amy Madigan, Michael Rooker, Julie Harris

Der College-Professor Thad Beaumont hat sich als Schriftsteller von Horrorromanen unter dem Pseudonym George Stark einen Namen gemacht. Als sich jedoch ein Erpresser an Beaumont wendet und droht, seine Identität auffliegen zu lassen, beschließt dieser, sein Pseudonym symbolisch zu Grabe zu tragen – mit fatalen Folgen. Eine Mordserie, die mit Beaumont in Verbindung zu stehen scheint, nimmt fortan ihren Lauf.

George A. Romero und Stephen King verband eine enge Freundschaft. Der Film ist nach CREEPSHOW die zweite King-Verfilmung, bei der Romero die Regie übernahm. King widmete hingegen seinem Bruder im Geiste den Roman »Puls«.

»THE DARK HALF is not in the same league with THE SHINING, but it outdistances every other King adaptation I’ve seen. Unlike Mr. Kubrick, Mr. Romero observes the conventions of the horror-film genre, but he observes them with inventive humor, and he holds off on the fancier special effects until virtually the last minute.«
(Vincent Canby, The New York Times)

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Der Filmclub 813 gewinnt den Kinopreis des Kinematheksverbundes 2016 in der Kategorie I Kino, das zurückblickt.

Die Jury-Begründung:
»Der erste Preis der Kategorie I geht an das Kino 813 in der BRÜCKE (Köln) für ein herausragendes Programm, welches trotz geringer Förderung und allein durch ehrenamtliches Engagement ermöglicht wird und sich reflektiert und ideenreich mit unterschiedlichen Aspekten der internationalen Filmgeschichte auseinandersetzt, sowie für seinen Einsatz um die analoge Aufführungspraxis des Mediums vor Ort.«

Die zweiten Preise gingen an das Zeughauskino (Berlin), das Filmmuseum Potsdam, Black Box – Kino im Filmmuseum Düsseldorf, und Caligari Filmbühne (Wiesbaden). Verliehen wurde der Preis am 24.9.2016 im Filmmuseum Berlin.
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Hinweis: Die Rechte des verwendeten Bildmaterials auf dieser Website liegen bei den Rechteinhabern bzw. sind in seiner Verwendung genehmigt. Sollte es Fälle geben, bei denen ein Rechteinhaber nicht ausfindig gemacht werden konnte, so bitten wir diesen, sich
bei berechtigten Ansprüchen beim Filmclub 813 zu melden.

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