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Donnerstag 25.1.2018 – 20 Uhr
Es wird böse enden!“
Retrospektive May Spils / Werner Enke
ZUR SACHE, SCHÄTZCHEN
BRD 1967/68 – 80 Min. – s/w – 35mm
Regie May Spils
Buch Werner Enke, May Spils, Rüdiger Leberecht
Kamera Klaus König – Musik Kristian Schultze
Mit Werner Enke, Uschi Glas, Henry van Lyck, Inge Marschall, Rainer Basedow, Helmut Brasch

Der Reiz dieses Films liegt im Atmosphärischen, in der Milieuschilderung Schwabings, dem damaligen Neukölln – sowie in den lakonischen Dialogen. Der Sprech des Films ist in die deutsche Umgangssprache eingegangen. Spils hat es aber auch verstanden, die skurrile Anomalität ihrer Protagonisten so stilsicher zum Prinzip zu machen, dass die scheinbar normale Welt der biederen Konformisten sich davor immer wieder entlarvt.

Im Vorprogramm:

DAS PORTAIT
BRD 1966 – 10 Min. – s/w – 35mm
Regie May Spils
Buch May Spils, Werner Enke
Kamera Gerhard Fromm, Peter Rohe
Mit May Spils, Werner Enke

In ihrem ersten Kurzfilm zerpflücken Spils & Enke (Spils hier mal als Darstellerin, Enke nur am Buch beteiligt) paternalistisch-verstaubte Kulturvorstellungen. Über den Bildern liegt eine männlich-allwissende Stimme, scheinbar aus einem Kunstkurs von der Schallplatte. „Schöpfen heißt, das ausdrücken, was man im Inneren trägt.“ Doch ihr, die sich als Künstlerin übt, bieten sich bald andere Reize.

MANÖVER
BRD 1966/67 – 10 Min. – s/w – 35mm
Buch, Regie May Spils
Kamera Hubs Hagen
Mit May Spils, Werner Enke, Henry van Lyck

Werner Enke und May Spils spielen ein Pärchen in der Badewanne, das montagmorgens das pünktliche Aufstehen zur Arbeit übt. In ihrem zweiten Kurzfilm geht May Spils die Welt bereits mit antiautoritärem Impetus an. Ein sanfter Kampf gegen das Establishment.

*****

Freitag 26.1.2017 – 19:15 Uhr
Es wird böse enden!“
Retrospektive May Spils / Werner Enke
NICHT FUMMELN, LIEBLING!
BRD 1970 – 87 Min. – s/w – 35mm
Regie May Spils
Buch Peter Schlieper aka Werner Enke
Kamera Hubs Hagen – Musik Kristian Schultz
Mit Werner Enke, Gila von Weitershausen, Henry van Lyck, Elke Haltaufderheide

„Sozusagen die weiter entwickelte, präziser formulierte, konzentriertere Version von ZUR SACHE, SCHÄTZCHEN – die gelungenere Neuverfilmung eines schon gelungenen ersten Versuchs.“
(Stuttgarter Nachrichten)

„Tatsächlich ist Enkes zweiter Film heute noch so frisch und witzig wie damals, ein Feuerwerk unvorhersehbarer surrealer Sprüche, bei dem jede Szene um Enkes Figur des Gammlers und Flaneurs Charlie herumgebaut ist.“ (Taz)

21:15 Uhr
Es wird böse enden!“
Retrospektive May Spils / Werner Enke
HAU DRAUF, KLEINER!
BRD 1974 – 82 Min. – 35mm
Regie May Spils
Buch Peter Schlieper aka Werner Enke
Kamera Gernot Roll – Musik Kristian Schultze
Mit Werner Enke, Henry van Lyck, Mascha Gonska, Frank Mosthav

Spils und Enkes Filme sind – beginnend mit HAU DRAUF, KLEINER – als zunehmende Hinwendung zur optischen Komik zu verstehen.

„Werner Enke und May Spils, der dösende Bastel-Chaot und seine wache Antreiberin, haben ein Monopol im deutschen Lustspielfilm: Außer ihnen gibt es nämlich weit und breit nichts. Aber nicht nur deshalb ist auch ihr dritter Film wieder ein Treffer. (…) Es zeigt sich, dass diese Art von individuellem Skurril-Film eine Gattung für sich ist: Enkes komische Wortschrubbelbürste, variabel je nach fortgeschrittenem Lebensalter. (…) Der Film wirkt wie ein Gagskizzenbuch: Grübelklamotte mit eigensinnigem Sprech.“
(Abendzeitung)

*****

Samstag 27.1.2017 – 19:15 Uhr
Es wird böse enden!“
Retrospektive May Spils / Werner Enke
WEHE, WENN SCHWARZENBECK KOMMT
BRD 1979 – 80 Min. – 35mm
Regie May Spils
Buch Werner Enke, May Spils, Jochen Wedegärtner
Kamera Petrus R. Schlömp – Musik Kristian Schultze
Mit Werner Enke, Sabine von Maydell, Benno Hoffmann, Helmut Stange, Elma Karlowa

Ein von der Steuerfahndung verfolgter Schrotthändler gewinnt einen bankrotten Flohzirkusbesitzer für den Plan, das Finanzamt zu stürmen.

„Trotz mancher Längen und Unzulänglichkeiten haben Werner Enke und May Spils etwas Seltenes zuwege gebracht: einen deutschen Film, in dem man richtig lachen kann.“
(Der Spiegel)

21:15 Uhr
Es wird böse enden!“
Retrospektive May Spils / Werner Enke
MIT MIR NICHT, DU KNALLKOPP
BRD 1983 – 83 Min. – 35mm
Regie May Spils
Buch Jochen Wedegärtner, May Spils, Peter Schlieper aka Werner Enke
Kamera Vlada Majić – Musik Kristian Schultz
Mit Werner Enke, Beatrice Richter, Michael Gahr, Henry van Lyck, Kurt Weinzierl

„Und auch wenn man versteht, dass ein trotzig-kindisches Slapstick-Gewitter auf Kopfschütteln stieß, als zeitgleich Margarethe von Trotta und Wim Wenders ihre Geschichten mit Ernsthaftigkeit vortrugen: Heute fällt einem neben den Spitzensprüchen vor allem die wahnwitzige körperliche Sitcom-Qualität Enkes auf, der geradezu durch den Film turnt. Er spielt Quatsch-Fußball und Quatsch-Billard, er fährt Quatsch-Tandem, und wahrscheinlich liegt es nur an der hierzulande leider fehlenden Tati-de-Funès-Tradition, dass KNALLKOPP noch nicht wiederentdeckt wurde. Er hat es nämlich dringend verdient.“
(Der Freitag)

*****

Sonntag 28.1.2018 – 19:15 Uhr  Wiederholung
Es wird böse enden!“
Retrospektive May Spils / Werner Enke
MIT MIR NICHT, DU KNALLKOPP
BRD 1983 – 83 Min. – 35mm
Regie May Spils
Buch Jochen Wedegärtner, May Spils, Peter Schlieper aka Werner Enke
Kamera Vlada Majić – Musik Kristian Schultz
Mit Werner Enke, Beatrice Richter, Michael Gahr, Henry van Lyck, Kurt Weinzierl

„Flotte Sprüche, doppelbödige Gags – das sind die Markenzeichen der Spils/Enke-Produkte. Eine Chance, auszuruhen, hat man bei dem Tempo des Films kaum. Die Humor-Chaoten Spils und Enke haben einen erfrischend-deftigen Komödien-Eintopf mit allen Derb-, Fein- und Verrücktheiten angerührt, ein Film, aus dem man völlig erschöpft herauskommt.“
(Cinema)

*****

Mittwoch 31.1.2018 – 20 Uhr
813-Carte-Blanche: René Bemmann
DIE LIEBE DER JEANNE NEY
D 1927 – 107 Min. – s/w – 35mm
Regie Georg Wilhelm Pabst
Buch Ladislaus Vajda, Rudolf Leonhardt
Literaturvorlage Ilja Ehrenburg – Kamera Fritz Arno Wagner
Mit Edith Jéhanne, Brigitte Helm, Uno Henning, Fritz Rasp, Adolf Edgar Licho

Jeanne Ney erlebt als Tochter eines französischen Journalisten die Wirren der Russischen Revolution. Ihr Vater wird getötet; Jeanne kann mit Hilfe des Bolschewisten Andreas, der sich in sie verliebt, nach Paris zurückkehren. Dort findet sie zunächst Unterschlupf bei ihrem Onkel und dessen blinder Tochter. Der schmierige Chalybieff jedoch, Spitzel der Weißgardisten, hat bald ein Auge auf Jeanne geworfen und sie in Paris wiederentdeckt.

Ein hemmungsloses Melodrama, mit teils unverhohlener Sympathie für den Sozialismus, was für einen UFA-Film recht ungewöhnlich war. Die Bildsprache der eindrucksvollen Kameraarbeit ist ein Amalgam aus deutschem Expressionismus und sowjetischer Avantgarde.

Klavierbegleitung: Daniel Kothenschulte 

Sonderveranstaltung 8,13 €, 7,13 €, 6,13 €

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Wir sind stolz, bekanntgeben zu können, dass der Filmclub 813 den diesjährigen Lotte-Eisner-Preis des Kinematheksverbundes gewonnen hat.

Die Jury-Begründung:
»Der Filmclub 813 e.V. erhält den Lotte-Eisner-Preis für sein ausgezeichnetes, erfrischend kreatives Programm, das Alt mit Neu, Stumm mit Ton, Kunst mit Pop und Konsenskanon mit Trash verbindet. Der Filmclub 813 liebt, sieht, kuratiert, empfiehlt und zeigt außergewöhnliche Filme (…) in der vorwiegend analogen Vorführpraxis. Sie haben in ihrem Jubiläums-Kinojahr 2016 das erste 813-Non-Stop-Kino-Wochenende mit einem wagemutigen Programm installiert, das sich nicht scheut „L’Etoile de Mer“ (1928) von Man Ray als Vorfilm zu einer 35mm-Kopie von „Der SpongeBob Schwammkopf Film“ aus dem Jahr 2014 zu zeigen. (…) Die Kurator*innen lassen sich von ihrer kritischen (Schau-)Lust und ihrem Kinowissen treiben, abseits eines vermeintlichen Kanons, und bereichern damit das Kinogeschehen. Die „Eisnerin“ wäre angetan von der vorbildhaft cine-enthusiastischen Programmarbeit und differenzierten Auseinandersetzung mit den Medien, Formaten und Inhalten von Film.«
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