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Mittwoch 21.2.2018 – 20 Uhr
Berlinale-Skandale
INTIMACY
GB/FRA/D/ESP 2001 – OF – 117 Min. – 35mm
Regie Patrice Chéreau
Buch Patrice Chéreau, Anne-Louise Trividic – Literaturvorlage Hanif Kureishi
Kamera Éric Gautier – Musik Éric Neveux
Mit Mark Rylance, Kerry Fox, Timothy Spall, Marianne Faithfull

Jeden Mittwoch besucht Claire den Barkeeper und Musiker Jay, den sie zufällig kennengelernt hat, um in seiner Wohnung Sex mit ihm zu haben. Beide kennen zunächst nicht den Namen ihres Partners.

»Bei seiner Uraufführung löste das mit dem Hauptpreis der Berlinale ausgezeichnete Drama auf Grund seiner freizügigen Sexszenen kontroverse Diskussionen aus. Tatsächlich verfällt der anspruchsvolle Film – nach Motiven von Hanif Kureishi – nie dem Voyeurismus. Vielmehr geht es Chéreau darum, das komplexe Seelenleben seiner Protagonisten auszuloten, wobei den Sexszenen eher eine metaphorische als eine erotische Bedeutung zukommt.«
(3sat)

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Donnerstag 22.2.2018 – 20 Uhr
On Dangerous Ground: Ida Lupino
THE BIGAMIST
(DER MANN MIT DEN ZWEI FRAUEN)
USA 1953 – OF – 80 Min. – s/w – 16mm
Regie Ida Lupino
Buch Collier Young
Kamera George E. Diskant – Musik Leith Stevens
Mit Joan Fontaine, Ida Lupino, Edmond O’Brien, Edmund Gwenn, Jane Darwell

»Ein verheirateter Vertreter, dessen Ehe durch Kinderlosigkeit und häufige berufliche Abwesenheit beeinträchtigt ist, geht eine zweite Ehe mit seiner Freundin ein.«
(Lexikon des Internationalen Films)

Als seine erste Frau ein Kind adoptieren will, kommt es zu Nachforschungen des Adoptionsbüros …

THE BIGAMIST ist der einzige Film, in dem Ida Lupino gleichzeitig gespielt und auch Regie geführt hat.

»Lupinos Filme haben keine strikte feministische Perspektive. Sie sind auch feministische Filme. Keine Feministin, aber auch keine Karrierefrau. Lupino erweckt den Eindruck des gleichberechtigten Profis.«
(Hans Schifferle)

»Eine lange Karriere, und eine der spannendsten in Hollywood. ›Immer wieder entdeckt Hollywood Ida Lupino‹, schrieb Newsweek bereits 1940. […] Lupinos Schauspielerkarriere korrespondiert mit wichtigen Strömungen der amerikanischen Filmgeschichte, ihre Regie-Filme haben einen neuen Stil vorbereitet.«
(Hans Schifferle)

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Freitag 23.2.2017 – 20 Uhr
Dirty Pictures präsentiert … die gnadenlose Welt des Italowestern – Kriminalgeschichten, erzählt von Rainer Brandt
EINE KUGEL FÜR DEN BASTARD
(UNA FORCA PER UN BASTARDO)
ITA 1968 – DF – 79 Min. – 35mm
Regie Amasi Damiani
Buch Alberto Damiani
Kamera Angelo Bastrocchi – Musik Berto Pisano
Mit Mimmo Palmara, Livio Lorenzon, Monica Millesi, Barth Warren

Sheriff Allan Philllip (Mimmo Palmara, synchronisiert von Rainer Brandt) versucht, den Mord an dem reichen Farmer Everton aufzuklären. Steckt der jähzornige Foster dahinter? Weiß der trinkfreudige Briefträger mehr als er zugibt?

In diesem äußerst seltenen und lange verschollenen Genrebeitrag präsentiert Regisseur Amasi Damiani das klassische Whodunit-Prinzip im Gewand eines Italowestern. Wir zeigen eine der weltweit letzten erhaltenen Filmkopien.

STIRB ODER TÖTE
(KILLER CALIBRO 32)
ITA 1967 – DF – 87 Min. – 35mm
Regie Alfonso Brescia
Buch Lorenzo Gicca Palli
Kamera Fulvio Testi – Musik Robby Poitevin
Mit Peter Lee Lawrence, Hèlène Chanel, Agnès Spaak, Nello Pazzafini

Um die Drahtzieher der immer wiederkehrenden Geldtransportüberfälle zur Strecke zu bringen, wird der Killer Mr. Silver (Peter Lee Lawrence) engagiert. Schnell pflastern Leichen seinen Weg …

Noch ein Krimi. Spannung, Atmosphäre und typische Wendungen bieten im Zusammenspiel mit den Brandt‘schen Sprüchen beste, kurzweilige Unterhaltung und machen STIRB ODER TÖTE zu einem kleinen Genre-Geheimtipp. Protagonist Peter Lee Lawrence spielte in 17 Italowestern, u.a. die Rolle von Lee Van Cleefs Schwager im Klassiker FÜR EIN PAAR DOLLAR MEHR.

Sonderveranstaltung: 8,13 €, 7,13 €, 6,13 €

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Samstag 24.2.2018 – 20 Uhr
Außenseiter des deutschen Kinos: Klaus Lemke
48 STUNDEN BIS ACAPULCO
BRD 1967 – 81 Min. – s/w – 35mm
Regie Klaus Lemke
Buch Max Zihlmann
Kamera Hubs Hagen, Niklaus Schilling – Musik Roland Kovac
Mit Dieter Geissler, Christiane Krüger, Monika Zinnenberg, Alexander Kerst

Frank hat große Träume, doch nur kleines Geld. Zwar steht die Hochzeit mit einer Fabrikantentochter an, nur behagt ihm nicht, dafür seine Freiheit zu opfern. Da vertraut ihm sein künftiger Schwiegervater 100.000 DM an, die er einem Informanten in Rom überbringen soll. Frank sieht seine Chance …

Ein Abenteuerfilm, ein Gangsterfilm, ein Liebesfilm. Melancholisch schwelgt die Kamera über Gesichter, die tiefe Schatten in der Landschaft werfen, während der grandiose Soundtrack den Italo-Western referiert und den Jet Set feiert. Lemkes Debütfilm geht traumhaft sicher und zugleich respektlos verspielt mit seinen großen Vorbildern um und ist pure Lust am Kino. Selbstbewusst und ohne Hemmungen.

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Sonntag 25.2.2018 – 19:15 Uhr
Paris mon amour
FAHRSTUHL ZUM SCHAFOTT
(ASCENSEUR POUR L’ÉCHAFAUD)
FRA 1958 – DF – 88 Min. – s/w – 35mm
Regie Louis Malle
Buch Roger Nimier, Louis Malle – Literarische Vorlage Noël Calef
Kamera Henri Decaë – Musik Miles Davis
Mit Maurice Ronet, Jeanne Moreau, Lino Ventura, Georges Poujouly

Unglückliche, die das Glück erzwingen wollen, werden vom Unglück verfolgt. Die Frage der Schuld stellt sich bald nicht mehr, die staatlichen Exekuteure der Sühne werden zu sozialen Karikaturen. Malle ist ganz ungeniert an den Äußerlichkeiten interessiert, an der Schwärze einer langen Nacht, an Jeanne Moreaus Streifzug durch den Pariser Regen, am tristen Glanz einer heraufziehenden Dämmerung. Den Eindruck schwebender Verhältnisse unterstreichen die Improvisationen von Miles Davis und seinem Quartett.

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Mittwoch 28.2.2018 – 20 Uhr
Ziviler Widerstand
THE MAN WHO SHOT LIBERTY VALANCE
(DER MANN DER LIBERTY VALANCE ERSCHOSS)
USA 1962 – OF – 118 Min. – s/w – 35mm
Regie John Ford
Buch James Warner Bellah, Willis Goldbeck – Literarische Vorlage Dorothy M. Johnson
Kamera William H. Clothier – Musik Cyril J. Mockridge, Alfred Newman
Mit James Stewart, John Wayne, Lee Marvin, Vera Miles, Edmond O‘Brien

Wie die Legenden des Westens entstanden, indem sie eine Zivilisation möglich machten. Der Mann, dessen Name im Titel vorkommt und der nicht der Held des Films ist, wird von hinten erschossen und nicht von dem Mann, der vor ihm stand, sich für das Recht einsetzte und der dann in die Geschichte einging. Ford widmete seinen Film jenen, die in den Annalen seines Landes no credit bekamen, deren Namen niemand erwähnte. Bei ihm ist das Legendäre die Basis, die den Überbau der Geschichte trägt.

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Wir sind stolz, bekanntgeben zu können, dass der Filmclub 813 den diesjährigen Lotte-Eisner-Preis des Kinematheksverbundes gewonnen hat.

Die Jury-Begründung:
»Der Filmclub 813 e.V. erhält den Lotte-Eisner-Preis für sein ausgezeichnetes, erfrischend kreatives Programm, das Alt mit Neu, Stumm mit Ton, Kunst mit Pop und Konsenskanon mit Trash verbindet. Der Filmclub 813 liebt, sieht, kuratiert, empfiehlt und zeigt außergewöhnliche Filme (…) in der vorwiegend analogen Vorführpraxis. Sie haben in ihrem Jubiläums-Kinojahr 2016 das erste 813-Non-Stop-Kino-Wochenende mit einem wagemutigen Programm installiert, das sich nicht scheut „L’Etoile de Mer“ (1928) von Man Ray als Vorfilm zu einer 35mm-Kopie von „Der SpongeBob Schwammkopf Film“ aus dem Jahr 2014 zu zeigen. (…) Die Kurator*innen lassen sich von ihrer kritischen (Schau-)Lust und ihrem Kinowissen treiben, abseits eines vermeintlichen Kanons, und bereichern damit das Kinogeschehen. Die „Eisnerin“ wäre angetan von der vorbildhaft cine-enthusiastischen Programmarbeit und differenzierten Auseinandersetzung mit den Medien, Formaten und Inhalten von Film.«
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bei berechtigten Ansprüchen beim Filmclub 813 zu melden.

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