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Montag 11.12.2017 – 20 Uhr
Zu Gast im Filmclub 813: Andrew Hulme
SNOW IN PARADISE
GB 2014 – OF – 108 Min. – digital
Regie Andrew Hulme
Buch Martin Askew, Andrew Hulme
Kamera Mark Wolf – Musik Kevin Pollard
Mit Frederick Schmidt, Martin Askew, David Spinx, Aymen Hamdouchi

Dave lebt ein berauschendes Leben voller Drogen und Gewalt als Kleinkrimineller in London. Doch durch eine seiner kurzsichtigen Aktionen wird sein bester Freund getötet. Getrieben von Scham und Reue setzt bei ihm ein Umdenken ein und er findet zum Islam, welcher ihm zum ersten Mal in seinem Leben Frieden zu versprechen scheint. Doch dann holen ihn die Dämonen seiner Vergangenheit wieder ein…

Das Regiedebüt von Andrew Hulme, dem Cutter von Filmen wie CONTROL, LUCKY NUMBER SLEVIN und GANGSTER NO. 1.

Im Anschluss: Gespräch mit dem Regisseur

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Mittwoch 13.12.2017 – 20 Uhr
something weird cinema
COVER GIRLS – DIE GANZ TEUREN MÄDCHEN
(COVER GIRLS)
FRA/ITA 1964 – DF – 92 Min. – 35mm
Regie José Bénazéraf
Buch Yves Denaux, Franco Prosperi, José Bénazéraf
Kamera Alain Derobe, Alain Levent – Musik André Borly, Léo Missir
Mit Fred Williams, Giorgia Moll, Claudio Gora, Maria Grazia Buccella, Carole Walker

Ein alternder Regisseur will es seinen Kritikern noch einmal zeigen und beweisen, dass er nicht zum alten Eisen gehört. Ein glamouröser Film soll entstehen, der das Leben von Cover Girls zeigt. Auch die kapriziöse Carlotta erhofft sich eine Rolle. Sie wurde einst unter der Ägide des Regisseurs zum Star, geht diesem aber eigentlich nur noch auf die Nerven.

Ein wenig wirkt COVER GIRLS, als habe Bénazéraf den Versuch, einen gewöhnlichen Erzählfilm zu machen, nach kürzester Zeit gelangweilt aufgegeben. Der Film deutet lieber eine diskursive Auseinandersetzung an – mit der Frage über die kommerzielle Ausbeutung von weiblicher Schönheit und irreführenden Rückschlüssen zu Persönlichkeit und Charakter. Aber dies ist kein Essay – Bénazéraf lässt den Diskurs bald stehen und fällt, dem Zuschauer gleich, zunehmend in den Bann der Ausstrahlung seiner attraktiven Darstellerinnen.

»Das Kino kann, hat Bénazéraf erkannt, den Fetischblick multiplizieren, es muss ihn nicht auf einen einzigen, menschlichen Maßstab festlegen, kann ihn wieder und wieder aufspalten.«
(Lukas Foerster)

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Donnerstag 14.12.2017 – 20 Uhr
Boulevard der Erinnerung: Jerry Lewis († 20.8.2017)
WHICH WAY TO THE FRONT?
(WO, BITTE, GEHT’S ZUR FRONT?)
USA 1970 – OF – 96 Min. – 35mm
Regie Jerry Lewis
Buch Gerald Gardner, Dee Caruso
Kamera W. Wallace Kelley – Musik Lou Brown
Mit Jerry Lewis, Jan Murray, John Wood, Steve Franken

»Die Geschichte des patriotischen Multibillionärs Brendan Byers, der, durch die Musterung gefallen, mittels Privatarmee in den Zweiten Weltkrieg eingreift, kommt visuell konsequent im Siebziger-Jahre-Styling daher. Speziell die Söldnertruppe selbst, in orangefarbenen Stretchanzügen oder blitzblauen Uniformen mit roten Nylonrollis, wirkt wie aus einer Zeitmaschine gefallen.«
(viennale.at)

»Ein Meisterwerk des späten Technicolor-Kinos, der jüdischen Nazi-Trauma-Bearbeitung in der Popkultur und des transgressiven Humors.«
(Rui Hortênsio da Silva e Costa, filmmuseum.at)

»Probably the most sustained demonstration of rhythmic brilliance in Jerry’s work.«
(Christoph Huber, cinema-scope.com)

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Freitag 15.12.2017 – 20 Uhr
Dirty Pictures präsentiert… Die gnadenlose Welt des Italowestern: Django-Retrospektive, Teil 2

Der Dirty Pictures-Jahresabschluss…natürlich mit Django und mit einem Gratiswhiskey für jeden Pistolero. 

DJANGO – KREUZE IM BLUTIGEN SAND
(CJAMANGO)
ITA 1967 – DF – 87 Min. – 35mm
Regie Edoardo Mulargia
Buch Vincenzo Musolino, Fabio Piccioni
Kamera Vitaliano Natalucci – Musik Felice Di Stefano
Mit Ivan Rassimov, Mickey Hargitay, Hélène Chanel, Piero Lulli

Django hat Glück beim Pokern, doch an seinem Gewinn hat er Dank der Schurken El Tigre und Don Pablo nicht lange Freude.

Hinter den eisigen Augen Djangos verbirgt sich Ivan Rassimov, auch wenn der noch unter dem Pseudonym Sean Todd agiert. Außerdem spielt Mister Universum Mickey Hargitay einen undurchsichtigen Whiskeyverkäufer. Und unsere Lauscher werden von der Synchro des berühmt-berüchtigtem Duos Brunnemann/Brandt umschmeichelt.

Django heißt eigentlich Cjamango – aber wenn man nur lang genug nuschelt, kommt dabei irgendwann Django raus. Nach einigen Whiskeys klappt das bestimmt gut. Wir machen die Probe.

»Der Film ist cool […].«
(Christian Kessler)

DJANGO, DER RÄCHER
(TEXAS, ADDIO)
ITA/ESP 1966 – DF – 90 Min. – 35mm
Regie Ferdinando Baldi
Buch Ferdinando Baldi, Franco Rossetti
Kamera Enzo Barboni – Musik Antón García Abril
Mit Franco Nero, Alberto Dell’Acqua, Elisa Montés, Luigi Pistilli, José Suárez.

Sheriff Burt Sullivan, genannt Django, zieht mit seinem Bruder nach Mexiko, um eine alte Rechnung zu begleichen. Texas, Goodbye!

Der echte Django Franco Nero gibt sich die Ehre. Da lag es nahe, sich einfach an den Erfolg anzuheften und den Film auch als DJANGO 2 zu vermarkten. Ein kleines Meisterwerk, das parallel zu einem großen entstand, nämlich ZWEI GLORREICHE HALUNKEN. Franco Nero und Clint Eastwood trafen sich dann auch in den Drehpausen. Und kippten vermutlich den einen oder anderen Whiskey.

Sonderveranstaltung 8,13 €, 7,13 €, 6,13 €

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Samstag 16.12.2017 – 20 Uhr
Andere Welten – Philip K. Dick im Film
DIE TOTALE ERINNERUNG – TOTAL RECALL
(TOTAL RECALL)
USA 1990 – DF – 113 Min. – 35mm
Regie Paul Verhoeven
Buch Ronald Shusett, Dan O’Bannon, Gary Goldman – Literaturvorlage Philip K. Dick
Kamera Jost Vacano – Musik Jerry Goldsmith
Mit Arnold Schwarzenegger, Sharon Stone, Rachel Ticotin, Michael Ironside

2084 entschließt sich der Bauarbeiter Quaid, eine ganz besondere Art von Urlaub zu nehmen: künstliche Erinnerungen an ein Abenteuer als Geheimagent auf dem Mars sollen ihm eingepflanzt werden und ein unvergleichliches Erlebnis bieten. Doch beim Implantieren scheint etwas schief zu gehen und Quaid wird ohne künstliche Urlaubs-Erinnerungen nach Hause geschickt. Dennoch hat sich seine Welt verändert und immer mehr gerät er in eine irrsinnige Geheimmission, die ihn auf den Mars führt…

Paul Verhoeven macht aus Philip K. Dicks Kurzgeschichte „Erinnerungen en gros“ eine brutale Tour de Force, in der die Dick´sche Kernfrage nach Realität immer wieder anklingt.

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Sonntag 17.12.2017 – 20 Uhr (Umtrunk ab 19 Uhr!)
813-Weihnachtsfilm
DAS VERBRECHEN DES WEIHNACHTSMANNES
(L’ASSASSINAT DU PÈRE NOËL)
FRA 1941 – DF – 93 Min. – s/w – 35mm
Regie Christian-Jaque
Buch Charles Spaak – Literaturvorlage Pierre Véry
Kamera Armand Thirard – Musik Henri Verdun
Mit Harry Baur, Raymond Rouleau, Renée Faure, Robert Le Vigan, Marie-Hélène Dasté

Weihnachtsabend in einer kleinen Alpengemeinde: Ein wertvoller Diamant wird aus der Kirche gestohlen, ein geheimnisvoller Baron kehrt nach langer Abwesenheit wieder auf sein Schloss zurück, und der Weihnachtsmann liegt tot im Schnee. Was hat das alles miteinander zu tun?

Die erste Produktion der Continental, der zentralen Filmgesellschaft im von Deutschland besetzten Frankreich, ist poetische Fantasie und zugleich ein Spiegel des Lebens zur Zeit der Okkupation.

»Regisseur Christian-Jaque inszenierte eine magisch entrückte Welt zwischen mysteriösem Krimi, Märchen, Liebesfilm und Komödie.«
(Frederik Lang, Zeughauskino)

Im Vorprogramm:
ENVOI DE M. NOËL
FRA 1911 – OF – 13 Min. – s/w – 16mm
Regie N. N.

Früher Gaumont-Stummfilm über das Weihnachtsfest in einem Bergdorf.

Klavierbegleitung: Daniel Kothenschulte

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Wir sind stolz, bekanntgeben zu können, dass der Filmclub 813 den diesjährigen Lotte-Eisner-Preis des Kinematheksverbundes gewonnen hat.

Die Jury-Begründung:
»Der Filmclub 813 e.V. erhält den Lotte-Eisner-Preis für sein ausgezeichnetes, erfrischend kreatives Programm, das Alt mit Neu, Stumm mit Ton, Kunst mit Pop und Konsenskanon mit Trash verbindet. Der Filmclub 813 liebt, sieht, kuratiert, empfiehlt und zeigt außergewöhnliche Filme (…) in der vorwiegend analogen Vorführpraxis. Sie haben in ihrem Jubiläums-Kinojahr 2016 das erste 813-Non-Stop-Kino-Wochenende mit einem wagemutigen Programm installiert, das sich nicht scheut „L’Etoile de Mer“ (1928) von Man Ray als Vorfilm zu einer 35mm-Kopie von „Der SpongeBob Schwammkopf Film“ aus dem Jahr 2014 zu zeigen. (…) Die Kurator*innen lassen sich von ihrer kritischen (Schau-)Lust und ihrem Kinowissen treiben, abseits eines vermeintlichen Kanons, und bereichern damit das Kinogeschehen. Die „Eisnerin“ wäre angetan von der vorbildhaft cine-enthusiastischen Programmarbeit und differenzierten Auseinandersetzung mit den Medien, Formaten und Inhalten von Film.«
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