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Wir sind stolz, bekanntgeben zu dürfen, dass der Filmclub 813 einen 2. Preis bei der diesjährigen Verleihung der Kinematheksverbundspreise 2018 in der Kategorie IV  „Kino, das wagt“ gewonnen hat. (Berlin, den 26.10.2018)

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Samstag 17.11.2018 – 19 Uhr
KFFK / Kurzfilmfestival Köln N°12
Best of Festivals II

Zur Festival-Website

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Sonntag 18.11.2018 – 19:15 Uhr
Zum 100. Geburtstag von Artur Brauner (* 1.8.1918)
MORITURI
D 1948 – 85 Min. – s/w – 35mm
Regie Eugen York
Buch Gustav Kampendonk
Kamera Werner Krien – Musik Wolfgang Zeller
Mit Walter Richter, Winnie Markus, Lotte Koch, Hilde Körber

In der Spätphase des Zweiten Weltkriegs gelingt einer Gruppe von KZ-Häftlingen dank der Hilfe eines polnischen Arztes die Flucht. In einem Waldstück treffen sie auf weitere Todgeweihte des Krieges und harren gemeinsam der Roten Armee.

Die Verfilmung dieser autobiographisch gefärbten Geschichte war dem Holocaust-Überlebenden Artur Brauner eine Herzensangelegenheit. Dazu gründete er die CCC, später eine der erfolgreichsten deutschen Produktionsgesellschaften, und organisierte einen Dreh unter prekärsten Bedingungen. ›Ein Film spricht zur Welt‹, so wurde das Ergebnis beworben, doch das deutsche Publikum wollte ihn nicht zu sich sprechen lassen. Es ließ ihn zu einem finanziellen Misserfolg werden, dessen Brauner sich jedoch nie grämte.

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Mittwoch 21.11.2018 – 20 Uhr
Zum 90. Geburtstag von Nicolas Roeg (* 15.8.1928)
TRACK 29
(TRACK 29 – EIN GEFÄHRLICHES SPIEL)
GB/USA 1988 – OF – 91 Min. – 35mm
Regie Nicolas Roeg
Buch Dennis Potter
Kamera Alex Thomson – Musik Stanley Myers
Mit Theresa Russell, Gary Oldman, Christopher Lloyd, Colleen Camp

Für eines der eigenartigsten Werke seiner an solch wahrlich nicht armen Karriere kollaborierte Nicolas Roeg mit einem Bruder im Geiste: Dramatiker Dennis Potter, der dem britischen Fernsehen jahrzehntelang künstlerische Höhenflüge und wilde Kontroversen bescherte. Potter wie Roeg interessieren sich für die Fragmentiertheit des menschlichen Geistes und das Zusammenspiel von Fantasie und Erinnerung, und zusammen schufen sie ein filmisches Labyrinth, in dem einem alles begegnen kann, insbesondere: ödipale Komplexe und viele Modelleisenbahnen.

»Ein Film, den man hemmungslos empfehlen kann. Einsteigen in den Chattanooga Choo Choo. Abfahrt bekanntlich Gleis 29. […] TRACK 29 ist eine schrille Horrorkomödie. Und eine satte antiamerikanische Satire. Und ein mediales Kunstwerk ohnegleichen.«
(Dietrich Kuhlbrodt, konkret)

»Wo die Psychologie nicht mehr weiter weiß, da beginnt die Kinematographie des Nicolas Roeg. […] TRACK 29 hat keine Geschichte und kein Thema. Nur eine Sehnsucht, eine Lust, eine Angst: Dieser Film ist wie ein Schrei.«
(Claudius Seidl, Die Zeit)

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Freitag 23.11.2018 – 20 Uhr
Dirty Pictures präsentiert…Die gnadenlose Welt des Italowestern – Django-Retrospektive Teil 3: Franco Nero-Special
MIT DJANGO KAM DER TOD
(L’UOMO, L’ORGOGLIO, LA VENDETTA)
ITA/BRD 1967 – DF – 91 Min. – 35mm
Regie Luigi Bazzoni
Buch Luigi Bazzoni, Suso Cecchi D’Amico
Kamera Camillo Bazzoni – Musik Carlo Rustichelli
Mit Franco Nero, Tina Aumont, Klaus Kinski, Guido Lollobrigida

Das klassische Drama um Carmen (Tina Aumont), die dem loyalen Soldaten José (Franco Nero) den Kopf verdreht und ihn zu einem Outlaw werden lässt, wurde in der Bundesrepublik zu einem DJANGO-Abenteuer umsynchronisiert. Und nicht nur das. Rainer Brandt labert sich durch den Film, bis die Schwarte kracht. »Pass auf, dass du nicht in die Stacheln fällst, sonst kriegst du hinten ’nen Bart.«

Dafür jedoch schuf Luigi Bazzoni einen kleinen Geniestreich seines gerade mal fünf Filme umfassenden Œuvres. Ein Film voller Leidenschaft, Hitze und eruptiver Wallungen.

»Eine Tragödie nach klassischem Muster; sehr präzise und effektive Bildführung und enorm kraftvolle Szenen. Einer der dramatischsten Western aller Zeiten.«
(Christian Kessler: Willkommen in der Hölle)

DJANGOS RÜCKKEHR
(DJANGO 2 – IL GRANDE RITORNO)
ITA 1987 – DF – 95 Min. – 35mm
Regie Nello Rossati
Buch Nello Rosatti, Franco Reggiani
Kamera Sandro Mancori Musik Gianfranco Plenizio
Mit Franco Nero, Christopher Connelly, Donald Pleasence, William Berger

Seit einigen Jahren lebt Django (Franco Nero) friedlich und zurückgezogen in einem Kloster. Nachdem ihm eröffnet wurde, dass er eine Tochter hat und diese von dem berüchtigten Sklavenhändler Orlowsky (Christopher Conelly) entführt worden ist, packt Django sein Maschinengewehr wieder aus…

Nach über 20 Jahren das einzige offizielle Sequel zu Corbuccis berühmtem Klassiker. In typischer 80er-Jahre-Rambo-Manier und mit viel Action und wenig Western startet Django einen gnadenlosen und vielleicht letzten (?) Rachefeldzug.

Sonderveranstaltung 8,13 €, 7,13 €, 6,13 €

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Samstag 24.11.2018 – 20 Uhr
Zum 100. Geburtstag von Rita Hayworth (* 17.10.1918)
GILDA
USA 1946 – DF – 109 Min. – s/w – 35mm
Regie Charles Vidor
Buch Marion Parsonnet, Jo Eisinger, Ben Hecht, Virginia Van Upp
Literaturvorlage E.A. Ellington
Kamera Rudolph Maté – Musik Hugo Friedhofer
Mit Rita Hayworth, Glenn Ford, George Macready, Joseph Calleia

Der undurchsichtige Casinobesitzer Ballin rettet dem Kartentrickser Johnny eines Nachts das Leben. Die beiden werden Freunde, und Ballin weiht ihn in alle Geheimnisse seines Casinos ein. Doch dann bekommt er den Auftrag, auf Ballins selbstbewusste Frau aufzupassen – und verfällt ihr zusehends…

Eine Orgie in Licht und Schatten ergießt sich auf die Leinwand. Die sexuellen Spannungen zwischen Gilda und Johnny, sowie ihr offensichtlich promiskuitiver Lebenswandel wurden trotz strenger Zensurauflagen offen thematisiert. Spätestens, wenn Rita Hayworth bei ihrem legendären letzten Auftritt mit nackten Schultern und offenem Haar ihre Handschuhe abstreift, versteht jeder, worum es tatsächlich geht.

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Sonntag 25.11.2018 – 19:15 Uhr
Boulevard der Erinnerung: Charles Aznavour († 1.10.2018)
TIREZ SUR LE PIANISTE
(SCHIESSEN SIE AUF DEN PIANISTEN)
FRA 1960 – OmeU – 81 Min. – s/w – 35mm
Regie François Truffaut
Buch François Truffaut, Marcel Moussy – Literaturvorlage David Goodis
Kamera Raoul Coutard – Musik Georges Delerue
Mit Charles Aznavour, Marie Dubois, Nicole Berger, Michèle Mercier

Charles Aznavour war Frankreichs Exportschlager, populärer als Asterix. In seinen minimalistischen Chansons verschmelzen Alltag und Ewigkeit, Liebe und die Trauer, um sie zu überwinden. Seine Zusammenarbeit mit Truffaut, die bereits feststand, bevor klar wurde, worum es überhaupt gehen sollte, war eine der wenigen Berührungspunkte mit der Nouvelle Vague – sie zwang Truffaut in seinem zweiten Film zu einer Inverse, denn die Vorlage verlangte nach einem hartgesottenen Noir-Helden, den Aznavour nicht verkörpern konnte. So wurde Charlie geboren, der Leben und Leiden teilnahmslos-gleichgültig hinnimmt, einer Beckettschen Figur gleich.

Wie seinerzeit Montand und Moustaki hatte Aznavour, in Paris geboren, seine Wurzeln nicht in Frankreich, sondern in Armenien. Doch das spielte nie eine Rolle, so französisch war er, so perfekt verkörperte er das republikanische Modell der Integration: Die Republik erzieht ihre Kinder.

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Mittwoch 28.11.2018 – 20 Uhr
Filmmuseum Düsseldorf präsentiert…
DIE UNSCHULD
(L’INNOCENTE)
ITA/FRA 1976 – DF – 129 Min. – 35mm
Regie Luchino Visconti
Buch Suso Cecchi D’Amico, Enrico Medioli, Luchino Visconti
Literaturvorlage Gabriele D’Annunzio
Kamera Pasqualino De Santis – Musik Franco Mannino
Mit Giancarlo Giannini, Laura Antonelli, Jennifer O’Neill, Marie Dubois

Was bei Visconti stets auffällt, ist das Gefühl der Vollständigkeit. Das Off ist so anwesend wie das On, nie hat man den Eindruck, der Ausschnitt müsse verschleiern, dass das Filmbild etwas Prekäres, mühsam Hergestelltes sei – man glaubt jederzeit in alle Richtungen gehen zu können: die Wirklichkeit in seinen Filmen ist erhaben, selbstbewusst und zweifellos. Das gilt auch für die Figuren darin, die eine Fülle und Sinnlichkeit haben, wie es sie im Kino kein zweites Mal gibt. Visconti ist nie nur an soziologischer Spekulation interessiert – er sucht vielmehr die archaische Wurzel bis hin zum pedantischen Detail, als gelte es, dem authentischen Rauschen der Dinge nur zuzuhören.

Einführung
Andreas Thein, Filmmuseum Düsseldorf

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Der Filmclub 813 ist Gewinner des Lotte-Eisner-Preis 2017 des Kinematheksverbundes.

Die Jury-Begründung:
»Der Filmclub 813 e.V. erhält den Lotte-Eisner-Preis für sein ausgezeichnetes, erfrischend kreatives Programm, das Alt mit Neu, Stumm mit Ton, Kunst mit Pop und Konsenskanon mit Trash verbindet. Der Filmclub 813 liebt, sieht, kuratiert, empfiehlt und zeigt außergewöhnliche Filme (…) in der vorwiegend analogen Vorführpraxis. Sie haben in ihrem Jubiläums-Kinojahr 2016 das erste 813-Non-Stop-Kino-Wochenende mit einem wagemutigen Programm installiert, das sich nicht scheut „L’Etoile de Mer“ (1928) von Man Ray als Vorfilm zu einer 35mm-Kopie von „Der SpongeBob Schwammkopf Film“ aus dem Jahr 2014 zu zeigen. (…) Die Kurator*innen lassen sich von ihrer kritischen (Schau-)Lust und ihrem Kinowissen treiben, abseits eines vermeintlichen Kanons, und bereichern damit das Kinogeschehen. Die „Eisnerin“ wäre angetan von der vorbildhaft cine-enthusiastischen Programmarbeit und differenzierten Auseinandersetzung mit den Medien, Formaten und Inhalten von Film.«

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