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Hinweis: Wegen der organisatorischen Spielpause (Januar/Februar) verlängern sich die gültigen 813-Freundes-Karten automatisch um 2 Monate!

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„Cinebrasil 2019“

Der Filmclub 813 präsentiert die 14. Ausgabe des brasilianischen Filmfestivals Cinebrasil.

Brasilien erlebt derzeit einen besonderen politischen Moment, in dem soziale und kulturelle Bewegungen und Errungenschaften des Landes das Wirken seiner autoritären Regierung direkt zu spüren bekommen. Die Aberkennung von Menschenrechten und die Abschaffung des Kulturministeriums sind bereits Realität und erschweren die Arbeit von sozialkritischen Filmemacher*innen. Cinebrasil möchte mit seinem diesjährigen Programm einen Einblick in die vielfältigen sozialen Realitäten Brasiliens geben.

Mit den ausgewählten Filmen – vier Spielfilme, sowie je einen Dokumentar- und Kurzfilm – widmet sich das Festival speziell dem deutsch-brasilianischen Kulturaustausch.

Achtung, gesonderte Eintrittspreise: 7 Euro / 6 Euro (ermäßigt) / 5 Euro („Freunde“)

Man beachte die Programmänderung am 23.3. um 21:30 Uhr!

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Samstag 23.3.2019
Zu Gast im Filmclub 813: Cinebrasil

19:30 Uhr
ARÁBIA
BRA 2017 – OmU – 97 Min. – digital
Buch & Regie Affonso Uchoa & João Dumans
Kamera Leonardo Feliciano – Musik Francisco César
Mit Aristides de Sousa, Murilo Caliari, Renata Cabral

Der Junge André lebt in der Nähe einer Aluminiumfabrik in Ouro Preto. Eines Tages findet er das Notizbuch des Arbeiters Cristiano, in dem dieser – ursprünglich für die Theatergruppe der Fabrik – begonnen hatte, über sein Leben zu schreiben. Nur, dass Cristiano nicht aufhören konnte zu schreiben. Der Film taucht als Parallelgeschichte in Cristianos Leben ein und erzählt aus der Perspektive eines Arbeiters die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen Brasiliens der letzten zehn Jahre.

⁎⁎⁎⁎⁎ Programmänderung: Der ursprünglich für 21:30 angekündigte Film FEVEREIROS muss leider entfallen. Stattdessen zeigen wir BR 716. ⁎⁎⁎⁎⁎

21:30 Uhr
BR 716
BRA 2016 – OmeU – 85 Min. – digital
Buch & Regie Domingos de Oliveira
Kamera Luca Pougy, Felipe Roque – Musik Domingos de Oliveira
Mit Caio Blat, Sophie Charlotte, Maria Ribeiro

Rio de Janeiro in den ausschweifenden 60er Jahren. Der Ingenieur und angehende Schriftsteller Felipe führt ein Leben, das hauptsächlich aus Alkohol und exzessiven Partys besteht.

Es gilt, in vollen Zügen die Freiheit der Bohemiens zu leben, während sich das politische Klima draußen zuspitzt. Der Film ist eine Ode an das Lebensgefühl der 60er Jahre – von der Lust am Zersprengen des Bestehenden und der Hoffnung auf ein besseres Morgen gezeichnet.

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Sonntag 24.3.2019 – 20 Uhr
Zu Gast im Filmclub 813: Cinebrasil
CAMPO GRANDE
BRA/FRA 2015 – OmU – 108 Min. – digital
Regie Sandra Kogut
Buch Sandra Kogut, Felipe Sholl
Kamera Ivo Lopes Araújo- Musik Márcio Câmara
Mit Carla Ribas, Ygor Manoel, Rayane do Amaral, Julia Bernat

Zwei Kinder stehen vor einer Wohnung in Ipanema/Rio de Janeiro, in ihrer Hand nur ein Stück Papier, auf dem die Adresse der Wohnungseigentümerin Regina steht. Das Leben von Regina wird durch die Ankunft der Kinder gründlich auf den Kopf gestellt. Wer sind sie und wie sind sie hierhergekommen? Die Kinder sind sich sicher, dass ihre Mutter sie bald abholen wird. Langsam enthüllt der Film die Geschichte der Kinder, während sich in der Mittelklassewohnung komplexe Machtspiele zwischen Reich und Arm, Besitzern und Angestellten abspielen.

Im Vorprogramm:
JEAN
BRA 2019 – OmeU – 15 Min. – digital
Regie Vitor Kruter & Alex Mello
Buch Alex Mello
Mit Adriana Rabelo, Lino Corrêa, Cida Rolim, Nana Nascimento

Frei inspiriert vom Leben des Künstlers Jean-Michel Basquiat ist JEAN die Geschichte eines Mannes, der sich für einen rasanten, schmerzhaften, aber brillanten Weg entschieden hat. An seinem Ende rechnet er ab: mit den Geistern der Vergangenheit und seinem Körper.

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»Wenn man sein Leben verlängern will, muss man alles dafür tun, um es nicht zu verkürzen, richtig!?«
(Terence Hill, * 29.3.1939, in MEIN NAME IST NOBODY)

Freitag 29.3.2019 – 20 Uhr
Dirty Pictures präsentiert:
Das Terence-Hill-Geburtstagsspecial zum 80. Geburtstag
DER TEUFEL KENNT KEIN HALLELUJA
(LA COLLERA DEL VENTO)
ITA/ESP 1970 – DF – 91 Min. – 35mm
Regie Mario Camus
Buch Manolo Marinero
Kamera Roberto Gerardi – Musik Augusto Martelli
Mit Terence Hill, Maria Grazia Buccella, Fernando Rey, Mario Pardo

Marco und sein Bruder Jacobo sind als Auftragskiller bekannt und berüchtigt. Als ein neuer Auftrag ansteht und Marco die Hintergründe kennenlernt, plagen ihn nach und nach Gewissenbisse, diesen wirklich auszuführen…

Aus kommerziellen Gründen wurde dieses im Original in Andalusien angesiedelte Sozialdrama in vielen Ländern als Italowestern vermarktet. Wir zeigen eine wiederentdeckte Bahnhofskinokopie. 

MEIN NAME IST NOBODY
(IL MIO NOME È NESSUNO)
ITA/BRD/FRA 1973 – DF – 116 Min. – 35mm
Regie Tonino Valerii, Sergio Leone
Buch Ernesto Gastaldi
Kamera Armando Nannuzzi, Giuseppe Ruzzolini – Musik Ennio Morricone
Mit Terence Hill, Henry Fonda, Jean Martin, Piero Lulli 

1899: Greenhorn Nobody möchte seinem großen Vorbild Jack Beauregard einen würdigen und historischen Abgang im Wilden Westen verschaffen…

Unter der strengen Aufsicht Sergio Leones inszenierte Tonino Valerii eine liebevolle Parodie und zugleich den Abgesang auf sein Werk. Eine Zeitenwende kündigt sich im Film an: Die einst neuen Helden des Italowesterns sind alt geworden, die Fotografie hält Einzug in den Wilden Westen und Autohupen intonieren Wagners Walkürenritt. Einer der letzten großen Klassiker des Italowesterns.

Sonderveranstaltung: 8,13 € / 7,13 € / 6,13 €

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Montag 1.4.2019 – 20 Uhr
813-Aprilscherz
APRIL – APRIL
BRD 1969 – 81 Min. – 35mm
Regie Peter Wortmann
Buch  Friedel Schnitzler, Peter Wortmann
Kamera Petrus Schloemp – Musik Joe Haider
Mit Vivi Bach, Dieter Augustin, Rainer Basedow, Henry van Lyck

Jazzmusiker Peter Wortmann fand zum Film unter anderem als Darsteller bei Marran Gosov und als Produktionsleiter bei Roger Fritz und Klaus Lemke. Dies ebnete ihm den Weg zu seiner einzigen Spielfilmregie, mit der er sich vom Stil seiner Schwabinger Kollegen bewusst absetzen und eine pure Groteske inszenieren wollte: Hier arbeiten gewiefte Bankräuber, korrupte Gesetzeshüter und kesse Fräulein zusammen gegen die chinesische Botschaft, es »finden Verwechslungen statt, werden Liedlein gesungen, Autos gefahren und Mädchen ausgezogen« (Filmdienst). Das Ergebnis geriet zum starbesetzten Flop, den es seit 50 Jahren wiederzuentdecken gilt.

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Dienstag 2.4.2019 – 20 Uhr
Visuelles Erbe des Kommunismus
CINEMA KOMUNISTO
SER 2011 – OmeU – 101 Min. – digital
Buch & Regie Mila Turajlic
Kamera Goran Kovačević – Musik Nemanja Mosurović
Mit Bata Živojnović, Veljko Bulajic

Seltenes Filmmaterial aus Dutzenden von jugoslawischen Filmen alterniert mit Filmaufnahmen von Dreharbeiten und privaten Filmvorführungen für Tito. Dabei erschafft der Film das Narrativ eines Vielvölkerstaats, dem Stars wie Richard Burton und Sofia Loren zusätzlichen Glanz verliehen. Titos privater Filmvorführer, der ihm über 32 Jahre lang allabendlich Filme zeigte, sein Vorzeige-Regisseur und der berühmteste Akteur seiner Partisanenfilme spielen die Hauptrollen in diesem filmischen Husarenstück zwischen Fiktion und Realität.

Im Anschluss Filmgespräch 

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Südosteuropa-Gesellschaft e.V. Zweigstelle Köln und dem Institut für Europäische Musikethnologie der Universität zu Köln

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Mittwoch 3.4.2019 – 20 Uhr
Köln-Premiere
VOLL RITA!
D 2019 – 78 Min. – digital
Buch & Regie Malte Wirtz
Kamera Christian von Spee, Andre Groth, Francisco De La Torre
Musik Sebastian Starke, Swingbop’ers
Mit Anna-Maria Böhm, Sebastian Kolb, Eric Carter, Ulrich Faßnacht, David Kramer

Randy wohnt jetzt in Berlin. Paula und Louise wohnen nicht mehr zusammen. Paula ist schwanger und keiner weiß, wer der Vater ist. Max hat immer noch Liebeskummer wegen Paula, betrinkt sich mit Rita und am Ende knutschen sie. Rita fährt verwirrt nach Berlin, um nachzudenken. Dort trifft sie Randy, der Liebeskummer wegen Louise hat, die nach Berlin gekommen ist, aber ihn nicht sehen will. Max trifft währenddessen auf Donnie, vermutet, dass er der Vater von Paulas Kind ist, und prügelt wütend auf ihn ein, weil Donnie ihn angeblich belogen hat. Rita und Randy skypen mit Max, sie vermisst ihn und will wissen, ob das Knutschen mehr Bedeutung hatte, doch für ihn nicht, da er immer noch nur an Paula denkt.

„Der Film ist so bekömmlich wie ein sonniger Samstagnachmittag im Frühling: mit guter Musik, gutem Getränk und ein paar appetitlichen Snacks.“
(H. Mayer)

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And you call yourself a Scientist?!
Was passiert, wenn man das Gehirn radioaktiv bestrahlt? Wie wäre es, eine weitere Dimension zu erkunden? Und wollen Sie mal einen Blick ins Jenseits wagen? Doch, doch, das geht! Sie glauben das nicht? Seeing is Believing. Der Filmclub 813 zeigt Erfindungen, die besser nicht erfunden werden sollten und entführt Sie zu Wissenschaftlern, deren Gehirne mindestens ebenso verstrahlt sind wie die ihrer Opfer.

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Donnerstag 4.4.2019 – 20 Uhr
And you call yourself a Scientist?!
BRIDE OF THE MONSTER
(DIE RACHE DES WÜRGERS)
USA 1955 – OF – 68 Min. – s/w – 35mm
Buch & Regie Edward D. Wood Jr.
Kamera Ted Allan, William C. Thompson – Musik Frank Worth
Mit Bela Lugosi, Tor Johnson, Tony McCoy, Loretta King

Die Journalistin Janet kommt dem sinisteren Dr. Vornoff auf die Schliche, der in einem geheimen Labor atomare Übermenschen erschaffen will. Und schon bald soll auch sie einer sehr speziellen Behandlung unterzogen werden…

Eine wüste Geschichte über Außenseiter und andere seltsame Kreaturen, die nur grob einem roten Faden folgt, aber über alle Ingredienzen verfügt, für die man Ed Wood liebt oder belächelt. Tag und Nacht geben sich die Hand, die Studiokulissen wackeln bedenklich, wenn Vornoffs tumber Helfershelfer gegen sie stößt, und am Ende schaut sich das Liebespärchen statt eines Sonnenuntergangs einen Atompilz an.

Im Vorprogramm:
WATER, WATER EVERY HARE
(VOM REGEN IN DIE TRAUFE)
USA 1952 – OF – 7 Min. – 35mm
Regie Chuck Jones

Ein verrückter Wissenschaftler braucht für seine Kreatur dringend ein lebendiges Gehirn. Da kommt Bugs Bunny gerade recht…

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Freitag 5.4.2019 – 20 Uhr
Visuelles Erbe des Kommunismus
WEGE ZUM LICHT
ROM/D 2018 – OmU – 53 Min. – digital
Buch, Kamera & Regie Eckehard Pistrick, Björn Reinhardt
Musik Dimitris Bakas

100 Jahre nach Edisons Erfindung der Glühlampe erleuchtete diese auch die letzten Bergtäler Südosteuropas – dank des Diktators Enver Hoxha und eines der schlimmsten stalinistischen Regimes des 20. Jahrhunderts: eine gewagte Collage aus historischen Filmdokumenten, Zeitzeugenberichten und ethnographischem Material, die eine atemberaubende Geschichte zwischen Fiktion, Wirklichkeit und Propaganda erzählt.

Deutschland-Premiere in Anwesenheit der Regisseure 

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Südosteuropa-Gesellschaft e.V. Zweigstelle Köln und dem Institut für Europäische Musikethnologie der Universität zu Köln

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Samstag 6.4.2019 – 20 Uhr
Filmmuseum Düsseldorf präsentiert…
ŽERT
(DER SCHERZ)
TCH 1969 – OmU – 80 Min. – s/w – 35mm
Regie Jaromil Jireš
Buch Jaromil Jireš, Milan Kundera – Literaturvorlage Milan Kundera
Kamera Jan Curík – Musik Zdenek Pololáník
Mit Josef Somr, Jana Dítetová, Ludek Munzar

Ein Tscheche wird 1949 wegen eines politischen Witzes zu jahrelangem Militärstraflager verurteilt. Jahre später trifft er durch einen Zufall die Ehefrau seines Denunzianten und sinnt nach Rache: Er will sie verführen.

Jireš zeigt in Rückblenden die Brutalität und den Terror der tschechoslowakischen Straflager der 1950er Jahre. Hier verweist der Film auf die Geschichte seines Landes: Politische Aspekte werden mit dem psychologischen Portrait eines Mannes verwebt, der von erlebtem Terror gezeichnet ist und noch nicht wieder zu sich finden konnte. Mit beißender Ironie und Resignation schildern Jireš und Kundera das Scheitern einer Haltung, die die Auseinandersetzung mit der Stalin-Zeit auf eine nutzlose individuelle Abrechnung reduziert.

Einführung: Florian Deterding

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Sonntag 7.4.2019 – 19:15 Uhr
Ziviler Widerstand
DER UNSICHTBARE AUFSTAND
(ÉTAT DE SIÈGE)
FRA/ITA/BRD 1972 – DF – 122 Min. – 35mm
Regie Costa-Gavras
Buch Franco Solinas, Costa-Gavras
Kamera Pierre-William Glenn – Musik Mikis Theodorakis
Mit Yves Montand, Renato Salvatori, O. E. Hasse, Jean-Luc Bideau

Die Zeiten der Revolution sind immer auch Zeiten der Offenbarung: was lange verborgen lag, wird mit Licht durchflutet und an die Oberfläche gebracht. Costa-Gavras‘ analytischer Thriller ist eine Fiktion, zieht aber eindeutige Parallelen zu den Aktivitäten des amerikanischen Geheimdienstes auf dem südamerikanischen Kontinent seit den späten 1960er Jahren. Implizit ist es die Konfrontation zwischen der CIA und einer Gruppe von Guerilla-Aktivisten, die einen umtriebigen amerikanischen Polizeiausbilder kidnappen, um diesen zu einem medialen Bekenntnis zu zwingen.

Montand ist als Antiheld gegen den Strich besetzt, Costa-Gavras‘ Sympathie gehört den Guerilleros, stellvertretend für die linke Ideologie, welche die Logik des imperialistischen Westens durchbrechen will: dass es immer irgendwelche Feinde der Freiheit geben muss.

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Dienstag 9.4.2019 – 20 Uhr
Visuelles Erbe des Kommunismus
LISTEN
(CHUI)
BUL 2014 – OmU – 76 Min. – digital
Regie Diana Ivanova
Kamera & Musik Svetla Neykova

Die vergessene Geschichte von Radio Free Europe: Von den USA in Westdeutschland gegründet, gehörte es zu den schlimmsten Feinden von Bulgariens kommunistischem Regime. Hier wird zum ersten Mal verschiedenen Wahrheiten nebeneinander Raum geboten – Hörern und Journalisten von Radio Free Europe, ehemaligen Funktionären der bulgarischen Staatssicherheit, Agenten und US-Sicherheitsdirektoren. Ivanova zeigt nie gesehenes Archivmaterial der Staatssicherheit und offizielle bulgarische und amerikanische Propaganda-Filme.

In Anwesenheit der Regisseurin 

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Südosteuropa-Gesellschaft e.V. Zweigstelle Köln und dem Institut für Europäische Musikethnologie der Universität zu Köln

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Mittwoch 10.4.2019 – 20 Uhr
Zu Gast im Filmclub 813: Philipp Hartmann
66 KINOS
D 2016 – 98 Min. – digital
Kamera & Regie Philipp Hartmann
Buch Philipp Hartmann, Herbert Schwarze

Aus einer 12-monatigen Reise durch 66 deutsche Kinos entsteht ein von persönlichen Begegnungen und Erfahrungen geprägter dokumentarischer Essay, der den Status quo der deutschen Kinokultur beschreibt – und der den gegenwärtigen wie künftigen Stellenwert des Kinos als gesellschaftlichem Ort reflektiert.

»Ein Selbstbildnis des Kinos ist dieser Film geworden, das den Zauber des bewegten Bilds, aber auch den Zustand einer Branche sichtbar und greifbar macht. Gemeinsam mit den Kinobesitzern ergründet er die Zukunftsaussichten der Filmkunst – bisweilen pessimistisch, oft realistisch, aber immer im Bewusstsein dafür, an welchem Zauber sie teilhaben.«
(Sofia Glasl, Süddeutsche Zeitung)

»66 KINOS ist auch ein Manifest, das ruft: Geht mit dem Kinoprogramm in der Hand auf die Straße und begebt Euch ins nächste Programmkino. Nicht erst morgen. Jetzt!«
(Julia Teichmann, Filmdienst)

In Anwesenheit des Regisseurs

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Freitag 12.4.2019 – 20 Uhr
And you call yourself a Scientist?!
MANIAC
USA 1934 – OF – 51 Min. – s/w – 16mm
Regie Dwain Esper
Buch Hildegarde Stadie – Kamera William C. Thompson
Mit Bill Woods, Horace B. Carpenter, Ted Edwards, Phyllis Diller, Jenny Dark

Dr. Meirschultz entwickelt ein Serum, mit dem man Tote wiederbeleben kann. Das erste Opfer, ein hübsches Mädchen, bringt aber seinen Gehilfen auf eine Idee. Und dabei ist Dr. Meirschultz im Weg. Jetzt wird es kompliziert…

…denn was sich in den gerade mal 50 Minuten auf der Leinwand Bahn bricht, lässt sich nicht mehr – erst recht nicht logisch – nacherzählen. Dafür gibt es Drogen, Brüste, Catfights und Ratten, die für Katzen gezüchtet werden, um damit Ratten zu füttern. Oder um es mit Dr. Meirschultz‘ Worten zu sagen: »Once a ham, always a ham!«

CREATURE WITH THE ATOM BRAIN
USA 1955 – OF – 69 Min. – s/w – 16mm
Regie Edward L. Cahn
Buch Curt Siodmak – Kamera Fred Jackman Jr.
Mit Richard Denning, Angela Stevens, S. John Launer, Michael Granger

Der verurteilte Gangster Buchanan rächt sich mit Hilfe des Nazi-Wissenschaftlers Dr. Steigg an seinen Feinden. Denn Dr. Steigg kann Leichen mittels radioaktiver Impulse und eingesetzter Elektronen im Gehirn zu perfekten, ferngelenkten Mordmaschinen umfunktionieren.

»›Nazis‹, Zombies, radioaktive Strahlen, Gangster – Herz, was willst du mehr? Natürlich ist die Story totaler Humbug, aber das ändert nichts daran, dass der Film aufgrund seiner kruden Mixtur über weite Strecken unterhaltsam ist […].«
(Opas Filmkiste)

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Samstag 13.4.2019 – 20 Uhr
Double Feature: Budd Boetticher
DER MANN VOM ALAMO
(THE MAN FROM THE ALAMO)
USA 1953 – DF – 80 Min. – 35mm
Regie Budd Boetticher
Buch Steve Fisher, D. D. Beauchamp
Kamera Russell Metty – Musik Frank Skinner
Mit Glenn Ford, Julie Adams, Chill Wills, Hugh O’Brian, Neville Brand

Spät stieg Budd Boetticher aus der Anonymität des Serienfilms auf – 1956 war das, mit SEVEN MEN FROM NOW -, aber er war bereits vor dieser Zeit ein fantasievoller Gestalter; seine Western sind stets äußerlich, archetypisch, streng und unmittelbar im Ausdruck. Sein Kino operiert und verzichtet auf Psychologie, Moral, Botschaft – es geht vielmehr den Bewegungen seiner Helden nach. Seine Filme sperren sich deshalb gegen bildhafte Lesearten, die danach streben, »den Sinn zu durchdringen« (Roland Barthes).

ALAMO orientiert sich noch verstärkt an der Abarbeitung der Grundbedürfnisse seines Publikums: hohes Tempo und action in Form von Verfolgungsritten oder lautstarken Schusswechseln – und ein positiver Held, der am Verbrechen zwar kostet, aber vom Pfad der Tugend nicht abweicht. Naiv noch, aber handwerklich versiert.

AUF EIGENE FAUST
(RIDE LONESOME)
USA 1959 – DF – 72 Min. – 35mm
Regie Budd Boetticher
Buch Burt Kennedy
Kamera Charles Lawton Jr. – Musik Heinz Roemheld
Mit Randolph Scott, Karen Steele, Pernell Roberts, James Best

Boettichers Methode des B-Films – die Abstinenz von Glamour, die Dekonstruktion des Westerns auf seine wesentlichsten Elemente – fand hier den höchsten Grad der Verfeinerung. Immer die gleiche Erzählung: ein Mann auf der Suche nach den Mördern seiner Frau; hier liegt es so weit zurück, dass sich der Killer nicht einmal mehr erinnern kann. Dann suchen den Einsamen die Schimären der patriarchalischen Gesellschaft heim: täuschende Trugbilder, fixe Fantasien im zerklüfteten, öden Niemandsland. Die amerikanische Landschaft bei Boetticher hat nichts Erhabenes, keine Weite, sie ist reduziert als Leere in und zwischen den Bildern.

Aber dennoch, auch hier, besitzen seine Figuren das Potential, ihrem Schicksal auszuweichen. Am Ende von RIDE LONESOME äußert der vermeintliche Bösewicht Zweifel: »Funny how a thing looks one way and turns out the other.«

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Sonntag 14.4.2019 – 19:15 Uhr
Boulevard der Erinnerung: Michel Legrand († 26.1.2019)
LES PARAPLUIES DE CHERBOURG
(DIE REGENSCHIRME VON CHERBOURG)
FRA/BRD 1964 – OmU – 91 Min. – 35mm
Buch & Regie Jacques Demy
Kamera Jean Rabier – Musik Michel Legrand
Mit Catherine Deneuve, Nino Castelnuovo, Anne Vernon, Marc Michel

Ein Film im Gesang -die Dialoge einer trivialen Liebesgeschichte werden von A bis Z gesungen. So alltäglich die Sprache dabei, so künstlich der Film. Gerüst dafür ist die Musik Michel Legrands, oberflächlich, unauffällig, monoton, von einem konstanten, schnellen Rhythmus, der als Grundlage dient für die Rezitative, d. h. die Singstimme, in welche die natürliche Sprachmelodie verwandelt worden ist.

Die verschiedenen Melodien sind den Figuren im Film zugeordnet, sie entfalten das Leben, durchkreuzen sich beziehungsreich. Wie das Arrangement der Regenschirmdächer in der Vorspannsequenz entwickelt Jacques Demy darüber hinaus strenge Konstruktionsprinzipien, die vorgegeben sind durch Räume, Dekor und vor allem Farben, denen sich die Menschen zumeist anpassen. In der Summe entsteht ein homogener, dichter Klang- und Farbenteppich, wobei Demy seiner Geschichte sanfte Ironie zukommen lässt.

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Mittwoch 17.4.2019 – 20 Uhr
Paris mon amour
MITTWOCH ZWISCHEN 5 UND 7
(CLÉO DE 5 À 7)
FRA/ITA 1962 – DF – 90 Min. – s/w – 35mm
Buch & Regie Agnès Varda
Kamera Alain Levant, Jean Rabier – Musik Michel Legrand
Mit Corinne Marchand, Antoine Bourseiller, Dorothée Blanck, Michel Legrand

In zwei Stunden wird die junge Chanson-Sängerin Cléo erfahren, ob sie Krebs hat oder nicht. In dieser Zeit spielt der Film, er zeigt, wie sie ihre Umwelt unter dem Einfluss vager Todesangst wahrnimmt. Cléos Erfahrung ist aber auch fest verknüpft mit Paris, das mehr ist als bloßer Handlungsort, das vielmehr Handlungsweisen provoziert und seinen Bewohnern mitspielt. Erst indem Cléo versucht, die Stadt zu durchschauen, gelingt es ihr, menschenwürdiger in ihr zu leben.

»Als die Regisseur*innen der Nouvelle Vague auf die Straßen von Paris gingen, war es eine Filmdemonstration. Der Ort bestimmt die Handlung, er hat das letzte Wort, er macht die Inszenierung. […] Varda besteht auf illustrativen Einstellungen, weil vom Funktionieren solcher Bilder ihr Film handelt. Er zeigt, wie das Leben sich zusammenzieht, sich verkünstlicht in den Vorstellungen vom Leben. […] Er ironisiert, wie sehr unser Verhalten abhängt, von dem, was wir sehen.«
(Frieda Grafe)

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Donnerstag 18.4.2019 – 20 Uhr
And you call yourself a Scientist?!
FRANKENSTEINS HORROR-KLINIK
(HORROR HOSPITAL)
GB 1973 – DF – 89 Min. – 35mm
Regie Antony Balch
Buch Antony Balch, Alan Watson
Kamera David McDonald – Musik Ann Edwards, Jason de Havilland
Mit Michael Gough, Robin Askwith, Vanessa Shaw, Ellen Pollock, Dennis Price

Ein Rocksänger und sein Groupie geraten auf einer selbsternannten Fitness-Farm in die Klauen von Dr. Frankenstein. Der entfernt seinen Patienten die Wurzel allen Übels – das Gehirn. Doch unser wackerer Mick-Jagger-Klon bietet ihm die – äh – Stirn. Auch wir empfehlen aus naheliegenden Gründen, das Gehirn besser an der Kasse zu hinterlegen.

»What the fuck: Hippies, Motorradfahrer, Mad Scientists und im wahrsten Sinne des Wortes Gehirnamputierte prügeln sich durch ein Gothic Mansion  […].«
(filmtipps.at)

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Freitag 19.4.2019 – 19:15 Uhr
Zum Karfreitag
ACTO DA PRIMAVERA
(DER LEIDENSWEG JESU IN CURALHA)
POR 1963 – OmU – 90 Min. – 35mm
Buch & Regie Manoel de Oliveira
Literaturvorlage Francisco Vaz de Guimarães – Kamera Manoel de Oliveira
Mit Nicolau Nunes da Silva, Ermelinda Pires, Maria Madalena, Amélia Chaves

Alljährlich in der Karwoche führen die Bewohner des portugiesischen Dorfs Curalha ein Passionsspiel im Geiste einer aus dem 16. Jahrhundert überlieferten Tradition auf. Durch Zufall wird Manoel de Oliviera Ende der 1950er tief beeindruckter Zeuge davon. In ACTO DA PRIMAVERA lässt er das Schauspiel für seine Kameras nachstellen, und zugleich beobachtet sein Film auch die eigene Entstehung. Die einzige in Deutschland davon erhaltene Kopie hat leider einen Rotstich.

»ACTO DA PRIMAVERA […] verlangt vom Publikum entweder totale Kommunikation oder heidnische Distanz. Man vergisst, wie es auch immer sei, dass diese Passion ein Schauspiel ist – die Dornenkrone, die Nägel, die Lanze in der Seite Jesu und einige Blutstropfen besitzen inmitten der ländlichen Schlichtheit dieses ›Frühlingsspiels‹ eine derartige Stärke […].«
(Jean-Claude Biette, Cahiers du Cinéma)

»Dieser Film überrascht, bewegt und ist von außerordentlicher Schönheit; die Zeit wird seinen Wert und seine Aktualität bewahren.«
(Henrique Alves Costa)

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Samstag 20.4.2019 – 20 Uhr
813-Carte blanche: Jan-Dirk Schmieder
ACHTERBAHN
(ROLLERCOASTER)
USA 1977 – DF – 118 Min. – 35mm
Regie James Goldstone
Buch Richard Levinson, William Link
Kamera David M. Walsh – Musik Lalo Schifrin
Mit George Segal, Timothy Bottoms, Richard Widmark, Susan Strasberg, Henry Fonda

1952, als Cinerama das Kino bereicherte, platzierten die Erfinder zum Test entsprechende Kameras an die Vorderseite der Achterbahn in Coney Island. Das Ergebnis war eine spektakuläre Subjektive, die damals als Vorfilm gezeigt wurde. Die Universal kam mehr als zwanzig Jahre später auf die Idee, um diese Spielerei einen Thriller zu bauen: Verfolgt von einem entschlossenen Ermittler, reist ein wahnsinniger Sprengstoffspezialist durchs Land, um die Besitzer von Freizeitparks zu erpressen.

James Goldstone gelingt es, die Jagd auf den Psychopathen zu einem fesselnden Katz- und Maus-Spiel über mehrere Vergnügungsparks und US-Bundesstaaten zu entwickeln, bei dem die Charakterisierung der beiden Hauptfiguren im Mittelpunkt steht. Zu sehen ist auch die noch sehr junge Helen Hunt in einer ihrer ersten Rollen.

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Sonntag 21.4.2019 – 19:15 Uhr
Boulevard der Erinnerung: Bernardo Bertolucci († 26.11.2018)
DER GROSSE IRRTUM
(IL CONFORMISTA)
ITA/FRA/BRD 1970 – DF – 110 Min. – 35mm
Buch & Regie Bernardo Bertolucci
Literaturvorlage Alberto Moravia
Kamera Vittorio Storaro – Musik Georges Delerue
Mit Jean-Louis Trintignant, Stefania Sandrelli, Dominique Sanda, Enzo Taroscio

In einer der berühmtesten Passagen im Markusevangelium wird die Frage gestellt, was ein Mann gewinnt, wenn er die ganze Welt bekommt, aber seine Seele verliert. Was passiert aber mit einem Mann, der keine Seele mehr zu verlieren hat?

Bertoluccis Film handelt von einem Mann als Schimäre, der besessen davon ist, in seine Umgebung, die Gesellschaft, zu passen, bis zur Selbstaufgabe – gebaut ist das aus sich verschränkenden Rückblenden, seinen Erinnerungen an die Kindheit, an eine Art Urszene: einen vermeintlichen und unentdeckt gebliebenen Mord; schließlich an sein konformistisches Verhalten im italienischen Faschismus der 1930er Jahre – im Angesicht der beiden Frauen in seinem Leben und seinem einstigen Mentor: an allen wird er sich schuldig machen.

»Es ist die große Tradition des italienischen Kinos, aus Geschichte Spektakel zu machen. Bilder, vom Faschismus produziert, deren Wurzeln bei Bertolucci über psychoanalytische Grundfiguren bis in die Mythen reichen.«
(Frieda Grafe)

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Mittwoch 24.4.2019 – 20 Uhr
Filmmuseum Düsseldorf präsentiert…
O SLAVNOSTI A HOSTECH
(VOM FEST UND DEN GÄSTEN)
TCH 1966 – OmU – 71 Min. – s/w – 35mm
Regie Jan Němec
Buch Ester Krumbachová, Jan Němec
Kamera Jaromír Sofr – Musik Karel Mareš
Mit Ivan Vyskocil, Jan Klusák, Jirí Nemec

Eine Picknickgesellschaft wird von einigen zwielichtigen Männern terrorisiert. Plötzlich taucht ein bärtiger Mann auf, der die Gemengelage beendet und alle zu einer Geburtstagsfeier im Grünen einlädt. Als der Bärtige und sein Anhang bemerken, dass ein Mann die Einladung ausgeschlagen und sich davongemacht hat, bläst man zur Jagd auf den Außenseiter, und alle sind bereit mitzulaufen.

Eine surrealistische Parabel, die eindrucksvoll die Wirkungsmacht von Sprache als Instrument zur Machtausübung demonstriert und deren grotesk-dramatische Attacke auf eine totalitäre Bürokratie als Polemik gegen das kommunistische System verstanden wurde: Němecs Film wurde zunächst verboten und erst im Verlauf des Prager Frühlings freigegeben, um danach wieder verboten zu werden. Der Regisseur erhielt daraufhin Berufsverbot und fand erst im politischen Exil wieder zu Arbeit.

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Donnerstag 25.4.2019 – 20 Uhr
And you call yourself a Scientist?!
DIE NACKTE UND DER SATAN
BRD 1959 – 96 Min. – s/w – 35mm
Buch & Regie Victor Trivas
Kamera Georg Krause – Musik Willy Mattes, Jacques Lasry
Mit Horst Frank, Karin Kernke, Helmut Schmid, Paul Dahlke, Christiane Maybach

Professor Abel hat eine Maschine entwickelt, mit der er einen Hundekopf künstlich am Leben erhält. Sein Kollege Dr. Ood hat da eine bessere Idee: Er separiert mit ihr den Kopf des Professors. Und er hat noch mehr vor – er will den schönen Kopf einer buckligen Krankenschwester auf den Körper einer Stripteasetänzerin verpflanzen…

Hier werden dunkle Erinnerungen an KZ-Ärzte wach, die unvorstellbare Experimente durchführten. Das kennzeichnet DIE NACKTE UND DER SATAN auch als ein verstörendes Mahnmal der damals noch nicht so fernen Geschichte, dem Horst Frank als komplett dem Wahnsinn verfallenen Doktor ein Ausrufezeichen zufügt. Der Film hat einen Gefährten in der Sparte »Deutsche Filme über wahnsinnige KZ-Ärzte«: ARZT OHNE GEWISSEN von Falk Harnack, der im gleichen Jahr herauskam.

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Freitag 26.4.2019 – 20 Uhr
Dirty Pictures präsentiert…die gnadenlose Welt des Italowestern – ARIZONA COLT-Special
ARIZONA COLT
ITA/FRA 1966 – DF – 93 Min. – 35mm
Regie Michele Lupo
Buch Ernesto Gastaldi, Luciano Martino
Kamera Guglielmo Mancori – Musik Francesco De Masi
Mit Giuliano Gemma, Fernando Sancho, Corinne Marchand, Roberto Camardiel

Arizona Colt wird unfreiwillig von der Gordon Watch-Bande aus dem Gefängnis befreit. Da er sich weigert, den Gesetzlosen beizutreten, kommt es schnell zu einer heftigen Auseinandersetzung…

Einer der bleihaltigsten Italowestern, den sogar Quentin Tarantino zu seinen Genrefavoriten zählt. Der Evangelische Filmbeobachter zeigte sich damals entsetzt: »Abzuraten wegen der für diesen Zweig des europäischen Westerns schon typischen Häufung von Brutalitäten und Sadismus.« 

DER TOD SAGT AMEN
(ARIZONA SCI SCATENÒ…E LI FECE FUORI TUTTI!)
ITA/ESP 1970 – DF – 94 Min. – 35mm
Regie Sergio Martino
Buch Ernesto Gastaldi, Joaquin Luis Romero Marchent
Kamera Miguel F. Mila – Musik Bruno Nicolai
Mit Anthony Steffen, Roberto Camardiel, Rosalba Neri, Aldo Sambrell 

Auf Arizona Colt wurde fälschlicherweise ein Kopfgeld ausgesetzt. Nachdem er ergriffen wurde, soll er gar gehängt werden…ein guter Anlass für einen gnadenlosen Rachefeldzug.

Niemand geringeres als Giallo-Profi Sergio Martino inszenierte dieses zweite ARIZONA COLT-Abenteuer. Der Film ist ein klassisches Beispiel für den Übergang vom harten Italowestern der 1960er zum lockeren Buddy-Western der frühen 1970er Jahre.

Sonderveranstaltung 8,13 € / 7,13 € / 6,13 €

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Samstag 27.4.2019 – 20 Uhr
Ans Licht geholt
DIE LUMPEN FAHREN ZUR HÖLLE
(LES SALAUDS VONT EN ENFER)
FRA 1955 – DF – 88 Min. – s/w – 35mm
Regie Robert Hossein
Buch René Wheeler, Robert Hossein – Literaturvorlage Frédéric Dard
Kamera Michel Kelber – Musik André Hossein
Mit Marina Vlady, Serge Reggiani, Henry Vidal, Robert Hossein

„Zwei Strafgefangene fliehen aus einem Zuchthaus im Süden Frankreichs und schlagen sich bis in die wilde Landschaft der Camargue durch. Dort treffen sie in einer einsamen Hütte auf einen jungen Maler und seine schweigsame, faszinierende Geliebte.

Robert Hosseins Regiedebüt ist seine erste Zusammenarbeit mit dem berühmten französischen Krimi-Autor Frédéric Dard und der damals 16-jährigen Marina Vlady, die kurz darauf seine Frau wurde.“
(Deutsches Filmmuseum Frankfurt)

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Sonntag 28.4.2019 – 19:15 Uhr
Boulevard der Erinnerung: Jonas Mekas († 23.1.2019)
REMINISCENCES OF A JOURNEY TO LITHUANIA
(ERINNERUNGEN AN EINE REISE NACH LITAUEN)
GB/BRD 1972 – OF – 81 Min. – 16mm
Buch & Regie Jonas Mekas
Kamera Jonas Mekas, Adolfas Mekas
Mit Jonas Mekas, Adolfas Mekas, Ken Jacobs, Peter Kubelka

»Dieser Film besteht aus drei Teilen. Der erste Teil setzt sich zusammen aus Material, das ich mit meiner ersten Bolex während meiner ersten Jahre in Amerika filmte, hauptsächlich von 1950-1953. […] Der zweite Teil wurde im August 1971 in Litauen gedreht. Fast das ganze Material kommt aus Semeniškiai, dem Dorf, in dem ich geboren wurde. Man sieht das alte Haus, meine Mutter (Jahrgang 1887), alle Brüder, herumalbernd, die Heimkehr feiernd; man sieht es nur durch die Erinnerungen eines Vertriebenen, wieder zu Hause zum ersten Mal seit 25 Jahren. Der dritte Teil beginnt mit einer Parenthese in Elmshorn, einem Vorort von Hamburg, wo wir ein Jahr im Arbeitslager während des Kriegs verbrachten. Nachdem die Parenthese schließt, sind wir in Wien, wo wir einige meiner besten Freunde sehen. […] Der Film endet mit dem Brand des Wiener Naschmarkts, August 1971.«
(Jonas Mekas)

»The greatest film to date by poet, critic, curator, and director Jonas Mekas, this highly personal 1971 feature […] shows his highly charged sense of film poetry at its most distilled and emotional. Essential viewing.«
(Jonathan Rosenbaum, Chicago Reader) 

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Der Filmclub 813 ist Gewinner des Lotte-Eisner-Preis 2017 des Kinematheksverbundes.

Die Jury-Begründung:
»Der Filmclub 813 e.V. erhält den Lotte-Eisner-Preis für sein ausgezeichnetes, erfrischend kreatives Programm, das Alt mit Neu, Stumm mit Ton, Kunst mit Pop und Konsenskanon mit Trash verbindet. Der Filmclub 813 liebt, sieht, kuratiert, empfiehlt und zeigt außergewöhnliche Filme (…) in der vorwiegend analogen Vorführpraxis. Sie haben in ihrem Jubiläums-Kinojahr 2016 das erste 813-Non-Stop-Kino-Wochenende mit einem wagemutigen Programm installiert, das sich nicht scheut „L’Etoile de Mer“ (1928) von Man Ray als Vorfilm zu einer 35mm-Kopie von „Der SpongeBob Schwammkopf Film“ aus dem Jahr 2014 zu zeigen. (…) Die Kurator*innen lassen sich von ihrer kritischen (Schau-)Lust und ihrem Kinowissen treiben, abseits eines vermeintlichen Kanons, und bereichern damit das Kinogeschehen. Die „Eisnerin“ wäre angetan von der vorbildhaft cine-enthusiastischen Programmarbeit und differenzierten Auseinandersetzung mit den Medien, Formaten und Inhalten von Film.«

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