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Donnerstag 27.6.2019 – 20 Uhr
Les contes d’Offenbach
JACQUES OFFENBACH – EIN LEBENSBILD
BRD 1969 – 98 Min. – s/w – digital
Regie Rudolf Jugert
Buch Henri Iversen, Peter Krönig
Kamera Willi Jamm
Mit Pinkas Braun, Herbert Bötticher, Colette Lorand, Ingeborg Lüscher

Die große Filmbiographie Jacques Offenbachs gibt es nicht, dennoch hat sich das Kino schon immer auch für sein Leben interessiert. Zumeist war er allerdings nur Nebenfigur, bevorzugt in Filmen über musikalische Zeitgenossen wie Franz von Suppé (in HAB ICH NUR DEINE LIEBE, 1953) oder Johann Strauß (u. a. in EWIGER WALZER, 1954). Rückt Offenbach ins Zentrum, dann in Form von filmischen Phantasien über einzelne Episoden aus seinem Leben, so in LA VALSE DE PARIS (1950) oder OFFENBACHS GEHEIMNIS (1996). Die ambitioniertesten Pläne, eine umfangreiche Biographie Offenbachs ins Kino zu bringen, verfolgte Siegfried Kracauer, sein 22-seitiges Treatment konnte jedoch nie umgesetzt werden. Noch am nächsten kam man diesem Vorhaben im Fernsehen: 1961 wurde Arthur Maria Rabenalts CANCAN UND BARKAROLE ausgestrahlt, 1977 Michel Boisronds sechsteilige Serie LES FOLIES OFFENBACH. Und 1969 kam das ZDF auf die glückliche Idee, Rudolf Jugert, einen der unterschätztesten Meister des deutschen Nachkriegskinos, mit der hehren Aufgabe zu betrauen, das wendungsreiche Leben des begnadeten Komponisten in abendfüllende Form zu gießen.

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Freitag 28.6.2019 – 20 Uhr
Dirty Pictures präsentiert… die gnadenlose Welt des Italowestern – Die Rechnung wird mit Blei bezahlt…  

…aber der Whiskey zum Sommerabschluss ist umsonst.

PISTOLEROS
(ALL’OMBRA DI UNA COLT)
ITA/ESP 1965 – DF – 82 Min. – 35mm
Buch & Regie Giovanni Grimaldi
Kamera Stelvio Massi – Musik Nico Fidenco
Mit Stephen Forsyth, Conrado San Martin, Aldo Sambrell, Helga Liné, Franco Ressel

Die Pistoleros Steve und Duke übernehmen jeden Auftrag – solange die Kasse stimmt. Nach einem lukrativen Geschäft möchte der junge Steve ein bürgerliches Leben mit der Tochter seinen väterlichen Freundes Duke anfangen. Das schmeckt diesem jedoch gar nicht

»Unterhaltsamer, harter Frühwestern von Komödienregisseur Grimaldi.«
(Ulrich P. Bruckner, Für ein paar Leichen mehr)

VON MANN ZU MANN
(DA UOMO A UOMO)
ITA 1967 – DF – 116 Min. – 35mm
Regie Giulio Petroni
Buch Luciano Vincenzoni
Kamera Carlo Carlini – Musik Ennio Morricone
Mit John Phillip Law, Lee Van Cleef, Mario Brega, Luigi Pistilli, Anthony Dawson

Als einziger seiner Familie hat der kleine Bill ein Massaker überlebt. Nun, 15 Jahre und viele Schießübungen später, scheint die Zeit der Rache gekommen zu sein. Doch da ist noch jemand, der sich an den Gangstern rächen will. Und es ist nicht klar, ob er ihm den Weg ebnet oder eher im Weg steht…

Ein klassischer Rachewestern, aber Rache wird hier in fetten Großbuchstaben geschrieben. Dafür sorgt Morricones treibender Soundtrack, der die Geschichte unaufhaltsam vorantreibt, John Philip Law, der ums Verrecken seinen Plan verfolgt, und Lee Van Cleef, dem man ohnehin nur eine Waffe und ein Pferd geben muss.

Sonderveranstaltung 8,13 € / 7,13 € / 6,13 €

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Programmänderung: DO THE RIGHT THING muss leider entfallen, ein Ersatzfilm wird in Kürze bekanntgegeben.

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Sonntag 30.6.2019 – 19:15 Uhr
813-Sommerabschlussfilm
AVANTI, AVANTI!
(AVANTI!)
USA/ITA 1972 – DF – 144 Min. – 35mm
Regie Billy Wilder
Buch I. A. L. Diamond, Billy Wilder – Literaturvorlage Samuel A. Taylor
Kamera Luigi Kuveiller – Musik Carlo Rustichelli
Mit Jack Lemmon, Juliet Mills, Clive Revill, Gianfranco Barra, Pippo Franco

Ein amerikanischer Industrieller reist auf die Insel Ischia, um die Leiche seines verunglückten Vaters in die USA zu überführen. Er hat es eilig, wieder wegzukommen. Konfrontiert wird er mit den Tücken der italienischen Bürokratie/Kultur sowie mit einigen Überraschungen, die seinen Vater und die eigene Arroganz betreffen. Eine Frau lernt er kennen. Das Morbide und die Romantik feiern seltsame Hochzeit.

Ein später Wilder, Kintopp hat man ihm da oft vorgeworfen, durchaus negativ gemeint, meint es das Konstruierte seiner moralischen Geschichten, das forcierte und dann verschleppte Tempo, den Gag, die Pointe, das Spiel mit Klischees. Die Gags sind bei Wilder der Sprengstoff, um die ganz alten Bedeutungssysteme aufzubrechen. Sie sind als Karikatur das konzentrierte Filmbild, die Kinozeichnung, auf die das US-Kino der 1950er Jahre gerne zurückgriff. 1972 wirkte das bereits angestaubt und der Film hat Längen, aber ebenso eigensinnigen Charme, der wohl daraus resultiert, dass wir kein Studio-Italien sehen, sondern gefilmtes Lokalkolorit – dabei atmet Wilders Werk erstmals etwas Post-68-Geist und wechselt reizvoll zwischen dialogischem und visuellem Erzählen.

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Der Filmclub 813 ist Gewinner des Lotte-Eisner-Preis 2017 des Kinematheksverbundes.

Die Jury-Begründung:
»Der Filmclub 813 e.V. erhält den Lotte-Eisner-Preis für sein ausgezeichnetes, erfrischend kreatives Programm, das Alt mit Neu, Stumm mit Ton, Kunst mit Pop und Konsenskanon mit Trash verbindet. Der Filmclub 813 liebt, sieht, kuratiert, empfiehlt und zeigt außergewöhnliche Filme (…) in der vorwiegend analogen Vorführpraxis. Sie haben in ihrem Jubiläums-Kinojahr 2016 das erste 813-Non-Stop-Kino-Wochenende mit einem wagemutigen Programm installiert, das sich nicht scheut „L’Etoile de Mer“ (1928) von Man Ray als Vorfilm zu einer 35mm-Kopie von „Der SpongeBob Schwammkopf Film“ aus dem Jahr 2014 zu zeigen. (…) Die Kurator*innen lassen sich von ihrer kritischen (Schau-)Lust und ihrem Kinowissen treiben, abseits eines vermeintlichen Kanons, und bereichern damit das Kinogeschehen. Die „Eisnerin“ wäre angetan von der vorbildhaft cine-enthusiastischen Programmarbeit und differenzierten Auseinandersetzung mit den Medien, Formaten und Inhalten von Film.«

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