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Mittwoch 24.10.2018 – 20 Uhr
Filmmuseum Düsseldorf präsentiert…
DIE FLAMBIERTE FRAU
BRD 1983 – 104 Min. – 35mm
Regie Robert van Ackeren
Buch Catharina Zwerenz, Robert van Ackeren
Kamera Jürgen Jürges – Musik Peer Raben
Mit Gudrun Landgrebe, Mathieu Carrière, Hanns Zischler, Gabriele Lafari 

Eine junge Frau bricht mit ihrem geordneten Dasein und verdingt sich als Prostituierte, die auch die tiefsten Zwangsvorstellungen ihrer Kunden befriedigt. Als sie zwischen ihrem Beruf und ihrer Liebe zu einem Kollegen wählen muss, entscheidet sie sich erneut gegen das bürgerliche Leben. 

Van Ackeren hat diese Geschichte einer Transgression stilsicher und mit kühler Distanz in ein Melodrama übersetzt. Besonders der erste Teil, in dem Eva ihr Bild von der Rolle der Ehefrau mit gelassener Selbstverständlichkeit umkehrt, ihre Gefühle gleichsam anpasst und geradebiegt und damit die gesellschaftlichen Normen und Moralvorstellungen unterläuft, ist zu einer beklemmenden Metapher geworden. 

Einführung: Eleni Giannakoudi, Filmmuseum Düsseldorf

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Double Feature

Freitag 26.10.2018 – 20 Uhr
Dirty Pictures präsentiert … die gnadenlose Welt des Italowestern – Bud Spencer & Terence Hill Special (Teil 2)
HÜGEL DER BLUTIGEN STIEFEL
(LA COLLINA DEGLI STIVALI)
ITA 1969 – DF – 86 Min. – 35mm
Buch & Regie Guiseppe Colizzi
Kamera
Marcello Masciocchi – Musik Carlo Rustichelli
Mit Terence Hill, Bud Spencer, Woody Strode, Lionel Stander

Der verwundete Cat Stevens (Terence Hill) findet auf der Flucht vor einer Bande, die befreundete Goldgräber terrorisiert, Unterschlupf bei einem Wanderzirkus. Um abzurechnen, bittet er seinen alten Freund Hutch Bessy (Bud Spencer) um Hilfe…

HÜGEL DER BLUTIGEN STIEFEL bildet den Abschluss der Colizzi-Trilogie. Der Film wurde in Deutschland mehrfach synchronisiert und war lange Zeit nur noch in seiner Spaßversion bekannt. Wir zeigen aber die lange als verschollen geglaubte Erstaufführungskopie in der Synchronisation von Horst Sommer.

SIE VERKAUFEN DEN TOD
(UNA RAGIONE PER VIVERE E UNA PER MORIRE)
ITA/FRA/BRD/ESP 1972 – DF – 96 Min. – 35mm
Regie Tonino Valerii
Buch Ernesto Gastaldi, Rafael Azcona, Tonino Valerii
Kamera Alejandro Ulloa – Musik Riz Ortolani
Mit James Coburn, Bud Spencer, Telly Savalas, Reinhard Kolldehoff

Um dem Tod zu entrinnen, wird Colonel Pembroke (James Coburn) zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs beauftragt, mit einer Gruppe von Sträflingen das als uneinnehmbar geltende Fort Holman zu erobern. Für Stimmung in diesem Himmelfahrtskommando sorgt – neben der Aussicht auf Gold – der Tagedieb Eli Sampson (Bud Spencer).

Der spätere NOBODY-Regisseur Tonino Valerii stellt mit seiner Variante von DAS DRECKIGE DUTZEND sein Können unter Beweis. Auch sein Film kam passend zum Trend später als Komödie mit einer entsprechenden Synchronisation erneut in die Kinos. SIE VERKAUFEN DEN TOD läuft aber heute in der ursprünglich ernsten Fassung.

Sonderveranstaltung 8,13 € / 7,13 € / 6,13 €

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Samstag 27.10.2018 – 20 Uhr
Paris mon amour
DER BULLE VON PARIS
(POLICE)
FRA 1985 – DF – 113 Min. – 35mm
Regie Maurice Pialat
Buch Catherine Breillat, Sylvie Pialat, Jacques Fieschi
Kamera Luciano Tovoli – Musik Henryk M. Górecki
Mit Gérard Depardieu, Sophie Marceau, Sandrine Bonnaire, Richard Anconina

Ein veritabler Policier, eine knappe, geradlinige, dunkel-romantische, ausweglose Melange aus Krimi und Liebesgeschichte. Ein Film der intensiven Darsteller, wie so häufig bei Pialat, der oszilliert zwischen Realismus und emotionaler Überhöhung: Dépardieu ist hier ein Halbgott, gewalttätig, empfindsam, am Leben – und Sophie Marceau ist fantastisch als pathologische Lügnerin.

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Sonntag 28.10.2018 – 19:15 Uhr
Zum 100. Geburtstag von Ingmar Berman (* 14.7.1918)
WILDE ERDBEEREN
(SMULTRONSTÄLLET )
SWE 1957 – s/w – DF – 92 Min. – 35mm
Buch & Regie Ingmar Bergman
Kamera Gunnar Fischer – Musik Erik Nordgren
Mit Victor Sjöström, Bibi Andersson, Ingrid Thulin, Gunnar Björnstrand

Nach einer Todesvision reist ein alternder Medizinprofessor anlässlich seines Promotionsjubiläums von Stockholm nach Lund. Dabei wird die Autofahrt eine Reise zu sich selbst, die übergangslos zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Realität pendelt. Und der Rückblick auf ein vermeintlich erfolgreiches Leben wird zu einer Aufarbeitung persönlicher Niederlagen, die ihn zunehmend abweisend und verbittert werden ließen.

Bergman verarbeitete hier mehrere gescheiterte Beziehungen. Anders als in seinen späteren, zunehmend radikaleren Werken verzichtet er aber darauf, Schuld und Zweifel selbstzerstörend zu inszenieren. Er nähert sich dem alten Mann vielmehr verständnisvoll und feinfühlig und sucht einen versöhnlichen Weg. Dadurch ist WILDE ERDBEEREN trotz seiner komplexen Erzählweise nicht nur einer seiner zugänglichsten, sondern zugleich auch einer seiner poetischsten Filme.

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Mittwoch 31.10.2018
Besonders Wertlos – 19 ½. Festival des deutschen psychotronischen Films

19 Uhr
GEFAHR FÜR DIE LIEBE – AIDS
BRD/FRA 1985 – 88 Min. – 35mm
Regie Hans Noever
Buch Paul Hengge
Kamera Hans-Günther Bücking Musik Francis Lai, Roland Romanelli
Mit Fritz Cat, Géraldine Danon, Piero von Arnim, Oliver Rohrbeck

Ein Ex-Junkie und Taxifahrer infiziert sich mit AIDS und reibt sich zwischen seiner Modell-Freundin, einem homosexuellen Nebenbuhler und seinem bei Dealern in den Miesen steckenden Bruder auf. Besonders Wertlos entdeckt ein bisher unentdecktes Genre: den Aids-Exploitationfilm.

21 Uhr
DIE SÄGE DES TODES
BRD/E 1981 – DF – 84 Min. – 35mm
Regie Jess Franco
Buch Erich Tomek
Kamera Juan Soler – Musik Gerhard Heinz
Mit Olivia Pascal, Christoph Moosbrugger, Nadja Gerganoff, Corinna Drews

Euro-Slasher von Kult-Regisseur Jess Franco mit all den nötigen Zutaten: Blut, Titten, exotische Locations, strunzdumme Teenies und jede Menge Disco-Music! Und Olivia Pascal!

23 Uhr
DIE INSEL DER TAUSEND FREUDEN
BRD 1987 – 90 Min. – 35mm
Regie Hubert Frank
Buch Jean Jaques Duval
Kamera Franz Xaver Lederle – Musik Gerhard Heinz
Mit Olivia Pascal, Philippe Garnier, Bea Fiedler, Otto W. Retzer

Das Dreamteam des bundesrepublikanischen Sexfilms, Hubert Frank, Franz Xaver Lederle und Olivia Pascal kreieren einen knallbunten Cocktail aus Melodram, Groschenheft und satter Sexploitation. Urlaub für die Sinne, Urlaub für das Gehirn!

Eine Veranstaltung der Lichtspiele Kalk

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Donnerstag 1.11.2018 & Freitag 2.11.2018
THE 5th ANNUAL EUROPEAN
PHILIP K. DICK EUROPEAN SCIENCE FICTION FILM FESTIVAL

Zum dritten Mal ist das PHILIP K. DICK EUROPEAN SCIENCE FICTION FILM FESTIVAL im Filmclub 813 in Köln zu Gast. Wieder wird Festivalgründer Dan Albella an zwei Tagen knapp 30 Science Fiction-Kurzfilme vorstellen, die das Genre nutzen, philosophische Gedanken zu formulieren und sich – wie der geistige Vater Philip K. Dick – beispielsweise mit der Frage nach der Natur der Realität oder der Definition des Mensch-Seins auseinanderzusetzen. Dabei ist das Festival stets offen für alle Formen des Films: Klassischer narrativer Kurzfilm, Animation, Experimentalfilm oder Dokumentation.

Hier gibt es weitere Informationen.

Donnerstag 1.11.2018                          Freitag 2.11.2018
19:30 Uhr                                                19:30
Block 1: War and Paranoia                Block 3: Human All Too Human
21:30 Uhr                                                21:30
Block 2: Reality is an Illusion           Block 4: The Alchemical Wedding

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Sonntag 4.11.2018
Besonders Wertlos – 19 ½. Festival des deutschen psychotronischen Films

15 Uhr
MARSCHIER ODER KREPIER
BRD/ITA/ESP 1963 – 99 Min. – s/w – 35mm
Buch & Regie Frank Wisbar
Kamera Cecilio Paniagua – Musik Angelo Francesco Lavagnino
Mit Stewart Granger, Dorian Gray, Fausto Tozzi, Dietmar Schönherr

Schonungslose Tragödie, die anhand eines Himmelfahrtskommandos der Fremdenlegion in Algerien 1961 den alles verschlingenden Wahnsinn des Krieges und militärischer »Tugenden« wie bedingungsloser Gehorsamkeit darstellt.

Vorprogramm:
GERMELSHAUSEN
USA 1949 – OF – 11 Min. – s/w – 16mm
Regie Frank Wisbar

17 Uhr
DER ARZT VON ST. PAULI
BRD 1968 – 101 Min. – 35mm
Buch & Regie Rolf Olsen
Kamera Franz Xaver Lederle – Musik Erwin Halletz
Mit Curd Jürgens, Horst Naumann, Christiane Rücker, Fritz Wepper

Rolf Olsens ST. PAULI-Filme sind ein Herzstück des deutschen psychotronischen Films, vor allem diejenigen, in denen Curd Jürgens – ob als Kapitän, als Kommissar, oder wie hier, als Arzt – die Reeperbahn aufräumt.

19 Uhr
KIEZ
BRD 1983 – 104 Min. – 35mm
Regie Walter Bockmayer, Rolf Bührmann
Buch Walter Bockmayer, Hans Eppendorfer, Peter Greiner
Kamera Thomas Mauch – Musik Carl Dante
Mit Wolf-Dietrich Sprenger, Katja Rupé, Brigitte Janner, Magdalena Montezuma

Mit kölscher Prominenz (Dirk Bach, Hella von Sinnen, Samy Orfgen) gespickte Milieu-Studie – asozial, rau, dreckig und pervers »bis die Linde rauscht!«

21:30 Uhr
DER ZWEITE FRÜHLING
BRD/ITA 1975 – 84 Min. – 35mm
Buch & Regie Ulli Lommel
Kamera Giovanni Narzisi, Lothar E. Stickelbrucks – Musik Stelvio Cipriani
Mit Curd Jürgens, Irmgard Schönberg, Eddie Constantine, Anna Orso

Curd Jürgens erlebt seinen zweiten Frühling in Rom. Doch die voreilige Heirat mit seiner Krankenschwester katapultiert das Paar in eine schwindelerregende amour fou, die zusehends außer Kontrolle gerät.

Eine Veranstaltung der Lichtspiele Kalk

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Anlässlich des 200. Geburtstags von Karl Marx im Jahr 2018 widmet das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt dem bedeutenden Theoretiker von Kommunismus und Ökonomie des 19. Jahrhunderts, der den Aufstieg des Massenmediums Kino nicht mehr erlebt hat, eine thematische Filmreihe. Als Figur in der Filmgeschichte schwebt Marx wiederholt über Spiel-, Experimental- und Dokumentarfilmen wie ein ständiges Gewissen. Wir zeigen zwei Programme aus der Reihe.

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Mittwoch 7.11.2018 – 20 Uhr
200 Jahre Karl Marx
MOHR UND DIE RABEN VON LONDON
DDR 1968 – 95 Min. – s/w – 35mm
Regie Helmut Dziuba
Buch Helmut Dziuba, Margot Beichler – Literaturvorlage Vilmos und Ilse Korn
Kamera Helmut Bergmann – Musik Peter Rabenalt
Mit Alfred Müller, Barbara Adolph, Marina Propp, Christina Daum

»London, im Jahr 1856. Karl Marx lebt in der britischen Metropole im Exil. Eines Tages lernt »Mohr«, wie Marx von seinen Freunden genannt wird, den 13 Jahre alten Arbeiterjungen Joe kennen. Der Junge arbeitet jeden Tag zwölf Stunden in einer Spinnerei und wird auch, entgegen der geltenden Bestimmungen, in der Nachtschicht eingesetzt. Marx versucht, dem illegalen Handeln des Spinnerei-Betreibers ein Ende zu setzen und erscheint eines Nachts mit einem Inspektor im Werk. Allerdings wird sein Vorstoß durch einen Diebstahl der rebellischen Rabenbande unterlaufen, deren Anführer Joes Bruder Billy ist – für den Spinnerei-Besitzer eine willkommene Gelegenheit, die Tat seinen jungen Arbeitern in die Schuhe zu schieben. Marx lässt sich davon nicht beirren. Er setzt sich weiterhin für die Kinderarbeiter ein, und versucht auch die Rabenbande auf den rechten Weg zu führen – mit Erfolg.«
(filmportal.de)

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Donnerstag 8.11.2018 – 20 Uhr
reiheM präsentiert: Peter Pichler spielt Alfred Hitchcock
DIE VÖGEL
(THE BIRDS)
USA 1963 – 120 Min.
Regie Alfred Hitchcock
Buch Pier Ewan Hunter – Literaturvorlage Daphne Du Maurier
Kamera Robert Burks
Mit Tippi Hedren, Rod Taylor, Jessica Tandy, Suzanne Pleshette, Ethel Griffies

Die Auslöschung der Menschheit klingt synthetisch: Alle Soundeffekte in Alfred Hitchcocks Meisterwerk – das Flügelflattern, die Schreie und das Krächzen der todbringenden Raben und Möwen, die sich zusammengerottet haben, um auf selbstbewusste Frauen und brave Schulkinder Jagd zu machen -, sind elektronisch erzeugte Geräusche, die 1962 live im Berliner Elektronikstudio des Hindemith-Schülers Oskar Sala auf seinem Mixturtrautonium, einem Pionierinstrument der elektronischen Klangsynthese mit Wurzeln in der experimentellen Musikszene der Weimarer Republik, eingespielt wurden. Zuvor musste Hitchcock feststellen, dass sich mit der Verwendung von Tonaufnahmen echter Seemöwen und Raben kein gesteigerter Schrecken einstellen wollte.

Die reiheM – Konzertreihe für Gegenwartsmusik, Elektronik und neue Medien – freut sich, mit Peter Pichlers aufwendiger elektronischer Livevertonung diesen Meilenstein elektronischer Geräuschwelten im Filmclub 813 präsentieren zu können.

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Freitag 9.11.2018 – 19 Uhr
Yunus Emre Enstitüsü Köln präsentiert…
KIŞ UYKUSU
(WINTERSCHLAF)
TUR/FRA/D 2014 – OmU – 196 Min. – digital
Regie Nuri Bilge Ceylan
Buch Nuri Bilge Ceylan, Ebru Ceylan – Literaturvorlage Anton Tschechow
Kamera Gökhan Tiryaki
Mit Haluk Bilginer, Melisa Sözen, Demet Akbag, Ayberk Pekcan

In der bizarren Tuffsteinlandschaft von Kappadokien, in einem Höhlenhotel als Familienunternehmen, verbringen der ehemalige Theaterstar Aydin, seine geschiedene Schwester Necla und seine wesentlich jüngere Ehefrau Nihal den Winter. Aydin schreibt Kolumnen für eine kleine Provinzzeitung, seine Frau nutzt die Räume des Hotels für Wohltätigkeitsveranstaltungen, seine Schwester analysiert die eigene Verbitterung. Es ist eine Lebensform, die sich selbst überlebt hat, und Anton Tschechow, von dessen Kurzgeschichten sich Ceylan inspirieren ließ, scheint über den Bildern zu schweben.

Es wird viel gesprochen in diesem Film, es ist die Sprache der Intellektuellen. Die Charaktere benutzen sie, um einander den Prozess zu machen, mit Plädoyers, Verhören, Verteidigungsreden. Sie sezieren Schuld und Versagen, durchbrechen die mangelnde Deckung des Anderen. Es ist ein Film über Landschaften, auch jene der Seelen. Bergman und Antonioni sind nicht weit in Ceylans Kino.

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Samstag 10.11.2018
New Generations – Independent Indian Film Night

19 Uhr
LOVE AND SHUKLA
IND 2017 – OmeU – 107 Min. – digital
Regie & Kamera Jatla Siddartha
Buch Amanda Mooney, Naseem Shah, Jatla Siddartha
Musik Karl Heortweard
Mit Saharsh Kumar Shukla, Taneea Rajawat, Hima Singh, Aparna Upadhyay

Als plötzlich die Heirat von Rikschafahrer Shukla arrangiert wird, ergeht es ihm und seiner jungen Frau wie so vielen Paaren in Indien: gänzlich unvorbereitet befindet er sich in einer Ehe – ohne zu wissen, wie diese eigentlich funktionieren soll. In der beengten Einzimmerwohnung und in der ständigen Gegenwart seiner Eltern ist es kaum möglich, Nähe und Intimität zu seiner schönen jungen Frau finden. Doch Shukla gibt nicht auf: er will seine Ehefrau glücklich machen. Unerschütterlich und beharrlich verfolgt er sein Ziel, auch wenn er auf dem Weg dorthin etliche Hindernisse überwinden muss, nicht zuletzt in seiner eigenen Familie.

Der Film entwirft ein sympathisches Männerbild und besticht durch seinen subtilen Humor und die starke Figur des Shukla.

21:15 Uhr
MATANGI / MAYA / M.I.A.
GB/USA 2018 – OmU – 97 Min. – digital
Buch & Regie Steve Loveridge

Von Bürgerkriegs- und Migrationserfahrungen über den Aufstieg zur Berühmtheit – dieser Dokumentarfilm spürt dem Leben der Sängerin und Pop-Ikone M.I.A. nach. In Sri Lanka als Kind des Begründers der tamilischen Unabhängigkeitsbewegung geboren, flieht Mathangi »Maya« Arulpragasam alias »M.I.A« als Neunjährige mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach London. Mit dem ursprünglichen Plan, Dokumentarfilmerin zu werden, kehrt sie als Kunststudentin nach Sri Lanka zurück und filmt ihre Familienangehörigen – Material, welches in diesen Film einfloss.

Die Reise und ihre Erfahrungen mit dem dortigen Militärregime prägen ihre künstlerische und politische Haltung. Sie beginnt Musik zu machen und entwickelt – inspiriert von Street Art, Hip-Hop und verschiedenen Londoner Migrationskulturen – eine Culture Clash-Ästhetik, die weltweit begeistert wie polarisiert.

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Sonntag 11.11.2018 – 19:15 Uhr
100 Jahre Novemberrevolution
DAS LIED DER MATROSEN
DDR 1958 – 125 Min. – s/w – 35mm
Regie Kurt Maetzig, Günter Reisch
Buch Karl Georg Egel, Paul Wiens
Kamera Joachim Hasler, Otto Merz – Musik Wilhelm Neef
Mit Günther Simon, Raimund Schelcher, Ulrich Thein, Hilmar Thate

Zum 40. Jubiläum der Novemberrevolution 1918 gönnte sich die DEFA eine ihrer aufwändigsten Produktionen: Ein monumentales Epos in berauschenden Breitwand-Bildern, an dem zwei Regisseure gleichzeitig arbeiten mussten, um es rechtzeitig fertigstellen zu können. Als zentralen Gegenstand wählte man dabei den Katalysator der historischen Ereignisse, den Kieler Matrosenaufstand. Dieser ist in der Geschichtsschreibung durchaus kontrovers rezipiert worden, hier sehen wir die offizielle Variante der DDR: Die Matrosen als Klassenkämpfer im Geiste der Oktoberrevolution.

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Montag 12.11.2018 – 20 Uhr
Vortrag & Film: Leonard Cohen
LEONARD COHEN: I’M YOUR MAN
USA 2005 – OF – 105 Min. – digital
Buch & Regie Lian Lunson
Kamera Geoffrey Hall, John Pirozzi – Musik Leonard Cohen
Mit Leonard Cohen, Nick Cave, Rufus Wainwright, Bono

Leonard Cohen gilt auch nach seinem Tod als einer der einflussreichsten Komponisten und Sänger unserer Zeit. Düster-melancholische Romantik umschreibt seinen unverkennbaren Stil. Als Filmmusiker ist er weitgehend unbekannt. Dabei wurde seine Musik bislang in rund 290 Filmen verwendet. In diesem Konzertfilm interpretieren bekannte Musiker seine Songs. Wim Wenders bezeichnete ihn als »einen der großartigsten Musikfilme aller Zeiten«.

Mit einführendem Vortrag von Urs Spörri

SO LONG, LEONARD! EINE HOMMAGE IN FILMAUSSCHNITTEN
60 Min.

Anhand prägnanter Beispiele von Robert Altmans MCCABE & MRS. MILLER (1971) bis zu Oliver Stones NATURAL BORN KILLERS (1994) zeigt Referent Urs Spörri die Bandbreite auf, in der Cohens Musik funktioniert. Bekannte Regisseure setzten auf seine Musik: Wieso waren Rainer Werner Fassbinder und Quentin Tarantino so fasziniert von Cohen?

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Mittwoch 14.11.2018 – 20 Uhr
Paris mon amour
DIE NACHT BRICHT AN
(LE ROUGE EST MIS)
FRA 1957 – DF – 85 Min. – s/w – 35mm
Regie Gilles Grangier
Buch Michel Audiard, Gilles Grangier, Auguste Le Breton
Literaturvorlage Auguste Le Breton
Kamera Louis Page – Musik Denis Kieffer
Mit Jean Gabin, Paul Frankeur, Marcel Bozzuffi, Lino Ventura, Annie Girardot

Jean Gabin ist Louis Bertain: Automechaniker, Familienmensch und zugleich Boss einer skrupellosen Gangsterbande, die bei Nacht Einbrüche verübt. Mit ungebrochenem Erfolg, bis jedoch der Verdacht wächst, dass sich ein Polizeispitzel in ihren Reihen befindet.

»Die grandes gueules Gabin und Ventura im Doppel sind stets ein besonderes Erlebnis und schaffen allein schon durch ihre Leinwandpräsenz klassische französische Krimi-Atmosphäre.«
(Roland Hartig, Kinoptikum)

»[…] the French have recorded another hard-boiled melodrama that is lean, colorful and consistently absorbing. […] It is M. Gabin, of course, who sets the pace and tone, burbling about with deceptive, dead-pan casualness, like a relaxed aging cobra.«
(The New York Times, 1959)

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Donnerstag 15.11.2018  20 Uhr
200 Jahre Karl Marx
DEFA-Kurzfilmprogramm

EIN JUNGER MANN NAMES ENGELS – EIN PORTRÄT IN BRIEFEN
DDR 1970, 20 Min., 35mm, Animationsfilm
Regie Katja Georgi

EINE BESCHOLTENE PERSON
DDR 1983, 8 Min., 35mm, Animationsfilm
Regie Jörg Herrmann

FOTOGRAFIEN
DDR 1983, 20 Min., 35mm, Dokumentarfilm
Regie Peter Voigt

LIEBESBRIEFE
DDR 1982, 21 Min., 35mm, Dokumentarfilm
Regie Uwe Belz

LIEBER MOHR – PERSÖNLICHE ERINNERUNGEN AN KARL MARX VON PAUL LAFARGUE
DDR 1972, 22 Min., 35mm, Animationsfilm
Regie Bruno J. Böttge, Jörg Hermann

MARX-FAMILIE
DDR 1988, 6 Min., 35mm, Dokumentarfilm
Regie Heike Misselwitz

»Neben Dokumentarfilmen, die sich dem Denker mal einfühlsam, mal essayistisch nähern, beschäftigen sich mehrere Animationsfilme mit Karl Marx und seinem Umfeld: EINE BESCHOLTENE PERSON blickt auf die politische Sprengkraft der Marx’schen Theorien, EIN JUNGER MANN NAMENS ENGELS sowie LIEBER MOHR lassen seine Weggefährten zu Wort kommen. Für Letzteren zeichnet unter anderem Bruno J. Böttge verantwortlich, einer der renommiertesten Scherenschnitt-Künstler nach Lotte Reiniger.«
(Deutsches Filminstitut)

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Freitag 16.11.2018 – 19:30 Uhr
KFFK / Kurzfilmfestival Köln N°12
Kölner Fenster: Block I & II

Zur Festival-Website

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Samstag 17.11.2018 – 19 Uhr
KFFK / Kurzfilmfestival Köln N°12
Best of Festivals II

Zur Festival-Website

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Sonntag 18.11.2018 – 19:15 Uhr
Zum 100. Geburtstag von Artur Brauner (* 1.8.1918)
MORITURI
D 1948 – 85 Min. – s/w – 35mm
Regie Eugen York
Buch Gustav Kampendonk
Kamera Werner Krien – Musik Wolfgang Zeller
Mit Walter Richter, Winnie Markus, Lotte Koch, Hilde Körber

In der Spätphase des Zweiten Weltkriegs gelingt einer Gruppe von KZ-Häftlingen dank der Hilfe eines polnischen Arztes die Flucht. In einem Waldstück treffen sie auf weitere Todgeweihte des Krieges und harren gemeinsam der Roten Armee.

Die Verfilmung dieser autobiographisch gefärbten Geschichte war dem Holocaust-Überlebenden Artur Brauner eine Herzensangelegenheit. Dazu gründete er die CCC, später eine der erfolgreichsten deutschen Produktionsgesellschaften, und organisierte einen Dreh unter prekärsten Bedingungen. ›Ein Film spricht zur Welt‹, so wurde das Ergebnis beworben, doch das deutsche Publikum wollte ihn nicht zu sich sprechen lassen. Es ließ ihn zu einem finanziellen Misserfolg werden, dessen Brauner sich jedoch nie grämte.

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Wir sind stolz, bekanntgeben zu können, dass der Filmclub 813 den Lotte-Eisner-Preis 2017 des Kinematheksverbundes gewonnen hat.

Die Jury-Begründung:
»Der Filmclub 813 e.V. erhält den Lotte-Eisner-Preis für sein ausgezeichnetes, erfrischend kreatives Programm, das Alt mit Neu, Stumm mit Ton, Kunst mit Pop und Konsenskanon mit Trash verbindet. Der Filmclub 813 liebt, sieht, kuratiert, empfiehlt und zeigt außergewöhnliche Filme (…) in der vorwiegend analogen Vorführpraxis. Sie haben in ihrem Jubiläums-Kinojahr 2016 das erste 813-Non-Stop-Kino-Wochenende mit einem wagemutigen Programm installiert, das sich nicht scheut „L’Etoile de Mer“ (1928) von Man Ray als Vorfilm zu einer 35mm-Kopie von „Der SpongeBob Schwammkopf Film“ aus dem Jahr 2014 zu zeigen. (…) Die Kurator*innen lassen sich von ihrer kritischen (Schau-)Lust und ihrem Kinowissen treiben, abseits eines vermeintlichen Kanons, und bereichern damit das Kinogeschehen. Die „Eisnerin“ wäre angetan von der vorbildhaft cine-enthusiastischen Programmarbeit und differenzierten Auseinandersetzung mit den Medien, Formaten und Inhalten von Film.«

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Hinweis: Die Rechte des verwendeten Bildmaterials auf dieser Website liegen bei den Rechteinhabern bzw. sind in seiner Verwendung genehmigt. Sollte es Fälle geben, bei denen ein Rechteinhaber nicht ausfindig gemacht werden konnte, so bitten wir diesen, sich bei berechtigten Ansprüchen beim Filmclub 813 zu melden.

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